Und er sprach zu ihnen: »Geht hin in die ganze Welt und

Verkündet

das Evangelium der ganzen Schöpfung!«

‹Markus 16:15›

Die Grammatik zur VK-Masora

Themenübersicht

Einleitung

Verbalsystem

Präpositionen עִם ,מִן ,לְ ,כְּ ,בְּ

Selbstständiges Personalpronomen u. Nota accusativi

Besondere Suffixe

Einleitung

Die hier gezeigte Grammatik ist bitte mit größter Vorsicht und mit Vorbehalt zu verwenden! Zum Einen schon deshalb, weil hier versucht wird ein System vorzustellen, daß sicherlich nicht dem entspricht, was man zu diesem Thema in den einschlägigen grammatischen Werken findet. Andererseits ist es der Versuch einer Rekonstruktion des möglichen Aussehens einer hebräischen Grammatik, die es wohl vielleicht so nie gegeben hat. Doch warum dann diese Arbeit? Weil hier mit aller Konsequenz der Versuch unternommen wird, alle bislang bekannten Verbalparadigma eindeutig einer deutschen Form zuzuordnen. Diese Grammatik entsteht begleitend zum Rohtext der VK-Masora. Diese wiederum ist um 100%-ige Begriffskonkordanz, sowie der exakten Wiedergabe der gesamten Syntax bemüht. Zu dieser Syntax gehören sowohl die temporalen Aspekte, wie auch die Verbalmodi. Diesen ganzen Anforderungen versucht das vorliegende Stückwerk gerecht zu werden.

Besondere Hebraismen und deren Behandlung

Im Hebräischen der Bibel (gemeint ist hier immer der gesamte Text der hebr. Masora, wie er uns in den Versionen des WLC - WTT u. WTM, BibleWorks 4.0 - oder BHS geboten wird) begegnen uns Eigentümlichkeiten, die wir im Deutschen nicht so ohne weiteres eins zu eins abbilden können. Anders ausgedrückt: Die deutsche Grammatik verhält sich nicht deckungsgleich zur hebräischen. D. h. den beiden Grammatiken liegen unterschiedliche Gedankenmodelle zugrunde.

Die adjektivische Denomination

Mit dem Begriff ›adjektivische Denomination‹ ist gemeint, daß eine Sache (real oder abstrakt), ein Gegenstand oder ein Mensch aufgrund einer auffälligen Eigenschaft (Adjektiv) benannt wird. Um hier gleich anhand eines Beispieles den Gedanken klarer zu formulieren: Im Hebräsichen gibt es ein Wort für Baum und Holz. Es lautet: עֵץ und wird hier mit ›Fester‹ wiedergeben. Die namensgebende Eigenschaft ist hier die feste Struktur dieser botanischen Gattung. Abhängig vom Kontext wird aber im Deutschen entweder mit ›Baum‹ (Gn1:11) oder mit ›Holz‹ (Gn22:3) übersetzt. Aber warum eigentlich? Weil wir im Deutschen einerseits nicht mit Bäumen ein Feuer entzünden und weil andererseits aus dem Boden kein Holz, sondern ein Baum emporwächst. Um aber hier die Eindeutigkeit des Hebräischen zu zeigen, wurde ausgehend von der Wortwurzel ein deutsches Wort gesucht oder konstruiert, welches das hebräische Original, so gut es eben möglich ist, wiedergibt. Um diesen Gedanken vollständig abschließen zu können, müssen wir auch den nächsten Hebraismus gleich mit behandeln.

