Und er sprach zu ihnen: »Geht hin in die ganze Welt und

Verkündet

das Evangelium der ganzen Schöpfung!«

‹Markus 16:15›

Kurz bemerkt - Bibeltexte u. bibl. Fragen kurz beleuchtet

Wann ist eigentlich Erlösungs- u. Auferstehungsfest (Ostern)?

»Jesus nun kam sechs Tage vor dem Passa nach Betanien, wo Lazarus war, den Jesus aus den Toten auferweckt hatte.«

›Evangelium nach Johannes 12:1 – Elberfelder Übersetzung 1995‹

Die Frage, der wir hier kurz nachgehen wollen lautet: »Wann ist eigentlich das richtige Datum, um der Kreuzigung u. der Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus zu gedenken?« Selbstverständlich immer – zu jeder Zeit. Aber angesichts der Ostertage erhält diese Frage ein anderes Gewicht. Ein Blick in den jüdischen Kalender läßt uns aufhorchen: Die jüdische Gemeinde feiert erst nächsten Monat, genau am 23. April 2016 Passa. Es ist nach jüdischem Kalender der 15. Nisan 5776. An dem Tag, an dem wir hier in der Westkirche, der katholischen u. protestantischen Welt, Ostern feiern (Auferstehungs-Sonntag, immer der Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling, d.h. erster Vollmond nach der Tag u. Nachtgleiche), gedenkt die jüdische Gemeinde der Purimtage zur Zeit Mordechais u. Esters. Auch ein Blick zur Ostkirche, der orthodoxen Welt, macht uns stutzig: Die griechisch-, sowie die russisch-orthodoxe Kirche feiern erst am 1. Mai 2016. Nun gut, man kann selbstverständlich mit den verschiedenen Kalendern, die den Feiertagszeitpunkten zugrunde liegen, argumentieren und die Sache damit ad acta legen – dennoch bleibt die Frage: »Kann man denn den eigentlichen Zeitpunkt für diese elementare Jahresfeier, welcher für die Erlösung der gesamten Menschheit von Sünde und Tod steht, nicht präzisieren? (Der Frage, warum sich die Christen, über die Konfessionsgrenzen hinweg, nicht alle auf einen verbindlichen Termin verständigen können, wollen wir hier nicht nachgehen!) Was sagt eigentlich die Bibel zu diesem Thema? Interessanterweise definiert die Bibel die rechte Zeit für das jüdische Passafest, mit dem das christliche Erlösungs- u. Auferstehungfest (Ostern) mit Ausnahme des Wochentages zusammenfallen sollte, absolut präzise:

»Heute seid ihr ausgegangen, in dem Monat Abib.«

›Exodus 13:4‹

Welcher Monat ist aber der Abib? Der Name dieses Montas leitet sich von der Bezeichnung des Reife- oder Wachstumszustandes der Gerste ab. Doch lesen wir zuvor noch einen weiteren Bibeltext:

»Dieser Monat soll bei euch der erste Monat sein, und von ihm sollt ihr die Monate des Jahres anheben.«

›Exodus 12:2‹

Der Auszug der Söhne Israel hat also im ersten Monat ihres neuen, von El Schaddai selbst festgelegten, Kalenders stattgefunden. Dieser Monat heißt also Abib und hier finden wir noch die Beschreibung des Abib:

»Also ward geschlagen der Flachs und die Gerste; denn die Gerste hatte geschoßt und der Flachs Knoten gewonnen.«

›Exodus 9:31‹

Die Gerste wird in den Büchern des Alten Bundes gewöhnlich als ›Haarige‹ bezeichnet (hbr.: sechorah). Der Reifezustand wird mit Abib benannt. In diesem Zustand ist die Gerste noch grün, aber sie trägt Ähren. Somit ist der Monat, in dem sich die Gerste im Abib-Zustand befindet, der erste Monat des Jahres. Am Vortag des Passas – dies ist der 14. Abib – wird das Passalamm zwischen den zwei Abenden (es ist die Zeit zw. 15:00 Uhr u. 18:00 Uhr) geschlachtet und am 15. Abib (die jüd. Zeitrechnung beginnt ja den neuen Tag um 18:00 Uhr des, für uns, Vortages) findet das eigentliche Passamahl statt.

Die Verschiebungen zwischen den Wochentagen

des christlichen Erlösungs- u. Auferstehungfestes und des jüdischen Passafestes sind dem Umstand geschuldet, daß sich die christl. Feiertage an den Wochentagen (Karfreitag, Ostersonn- u. Ostermontag) orientieren und nicht am Vollmond. Da die Monatslängen differieren und sie sich, bis auf den Februar, nie ohne Rest durch sieben teilen lassen, ist es klar, daß Karfreitag nicht immer auf einen Vollmondtag fällt. Diese Differenzen würden aber nur einige Tage ausmachen.

