Und er sprach zu ihnen: »Geht hin in die ganze Welt und

Verkündet

das Evangelium der ganzen Schöpfung!«

‹Markus 16:15›

Biblischer Studienartikel

THÄRIA - die Tiere der Apokalypse

Obligatorische Lesebedingung!

»19 Den Geist dämpfet nicht, 20 die Weissagung verachtet nicht; 21 prüfet aber alles, und das Gute behaltet.«

1. Brief a. d. Thessalonicher 5:19-21

Mit der Weiterbetrachtung dieser Abhandlung bestätigst Du, werter Leser, obigen Vers gelesen zu haben und verpflichtest Dich, denselben auch zu beachten!

Einleitung

In der Apokalypse unseres Herrn Jesus Christus begegnen uns drei Tiere, die die Geschicke der Menschen zur Zeit ihrer jeweiligen Präsenz elementar beeinflussen. Mit elementar ist nicht weniger gemeint als die Frage, ob jemandes Name im Buch des Lebens verzeichnet steht oder nicht! Somit beeinflußt die Stellung des Einzelnen zu den einzelnen Tieren und ihrem Wirken, das persönliche, ewige Los. Aus diesem Grunde ist es von existenzieller Bedeutung, möglichst viel über diese Tiere zu wissen. Dieser Artikel versucht die biblischen Fakten zu sichten und ein Bild der einzelnen Tiere zu zeichnen, sowie auf die Gefahren hinzuweisen, die von ihnen ausgehen.

Begriffsklärung

Mit thärion wird im biblischen Grundtext [GT] der Bücher des Neuen Bundes [BNB], dem Textus Receptus [TR], ein Tier bezeichnet. Der Plural lautet thäria. Wir finden dieses Nomen 46 Mal im TR, wobei die meisten Fundstellen auf die Apokalypse (Offenbarung) und dort auf die Kapitel 13 u. 17 entfallen. Gemoll führt hierzu aus (kein wörtl. Zitat): neutrales Deminutivum zu thär 1. wildes Tier. 2. Tier, Geschöpf, auch vom Menschen. Die Apokalypse spricht also von einer Kreatur mit (wild)tierhaften Eigenschaften. In den BNB wird thärion auch für gewöhnliche Tiere verwendet, wie beispielsweise in: Mk1:13; At10:12, 11:6, 28:4 u. 5, Hbr12:20, Jk3:7, Ak6:8. Somit ist der Begriff thärion an sich nicht charakteristisch für ein außergewöhnliches Geschöpf, sondern es wird vielmehr durch die auszeichnenden Eigenschaften zu einem solchen. Wir beginnen mit einer Vorstellung der Tiere in der Reihe ihrer Erscheinung in der Apokalypse.

Tier I.

1 Und ich trat an den Sand des Meeres und sah ein Tier aus dem Meer(a) steigen, das hatte sieben Häupter(b) und zehn Hörner(c) und auf seinen Hörnern zehn Kronen(d) und auf seinen Häuptern Namen der Lästerung(e). 2 Und das Tier, daß ich sah, war gleich einem Parder(f) und seine Füße wie Bärenfüße(g) und sein Mund wie eines Löwen Mund(h). Und der Drache gab ihm seine Kraft(i) und seinen Stuhl(j) und große Macht(k). 3 Und ich sah seiner Häupter eines(l1), als wäre es tödlich wund(l2); und seine tödliche Wunde ward heil(l3). Und der ganze Erdboden verwunderte sich des Tieres(m1); 4 und sie beteten den Drachen an(m2), der dem Tier die Macht gab(m3), und beteten das Tier an(m4) und sprachen: Wer ist dem Tier gleich, und wer kann mit ihm kriegen(m5)? 5 Und es ward ihm gegeben ein Mund(n1), zu reden große Dinge(n2) und Lästerungen(n3), und ward ihm gegeben, daß es mit ihm währte zweiundvierzig Monate lang(o). 6 und es tat seinen Mund auf zur Lästerung gegen Gott(p1), zu lästern seinen Namen(p2) und seine Hütte(p3) und die im Himmel wohnen(p4). 7 Und ward ihm gegeben, zu streiten mit den Heiligen(q1) und sie zu überwinden(q2); und ward ihm gegeben Macht(r1) über alle Geschlechter(r2) und Sprachen(r3) und Heiden(r4).

Ak13:1-7

Kurze Zusammenfassung der Merkmale:

Tier II.