Das System der Wortfamilien

Ausgehend von der ›adjektivischen Denomination‹ übernimmt in aller Regel ein Verb, die dem Adjektiv zu Grunde liegende Eigenschaft als Handlung und wird zur Wortwurzel, die wiederum für gewöhnlich aus drei Radikalen gebildet wird. Von dieser Wortwurzel werden jetzt durch Modifikationen Derivate gebildet, die allesamt eine Wortfamilie bilden. Diese Wortfamilie verkörpert auf verschiedene Weise (Adjektiv, Adverb, Nomen, Präposition, Pronomen oder Verb) stets die Grundbedeutung, also die Eigenschaft oder Eigenheit, die durch die Wurzel ausgedrückt wird. Um beim obigen Beispiel zu bleiben: die Festigkeit oder das Festsein ist bei Hölzern das namensgebende Element. Die entsprechende Wurzel lautet: עָצָה deren Bedeutung hier mit ›festen‹ im Sinne von ›fest sein‹ wiedergeben wird. Als ein weiteres Beispiel sei hier ›stehlen‹ angeführt. Im Deutschen wäre es klar, daß der Dieb stiehlt. Für das Hebräische wäre es der Stehler, denn der Dieb diebt. Auch diese hebräische Eigenheit soll hier klar und deutlich sichtbar gemacht werden.

Die temporalen Aspekte

Das Bibelhebräische kennt lediglich zwei zeitliche Aspekte: Das Imperfekt und das Perfekt. Während das Imperfekt Handlungen beschreibt, die noch nicht vollendet sind, z. Bsp.: ›er schreibt‹ - sie befinden sich noch auf dem Weg zur Vollendung -, beschreibt das Perfekt die abgeschlossene, vollendete Handlung: ›er hat geschrieben‹. D. h. das Schreiben ist beendet. Diese beiden Temporalaspekte reichen dem Bibelhebräischen aus, um die Sachverhalte und die zeitlichen Abhängigkeiten auszudrücken. Im Gegensatz hierzu haben wir im Deutschen: Plusquamperfekt, Präteritum, Perfekt, Präsens, Futur I. u. Futur II. Diese Zeitstufen stehen klar für einen zeitlichen Rahmen, in dem sich die beschriebene Handlung ereignet. Um das vorige Beispiel aufzugreifen: ›er hatte geschreiben‹, ›er schrieb‹, ›er hat geschrieben‹, ›er schreibt‹, ›er wird schreiben‹ u. ›er wird geschrieben haben‹. Dies ist eine Facette des hebr. Gedankenmodells, welches es klar ins Deutsche zu transportieren gilt. Wie erkennt man aber, daß der Hebräer etwas zukünftiges zu Ausdruck bringen will? Es wird aus dem Kontext ersichtlich! Als Beispiel sei hier Exodus 34:1 angeführt: »|und| |er spricht| |יהוה| |zuhin| |Mosʜä| |dum. sollst behauen!| |zu dirm.| |erneutligen+m.| |Poliertenm.pl.| |Steinheitenf.pl.| |wie •| |tragiglichenm.pl.| |und| |ich habe geschriftigt| |auf| |•| |Polierten| …« Hier spricht El Schaddai zu Mosʜä und befiehlt ihm zwei neue Steinplatten zu fertigen. Dies ist eine Imperfekt-Handlung, hier im Imperativ (Befehlsform). Danach spricht El Schaddai dann im Perfekt: ›und ich habe geschriftigt auf …‹ Es ist ja klar, daß die Steintafeln zuerst gefertigt werden müssen, um auf sie zu schreiben. Das Perfekt, welches dem Imperativ folgt, wird als ›Perfekt consecutivum‹ bezeichnet. Es stellt eine sog. ›Folgetempora‹ dar, die durch ›und‹ eingeleitet wird. Man kann jetzt - und hier wird ein Aspekt dieses Bibelprojektes deutlich - auf verschiedene Art u. Weise ins Deutsche übersetzen. Entweder: ›und ich schreibe darauf‹, ›und ich werde darauf schreiben‹, ›ich werde darauf geschrieben haben‹ oder man läßt es stehen, wie es ist, denn man hat die Konstruktion verstanden.