Die großen Differenzen von mehreren Wochen

sind aber den astronomischen Zyklen und den Mondphasen, sowie den Kalendermodellen geschuldet. Das astronomische Sonnenjahr hat eine Länge von rund 365,25 Tagen. In dieser Zeit durchläuft unsere Erde einmal ihre gesamte Umlaufbahn um die Sonne. Ein Mondmonat hat indes eine durchschnittliche Länge von 29,5 Tagen. Teilen wir 365,25 durch 29,5 so erhalten wir gerundet 12,4. Mit anderen Worten: ein Kalenderjahr von zwölf Monden (Monaten) mit einer Länge von 29,5 Tagen (was ja auch nicht funktioniert, denn es gibt keine halben Tage) würde 354 Tage dauern und wäre somit um rund 11 Tage kürzer, als unser Sonnenkalender. Der jüdische Kalender behilft sich mit Schaltmonaten, mittels derer die Verschiebungen ausgeglichen werden. Dieses Jahr hat der jüdische Kalender wieder einmal einen zweiten Adar (Adar scheni) eingeschoben und hierdurch verschiebt sich das jüd. Passa und die orthodoxen Ostertage im Vergleich zu den unsrigen, um rund fünf Wochen.

Das korrkete biblische Datum für Passa u. Ostern

Orientiert man sich einfach an der Abib-Regel (die Gerste ist im vollentwickelten Grünstadium), so erhält man ohne astronomische Kenntnisse den exakten Zeitpunkt für die Festtage. Dies ist natürlich nicht so einfach für die Kalenderersteller, denn das Pflanzenwachstum orientiert sich an den irdischen, klimatischen Begebenheiten u. nicht an astronomischen Tag u. Nachtgleichen und dergleichen. Darüber hinaus muß noch angemerkt werden, daß der ursprüngliche Kalender, den unser Himmlischer Vater seinem Bundenvolk Israel, kurz vor dessen Auszug aus Ägypten gab, ein Agrar-Kalender ist, denn die jüdischen Feste orientieren sich stark an den Erntezeiten der landwirtschaftlichen Erzeugnisse.

21. März 2016 – VK-Red.

Vom Glauben zum Schauen oder vom Schauen zum Glauben?

»Gückseelig ist, der Lesende und die Hörenden die Worte der Prophezeiung. Und die Bewahrenden das in ihr Geschriebeneseiende. Denn nahe die rechte Zeit.«

›Apokalypse 1:3 - Eigene Wiedergabe]‹

Sicherlich hätte man die Ausführungen zur obigen Frage auch mit einem anderen Bibeltext beginnen können, doch ist der Autor dieser Zeilen der festen Überzeugung, daß gerade im Hinblick auf die letzte prophetische Offenbarung El Schaddais an uns Menschen, der persönliche Standpunkt in dieser Frage, ultimative und irreversible Folgen für den Einzelnen hat.

Die Apokalypse, gewöhnlich als die Offenbarung des Johannes bekannt, bildet den Schluß der Gottesschriften an uns Menschen. Um die Herkunft noch ein wenig zu präzisieren: El Schaddai, unser Himmlischer Vater, gab diese Prophezeiung seinem Monogenäs, unserem Herrn Jesus Christus. Unser Herr Jesus wiederum sandte durch seinen Boten dieselbe an den Apostel Johannes, um ihm und in Folge auch allen anderen Menschen zu zeigen, was bald geschehen wird. So bezeugt in Offenbarung, Kapitel 1, Vers 1!

Doch zurück zum Thema: Wenn demnach jemand von uns die Apokalypse liest und sich an das Gelesene hält, so wird er als ein Glückseeliger bezeichnet. Bezüglich unserer Eingangsfrage muß der Leser der Apokalypse zuerst Glauben und wird dann am Ende schauen. So tat es auch Noah, Abraham und die vielen Glaubenszeugen, die uns im Brief an die Hebräer, im Kapitel 11, vorgestellt werden. Um es anders auszudrücken: Wenn jemand nach dem Lesen auf ein oder gar mehrere Zeichen wartet, um eine Bestätigung oder Beglaubigung der Wahrheit der gelesenen Worte zu erhalten, der wird zur gegebenen Zeit feststellen müssen, daß er sich inmitten der Ereignisse wiederfindet, die ihm zuvor geschildert wurden. Um nochmals auf Noah zurückzukommen: Möglicherweise gab es zur Zeit Noahs Menschen, die zwar sahen, was Noah tat und auch hörten, was Noah ihnen zu sagen hatte, aber vielleicht auf ein sicheres Zeichen warteten. Dieses Zeichen kam dann auch, doch leider in der Verwirklichung dessen, was ihnen zuvor verkündet wurde. Diese, die mutmaßlich vom Schauen zum Glauben kommen wollten, sind samt denen, die überhaupt nicht geglaubt hatten, umgekommen. Mit der Botschaft der Apokalypse verhält es sich kein bißchen anders! Wer liest und glaubt, wird gehorchen und somit auch tuen und glückselig sein und weiterhin dies auch bleiben. Wer aber liest und auf Zeichen wartet, damit er dann glauben kann - der wird vielleicht noch die Worte im Sinn behalten, aber er wird ihnen nicht gehorchen. Auch ist einem solchen keinerlei Glückseligkeit verheißen.

25. Oktober 2015 - VK-Red.