11 Und ich sah ein anderes Tier aufsteigen aus der Erde(a); das hatte zwei Hörner gleichwie ein Lamm(b1) und redete wie ein Drache(b2). 12 Und es übt alle Macht(c1) des ersten Tiers vor ihm(c2); und es macht(d1), daß die Erde(d2) und die darauf wohnen(d3), anbeten das erste Tier(d4), dessen tödliche Wunde heil geworden war(d5); 13 und tut große Zeichen(e1), daß es auch macht Feuer vom Himmel fallen(e2) vor den Menschen(e3); 14 und verführt, die auf Erden wohnen(e4), um der Zeichen willen(e5), die ihm gegeben sind zu tun vor dem Tier(e6); und sagt denen, die auf Erden wohnen(f1), daß sie ein Bild machen(f2) sollen dem Tier, das die Wunde vom Schwert hatte und lebendig geworden war(f3). 15 Und es ward ihm gegeben, daß es dem Bilde des Tiers den Geist gab(f4), daß des Tiers Bild redete(f5) und machte, daß alle, welche nicht des Tiers Bild anbeteten(g1), getötet würden(g2). 16 Und es macht(h1), daß die Kleinen(h2) und die Großen(h3), die Reichen(h4) und die Armen(h5), die Freien(h6) und die Knechte(h7) – allesamt sich ein Malzeichen(i1) geben an ihre rechte Hand(i2) oder an ihre Stirn(i3), 17 daß niemand(j1) kaufen(j2) oder verkaufen(j3) kann, er habe denn das Malzeichen(k1), nämlich den Namen des Tiers(k2) oder die Zahl seines Namens(k3).

Ak13:11-17

Kurze Zusammenfassung der Merkmale:

Tier III.

Beginnen wir auch hier mit der Beschreibung:

3 Und er brachte mich im Geist in die Wüste. Und ich sah ein Weib sitzen auf einem scharlachfarbenen Tier(a1), das war voll Namen der Lästerung(a2) und hatte sieben Häupter(a3) und zehn Hörner(a4).

Ak17:3

Und weiter:

8 Das Tier(b1), das du gesehen hast, ist gewesen(b2) und ist nicht(b3) und wird wiederkommen(b4) aus dem Abgrund(c1) und wird fahren in die Verdammnis(c2), und es werden sich verwundern, die auf Erden wohnen, deren Namen nicht geschrieben stehen in dem Buch des Lebens von Anfang der Welt, wenn sie sehen das Tier, daß es gewesen ist und nicht ist und dasein wird. 9 Hier ist der Sinn, der zur Weisheit gehört! Die sieben Häupter(d1) sind sieben Berge(d2), auf welchen das Weib sitzt, und sind sieben Könige(d3). 10 Fünf sind gefallen(d4), und einer ist(d5), und der andere ist noch nicht gekommen(d6); und wenn er kommt, muß er eine kleine Zeit bleiben. 11 Und das Tier(e1), das gewesen(e2) und ist nicht(e3), das ist der achte(e4) und ist von den sieben(e5) und fährt in die Verdammnis(e6). 12 Und die zehn Hörner(f1), die du gesehen hast, das sind zehn Könige(f2), die das Reich noch nicht empfangen haben(f3); aber wie Könige werden sie eine Zeit Macht empfangen mit dem Tier(f4). 13 Die haben eine Meinung und werden ihre Kraft und Macht geben dem Tier(f5). 14 Diese werden streiten mit dem Lamm(g1), und das Lamm wird sie überwinden(g2) (denn es ist der Herr aller Herren und der König aller Könige) und mit ihm die Berufenen und Auserwählten und Gläubigen. 15 Und er sprach zu mir: Die Wasser, die du gesehen hast, da die Hure sitzt, sind Völker und Scharen und Heiden und Sprachen. 16 Und die zehn Hörner(h1), die du gesehen hast, und das Tier(h2), die werden die Hure hassen(h3) und werden sie einsam machen und bloß(h4) und werden ihr Fleisch essen(h5) und werden sie mit Feuer verbrennen(h6). 17 Denn Gott hat's ihnen gegeben in ihr Herz(i1), zu tun seine Meinung(i2) und zu tun einerlei Meinung(i3) und zu geben ihr Reich dem Tier(i4), bis daß vollendet werden die Worte Gottes(i5).

Ak17:8-17

Auch hier eine Zusammenfassung der Merkmale:

Gegenüberstellung mit den Tieren aus dem Buch Daniel

Dem Bibelleser kommt beim Betrachten von Tier I. u. Tier III. unweigerlich die Prophezeiung des Propheten Daniel von den vier Tieren in den Sinn, welche wir in Dn7:3-8 finden:

3 Und vier große Tiere(a) stiegen heraus aus dem Meer(b), ein jedes anders denn das andere. 4 Das erste wie ein Löwe(c1) und hatte Flügel wie ein Adler(c2). Ich sah zu, bis daß ihm die Flügel ausgerauft wurden(c3); und es ward von der Erde aufgehoben(c4), und es stand auf zwei Füßen wie ein Mensch(c5), und ihm ward ein menschlich Herz gegeben(c6). 5 Und siehe, das andere Tier hernach war gleich einem Bären(d1) und stand auf der einen Seite(d2) und hatte in seinem Maul(d3) unter seinen Zähnen(d4) drei große, lange Zähne(d5). Und man sprach zu ihm: Stehe auf und friß viel Fleisch(d6)! 6 Nach diesem sah ich, und siehe, ein anderes Tier, gleich einem Parder(e1), das hatte vier Flügel wie ein Vogel auf seinem Rücken(e2), und das Tier hatte vier Köpfe(e3); und ihm ward Gewalt gegeben. 7 Nach diesem sah ich in diesem Gesicht in der Nacht, und siehe, das vierte Tier war greulich(f1) und schrecklich(f2) und sehr stark(f3) und hatte große eiserne Zähne(f4), fraß um sich(f5) und zermalmte(f6), und das übrige zertrat's mit seinen Füßen(f7); es war auch viel anders denn die vorigen und hatte zehn Hörner(f8). 8 Da ich aber die Hörner schaute, siehe, da brach hervor zwischen ihnen ein anderes kleines Horn(g1), vor welchen der vorigen Hörner drei ausgerissen wurden(g2); und siehe, dasselbe Horn hatte Augen wie Menschenaugen und ein Maul(g3), das redete große Dinge(g4).