Person, Genus u. Numerus

Beginnen wir diesen Abschnitt mit einer Gemeinsamkeit der deutschen u. hebräischen Grammatik: Beide kennen drei Personen. Aber dies war es dann auch schon, denn: Während das Deutsche zwischen ›männlich‹ (mask.), ›weiblich‹ (fem.) und ›neutral‹ (neutr.) unterscheidet, differenziert das Hebräische streng genommen nur zwischen ›maskulin‹ u. ›feminin‹. Es gibt allerdings eine Reihe von Nomina und auch Verbformen, bei denen das Geschlecht keine Rolle spielt. Dann spricht man einfach von ›communis‹ (allgemein od. gemeinsam). WTM erklärt dann zu ›Noun, common, both‹. Bei den Verben sind es die ersten Personen Ein- u. Mehrzahl, die beim grammatischen Geschlecht nicht unterschieden werden und die dritte Person plural im Perfekt. Auch hier wird die Klassifizierung ›communis‹ (c.) verwendet. Beim Numerus kennt das Hebräische neben der Einzahl und der Mehrzahl auch noch eine Zweizahl (Dual). Des weiteren differenziert das Hebräische zwischen mask. u. fem. bei den zweiten und dritten Personen. Es gibt also sowohl ein ›Du‹ mask., wie auch fem. Ebenfalls ein ›Ihr‹ mask. u. fem. und im Imperfekt auch für ›Sie‹ ein mask. pl. und ein fem. pl.

Die Stellung des Verbum

Im Hebräischen steht das Verb mit Personalendung vor dem Subjekt. Betrachten nochmals unser voriges Beispiel: Exodus 34:1: »|und| |er spricht| |יהוה| |zuhin| |Mosʜä| …« Für uns Deutschsprachler ist diese Wortfolge gewöhnungsbedürftig.

Die Constructus-Verbindung

Es handelt sich hierbei um eine Genitivverbindung der Art: ›das Wort Gottes‹. Im Deutschen steht der Besitzer im Genitiv - hier also ›Gott‹, um dessen Wort es geht. Im Hebräischen wird aber nicht der Besitzer, sondern der Besitz flektiert. Die Wortstellung bleibt wie im Deutschen. Die Constructusform wird durch Anhängen eins Pluszeichens ›+‹ direkt an das Nomen sichtbar gemacht. Für unser Beispiel hier wäre es dann: |Wort+| |Gott|. Der Unterschied tritt hier deutlich zutage und sorgt anfänglich gewiß für ein wenig Verwirrung. Als kleine Hilfe diese Möglichkeit: (des) |Wort+| (Besitzer ist) |Gott|.

In diesem Bibelprojekt wird größter Wert darauf gelegt, dem Leser diese eben dargelegten, feinen Eigentümlichkeiten des biblischen Textes im Deutschen nicht vorzuenthalten, bzw. diese sichtbar zu machen.

Sonstige Besonderheiten

An erster Stelle steht für mich hier die Substantivierung von Adjektiven, die so in den mir vorliegenden Grammatiken nicht behandelt wird. Entweder ist sie irrelevant, nicht faßbar oder ich habe sie schlichtweg nicht gefunden. Die Schwierigkeit, die sich daraus für mich ergibt, ist daß es in den Hauptquellen - u. hier sei ausdrücklich T. erwähnt - Doppelnennungen z. T. auch mit verschiedenen Strong-Nrn. gibt. Die hier gezeigte Masoraübertragung lehnt sich sehr eng dem morphologischen Text WTM an u. so erscheinen hier mitunter GTWs doppelt: einmal als Adjektiv u. das andere Mal als Nomen ganz so, wie ich es in T, bzw. in WTM vorfinde. In der VK-Masora sind diese Unterschiede an der Groß-, bzw. Kleinschreibung stets deutlich zu erkennen u. in der VK-Hebraica kennzeichnen mitunter hochgestellte Ziffern hinter dem GTW zusätzlich die Doppelnennungen.
Bezüglich der Doppelnennungen gibt es auch noch GTW gleicher Morphologie (Gestalt), die aber von anderen GTWz abstammen. Auch diese werden gekennzeichnet.

Das VK-Hebraica Verbalsystem

Während der Arbeiten an der VK-Masora hat sich gezeigt, daß sich das Verbalsystem der Bücher des Alten Bundes [BAB] in dem nachfolgend gezeigten Gerüst darstellen läßt. Dieses ist in vier Hauptabschnitte (Hauptklassen) unterteilt, die jeweils die temporalen Aspekte des Imperfekt und die des Perfekt beinhalten. Hinzu kommen noch jeweils drei Genera Verbi.

Betrachten wir noch kurz die Genera Verbi. Die Grammatiken verwenden diese Bezeichnung nicht, sondern sie sprechen unisono von Stammesmodifikationen, die jede für sich nur ein Genus Verbi vertritt. Der Grundstamm ›Qal‹ ist ein aktiver Stamm und kann auch nur aktive Handlungen ausdrücken. Durch Morpheme erweitert, bzw. verändert, wird aus Qal bspw. ein Niphal und erhält somit auch ein anderes Genus Verbi, nämlich ›medial / refelxiv‹. Hier werden die modifizierten Stämme selbstverständlich ebenfalls unterschieden, aber im Gerüst nach ›aktiv‹, ›reflexiv / medial‹ und ›passiv‹ geordnet. Die Hauptgruppen des Verbalsystems sind hier: Grundklasse, Intensivklasse, Kausativklasse u. Konativklasse.

Es kann nicht genug betont werden, daß die hier gezeigten Übertragungen ins Deutsche, primär der Eindeutigkeit dienen. Es ist sehr wahrscheinlich, daß die eine oder andere Übertragung, möglicherweise auch mehrere, schlichtweg falsch sind, aber die Eindeutigkeit erlaubt es dennoch sicher zu wissen, welches Verbum im Grundtext, in welchem Temporalaspekt, in welchem Genus Verbi und in welcher Person steht. Da dieses Projekt ja noch lange nicht abgeschlossen ist, sind Korrekturen gewiß von Nöten (alles Andere wäre Illusion). Einige Schwierigkeiten seien hier besonders zu erwähnen: Es gibt im Deutschen eine Reihe von Verben, die nicht nur eine Tätigkeit, sondern auch einen Zustand ausdrücken können - je nach Kontext. Beispielsweise sei hier das Verb ›heiligen‹ genannt: ›Ich heilige‹ oder ›ich bin heilig‹. Um sich hier nicht von vornherein festlegen zu müssen, wird in solchen Fällen generell die aktive Handlung wiedergegeben. Ein anderer Fall wäre bspw.: כָּבַד ›gewichtig sein‹. In solchen Fällen wurde als Wiedergabe ›gewichtigen‹ gewählt, um mehrgliedrige Übersetzungen zu vermeiden.

Betrachten wir nun zuerst die Grundklasse:

Die Grundklasse des Verbalsystems

Aspekt Qal
‹q›
Niphal
‹n›
Qal passiv
‹qp›
Perfekt er hat geschrieben er hat sich schreiben lassen er ist geschrieben worden
Imperfekt er schreibt er läßt sich schreiben er wird geschrieben
Infinitiv schreiben sich schreiben lassen geschrieben werden
Partizip schreibender sich schreiben lassender geschrieben werdender
Kohortativ ich will schreiben! ich will mich schreiben lassen! ich will geschrieben werden!
Imperativ du sollst schreiben! du sollst dich schreiben lassen! du sollst geschrieben werden!
Jussiv er soll schreiben! er soll sich schreiben lassen! er soll geschrieben werden!

Vorangehende Tabelle zeigt die Wiedergabe der Elemente der Grundklasse. Es folgt eine Kurzbeschreibung der einzelen Stämme und deren Bedeutung:

Qal ‹q›

Qal ist der Grundstamm. Von ihm ausgehend werden alle anderen Stammformen durch Modifikationen gebildet. Qal drückt die aktive Handlung des Handelnden (Agens) oder seinen Zustand aus.

Niphal ‹n›

Niphal ist die reflexive oder mediale Stammform zum Qal. Handlungen im Niphal vollzieht der Agens an sich oder für sich.

Qal passiv ‹qp›

Das passive Gegenstück zum Qal wäre dann das Qal-Passiv. Und genau hier ist zu bemerken, daß WTM ein Qal-Passiv benennt, obgleich die Grammatiken ein Qal-Passiv - wenn überhaupt - nur als verlorengegangene Stammesmodifikation erwähnen. BD beispielsweise erklärt die Form יֻתַּן von נָתַן als Hophal fut. 3. mask. sg., während WTM von Qal-Passiv, Imperfekt 3. mask. sg. spricht. WTM erklärt an ca. 111 Stellen zu Qal-Passiv.

Somit ist die hier gezeigte Einteilung gar nicht so abwegig, aber dies soll der Leser bitte selbst beurteilen.

Als nächstes betrachten wir die Intensivklasse:

Die Doppelungs- od. Intensivklasse des Verbalsystems

Aspekt Piel
‹pi›
Hitpael
‹htp›
Hotpaal
‹hotp›
Pual
‹pu›
Perfekt er hat gemacht schreiben er hat für sich gemacht, zu schreiben er ist für sich gemacht worden, zu schreiben er ist gemacht worden, zu schreiben
Imperfekt er macht schreiben er macht für sich, zu schreiben er wird für sich gemacht, zu schreiben er wird gemacht, zu schreiben
Infinitiv machen schreiben für sich machen, zu schreiben für sich gemacht werden, zu schreiben gemacht werden, zu schreiben
Partizip machender schreiben für sich machender, zu schreiben für sich gemacht werdender, zu schreiben gemacht werdender, zu schreiben
Kohortativ ich will machen schreiben! ich will für mich machen, zu schreiben! ich will für mich gemacht werden, zu schreiben! ich will gemacht werden, zu schreiben!
Imperativ du sollst machen schreiben! du sollst für dich machen, zu schreiben! du sollst für dich gemacht werden, zu schreiben! du sollst gemacht werden, zu schreiben!
Jussiv er soll machen schreiben! er soll für sich machen, zu schreiben! er soll für sich gemacht werden, zu schreiben! er soll gemacht werden, zu schreiben!

Es folgt eine Kurzbeschreibung der Stämme der Doppelungs- od. Intensivklasse:

Piel ‹pi›

Allgemein wird Piel als Doppelungsstamm bezeichnet, weil der mittlere Radikal verdoppelt wird (Dagesch). Er beschreibt die Herbeiführung eines Qal-Zustandes. Qal: ›heiligen‹ → Piel: ›heilig machen‹. Piel wird auch als intensivierend bezeichnet, wie z.Bsp.: Qal: ›zerbrechen‹ → Piel: ›in Stücke zerschlagen‹.

Hitpael ‹htp›

Das Hitpael ist die reflexiv / mediale Entsprechung zu Piel, das auch reziproke Bedeutung haben kann. Beispielsweise: Piel: ›schreiben machen‹ → Hitpael: ›sich gegenseitig schreiben machen‹. Wegen der Eindeutigkeit wird grundsätzlich, wie oben gezeigt wiedergegeben.

Hotpaal ‹hotp›

Beim Hotpaal handelt es sich um eine seltene Form, einer Passivierung des Hitpael, bei der das reflexive Moment gewöhnlich ausgeblendet wird.

Pual ‹pu›

Das Pual ist das Passiv zum Piel.

B-Klasse der Doppelungs- od. Intensivstämme

Bei dieser Einteilung geht es wiederum um Eindeutigkeit. WTM führt diese Unterscheidung und um meiner eigenen Fehlerhaftigkeit / meines eingenen Unvermögens entgegenzuwirken, wurden diese Klassifizierungen beibehalten. So können Kundigere leicht den vermeintlichen Irrtum erkennen. Worin besteht nun der Unterschied zwischen Piel u. Polel, Hitpael u. Hitpolel, sowie zwischen Pual u. Polal? Der Unterschied zeigt sich in der Wurzel. Während Piel, Hitpael u. Pual aus Qal-Wurzeln mit drei Radikalen gebildet werden, werden die Stämme Polel, Hitpolel u. Polal aus Qal-Wurzeln, bestehend aus zwei Radikalen gebildet. In diesem Zusammenhang findet man in Grammatiken auch den Begriff der ›hohlen Wurzeln‹. Gemeint sind damit Wurzeln, die als mittleren Radikal einen Vokalbuchstaben haben (Hireq-, Sere-, Segol- u. Holäm-Magnum oder Schureq). Es folgt die Übersicht:

Polel ‹plel›

entspricht Piel

Hitpolel ‹hpll›

entspricht Hitpael

Polal ‹plal›

entspricht Pual

C-Klasse der Doppelungs- od. Intensivstämme

Es gilt hier, das eben unter B-Klasse gesagte. Die Übersicht:

Pilpel ‹pilpl›

entspricht Piel

Hitpalpel ‹htpalpl›

entspricht Hitpael

Pulpal ‹pulpl›

entspricht Pual

Die Kausativklasse des Verbalsystems

Aspekt Hiphil
‹hi›
Histaphel
‹hstph›
Hophal
‹ho›
Perfekt er hat veranlaßt, zu schreiben er hat veranlaßt, für sich zu schreiben er ist veranlaßt worden, zu schreiben
Imperfekt er veranlaßt, zu schreiben er veranlaßt, für sich zu schreiben er wird veranlaßt, zu schreiben
Infinitiv veranlassen, zu schreiben veranlassen, für sich zu schreiben veranlaßt werden, zu schreiben
Partizip veranlassender, zu schreiben veranlassender, für sich zu schreiben veranlaßt werdender, zu schreiben
Kohortativ ich will veranlassen, zu schreiben! ich will veranlassen, für mich zu schreiben! ich will veranlaßt werden, zu schreiben!
Imperativ du sollst veranlassen, zu schreiben! du sollst veranlassen, für dich zu schreiben! du sollst veranlaßt werden, zu schreiben!
Jussiv er soll veranlassen, zu schreiben! er soll veranlassen, für sich zu schreiben! er soll veranlaßt werden, zu schreiben!

Hiphil ‹hi›

Das Hiphil ist der aktive Stamm der Kausativklasse. Die Handlungen dieser Klasse werden gewissermaßen mittelbar vollzogen. Im Grunde veranlaßt ein Agens einen anderen Agens etwas zu tun. Wenn also beispielsweise in Qal: ›er schreibt‹, der Agens selbst Papier und Stift in die Hand nimmt, wird er im Hifil: ›er veranlaßt, zu schreiben‹ jmd. anderen zu dieser Tätigkeit veranlassen.

Histaphel ‹hstph›

Ob das Histaphel wirklich hierher gehört ist fraglich. In den Grammatiken wird es eher als ›andere Stammesmodifikation‹ bezeichnet. J. P. Lettinga (Grammatik des biblischen Hebräisch) führt es im Abschnitt Hifil. Andere, wie z. Bsp. Lambdin / von Siebenthal (Lehrbuch Bibel-Hebräisch, sowie Neef (Arbeitsbuch Hebräisch) sehen es eher bei Hitpael.

Hophal ‹ho›

Das Hofal ist das passive Gegenstück zu Hiphil.

Die Konativklasse des Verbalsystems

Aspekt Poel
‹p'el›
Hitpoel
‹htp'el›
Poal
‹p'al›
Perfekt er hat versucht, zu schreiben er hat versucht, für sich zu schreiben er ist versucht worden, zu schreiben
Imperfekt er versucht, zu schreiben er versucht, für sich zu schreiben er wird versucht, zu schreiben
Infinitiv versuchen, zu schreiben versuchen, für sich zu schreiben versucht werden, zu schreiben
Partizip versuchender, zu schreiben versuchender, für sich zu schreiben versucht werdender, zu schreiben
Kohortativ ich will versuchen, zu schreiben! ich will versuchen, für mich zu schreiben! ich will versucht werden, zu schreiben!
Imperativ du sollst versuchen, zu schreiben! du sollst versuchen, für dich zu schreiben! du sollst versucht werden, zu schreiben!
Jussiv er soll versuchen, zu schreiben! er soll versuchen, für sich zu schreiben! er soll versucht werden, zu schreiben!

Es folgen die Kurzbeschreibungen der Konativklasse

Poel ‹p'el›

Wie schon aus dem Begriff ›Konativ‹ abzuleiten ist, handelt es sich bei den hier beschriebenen Handlungen um ein Wollen oder ein Versuchen. Somit beschreibt Poel den Versuch des Agens eine Handlung zu vollziehen. Beisp.: Qal: ›er schreibt‹ → Poel: ›er versucht, zu schreiben‹.

Hitpoel ‹htp'el›

Die reflexiv / mediale Entsprechung zu Poel.

Poal ‹p'al›

Die passive Entsprechung zu Poel.

Die Präpositionen

Die Formen der Präposition בְּ (in)

Pers. / Num. Form Wiedergabe
1. c. sg. בִּי in mir
2. m. sg. בְּךָ i. p. בָּךְ in dirm.
2. f. sg. בָּךְ in dirf.
3. m. sg. בְּוֹ in ihm
3. f. sg. בָּהּ in ihr
1. c. pl. בָּנוּ in uns
2. m. pl. בָּכֶם in euchm.
2. f. pl. - -
3. m. pl. בָּם in ihnenm.
3. f. pl. בָּהֵן ,בָּהֶן in ihnenf.

Die Formen der Präposition כָּמוֹ, כְּמוֹ) כְּ) (wie)

Pers. / Num. Form Wiedergabe
1. c. sg. כָּמוֹנִי wie ich
2. m. sg. כָּמוֹךָ wie dum.
2. f. sg. - -
3. m. sg. כָּמוֹהוּ wie er
3. f. sg. כָּמוֹהָ wie sie
1. c. pl. כָּמוֹנוּ wie wir
2. m. pl. כְּמוֹכֶם ,כָּכֶם wie ihrm.
2. f. pl. - -
3. m. pl. כְּמוֹהֶם ,כָּהֵם ,כָּהֶם wie siem.
3. f. pl. - -

Die Formen der Präposition לְ (zu - auch Nota dativi)

Pers. / Num. Form Wiedergabe
1. c. sg. לִי zu mir
2. m. sg. לְךָ i. p. לָךְ zu dirm.
2. f. sg. לָךְ zu dirf.
3. m. sg. לָמוֹ ,לְוֹ zu ihm
3. f. sg. לָהּ zu ihr
1. c. pl. לָנוּ zu uns
2. m. pl. לָכֶם zu euchm.
2. f. pl. לָכֶן zu euchf.
3. m. pl. לָהֶם, poet. לָמוֹ zu ihnenm.
3. f. pl. לָהֶן zu ihnenf.

Die Formen der Präposition מִן (von)

Pers. / Num. Form Wiedergabe
1. c. sg. מִמֶּנִּי von mir
2. m. sg. מִמְּךָ, i. p. מִמֶּךָּ von dirm.
2. f. sg. מִמֵּךְ von dirf.
3. m. sg. מִמֶּנּוּ, poet. מִנֵּהוּ ,מֶנְהוּ von ihm
3. f. sg. מִמֶּנָּה von ihr
1. c. pl. מִמֶּנּוּ von uns
2. m. pl. מִכֶּם von euchm.
2. f. pl. מִכֶּן von euchf.
3. m. pl. מֵהֶם, poet. מִנְהֶם von ihnenm.
3. f. pl. מֵהֵן von ihnenf.

BD erwähnt hier auch noch die Form מִמֵּן und übersetzt diese mit ›ein Teil‹ (a part), gemeint ist wohl: ›ein Teil von mir / ein Teil von dir / etc.‹.

Die Formen der Präposition עִם (mit)

Pers. / Num. Form Wiedergabe
1. c. sg. עִמִּי mit mir
2. m. sg. עִמְּךָ, i. p. עִמָּךְ mit dirm.
2. f. sg. עִמָּךְ mit dirf.
3. m. sg. עִמְּוֹ mit ihm
3. f. sg. עִמָּהּ mit ihr
1. c. pl. עִמָּנוּ mit uns
2. m. pl. עִמָּכֶם mit euchm.
2. f. pl. - -
3. m. pl. עִמָּהֶם ,עִמָּם mit ihnenm.
3. f. pl. - -

Das selbstständige Personalpronomen u. das Nota accusativi

Die Formen des selbstst. Personalpronomens (Wer ist es?)

Pers. / Num. Form Wiedergabe
1. c. sg. אֲנִי ,אָנֹכִי, i. p. אָנִי ich
2. m. sg. אַתָּה, i. p. אָתָּה dum.
2. f. sg. אַתִּי ,אַתְּ, i. p. אָתְּ duf.
3. m. sg. הוּא er
3. f. sg. הִוא ,הִיא sie
1. c. pl. נַחְנוּ ,אֲנַחְנוּ, i. p. נָחְנוּ ,אַנָחְנוּ wir
2. m. pl. אַתֶּם ihrm.pl.
2. f. pl. אַתֵּנָה ,אַתֵּן ihrf.pl.
3. m. pl. הֵמָּה ,הֵם siem.pl.
3. f. pl. הֵנָּה sief.pl.

Die Formen des Nota accusativi אֵת (Wen betrifft es?)

Pers. / Num. Form Wiedergabe
1. c. sg. אוֹתִי ,אֹתִי °¯mich
2. m. sg. אֹתְךָ, i. p. אֹתָךְ °¯dichm.
2. f. sg. אֹתָךְ °¯dichf.
3. m. sg. אֹתוֹ °¯ihn
3. f. sg. אֹתָהּ °¯sie
1. c. pl. אֹתָנוּ °¯uns
2. m. pl. אֶתְכֶם °¯euchm.pl.
2. f. pl. - -
3. m. pl. אֹתָם °¯siem.pl.
3. f. pl. אֹתָן °¯sief.pl.

Besondere Suffixe

Es gibt noch einige besondere Suffixe, die hier kurz angesprochen werden sollen. Es handelt sich dabei um das Anhängen eines ה (He) oder ן ,נ (Nun) an das Wortende. Beim He kann es sich entweder um He-cohortativum, He-paragoge oder um das He-locale handeln. Beim Nun spricht man von Nunation. Als Formen wären hier Nun-paragoge und Nun-energicum, zu nennen. Von all den gerade genannten besonderen Suffixen, weisen nur He-cohortativum u. He-locale Übersetzungsrelevanz auf. Das erstgenannte wollen wir hier nicht mehr näher betrachten, denn es kennzeichnet ja den Kohortativ, welcher ausführlich bei den Imperativformen behandelt wird.

Das ה-Lokale

Das ה-locale kennzeichnet die Bewegungsrichtung auf ein Ziel hin. Es wird immer mit einem, der Konstruktion, vorangestelltem ›gen‹ = ›gegen / in Richtung / nach‹ wiedergegeben.

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