Daniel 7:3-8

Wir benennen die vier beschriebenen Tiere, um einfacher auf sie Bezug nehmen zu können der Reihe nach mit: Tier D1 (der babylonische Löwe c1-c6), Tier D2 (der medo-persische Bär d1-d6), Tier D3 (der griechische Leopard e1-e3) u. Tier D4 (der römische Eisenzahn f1-g4). Wir finden folgende Übereinstimmungen:

Betrachten wir jetzt als Nächstes die Tiere D1 bis D4 ein wenig genauer.

Bedeutung der Tiere bei Daniel

Die primäre Frage, die auf eine befriedigende Antwort wartet, ist wohl die nach der Bedeutung dieser Tiere. Bislang hat noch kein Mensch solche Tiere, aus egal welchem Meer auch immer, heraufsteigen sehen. Was also bedeuten diese Tiere? Zuerst etwas zur Begriffsklärung: Luther 1912 übersetzt das aram. chewa´ mit Tier, obgleich es im Einklag mit dem hebr. chaj einfach nur Leben bedeutet. Mit Tier (gr. thärion) übersetzt die Septuaginta (LXX) das aram. Grundtextwort (GTW). So ist auch im himmlischen Thronsaal (Ak4:6) von vier Leben die Rede und nicht von Tieren. Soviel zu den sprachlichen Besonderheiten. Was haben also diese Leben oder Tiere, wie LXX übersetzt, zu bedeuten?

Diese Tiere stehen, wie schon erwähnt, der Reihe nach für:

Wie kommen wir aber zu einem solchen Ergebnis? Zur Begründung: der Prophet Daniel wurde unter babylonischer Herrschaft von Jerusalem nach Babylon deportiert und diente dort am babylonischen Hof als ranghoher Beamte aufgrund der gnädigen Zuwendung El Schaddais, der ihn und seine drei Gefährten wegen ihrer Gottestreue erhöhte (Dn1-2). Daniel sah in dieser nächtlichen Vision im Grunde eine Wiederholung der Vision, die einst der König Nebukadnezar im Traum als Standbild gesehen hatte:

31 Du, König, sahst, und siehe, ein großes und hohes und sehr glänzendes Bild stand vor dir, das war schrecklich anzusehen. 32 Des Bildes Haupt war von feinem Golde, seine Brust und Arme waren von Silber, sein Bauch und seine Lenden waren von Erz, 33 seine Schenkel waren Eisen, seine Füße waren eines Teils Eisen und eines Teils Ton.

Dn2:31-33

Einige Verse später lesen wir in der Auslegung des Traumes:

36 Das ist der Traum. Nun wollen wir die Deutung vor dem König sagen. 37 Du, König, bist ein König aller Könige, dem der Gott des Himmels Königreich, Macht, Stärke und Ehre gegeben hat 38 und alles, da Leute wohnen, dazu die Tiere auf dem Felde und die Vögel unter dem Himmel in deine Hände gegeben und dir über alles Gewalt verliehen hat. Du bist das goldene Haupt.

Dn2:36-38

In seiner nächtlichen Schau sieht Daniel lediglich eine andere Art der Darstellung dieser vier Reiche, die nacheinander auf der Weltbühne erscheinen werden. Diese Vision hatte Daniel nach seinen eigenen Angaben im ersten Jahr der Regierung des babylonischen Königs Belsazar (Dn7:1), dessen Niedergang Daniel auch vorhersagte u. miterlebte (Dn5). Die Frage nach der Bedeutung dieser Tiere beantwortet uns die Bibel selbst: es sind Reiche (Dn2:36-40), Königreiche (aram. malchu). Betrachten wir jetzt kurz diese Reiche der Reihe nach und versuchen wir ein wenig die Beschreibung der einzelnen zu interpretieren:

D1. Babylon, der Löwe

In Dn2:37 wird dem König Nebukadnezar von Daniel mitgeteilt, daß er sein Königreich von Gott selbst empfangen hatte. Darüber hinaus erfuhr Nebukadnezar von El Schaddai selbst eine Lektion am eigenen Leibe, um ihn zu demütigen und ihm zu zeigen, wer über allen Menschen u. menschl. Machthabern thront u. regiert (Dn4). Der Löwe (c1) ist bekannt als der König der Tiere. Ihm werden Majestät u. Stärke zugeschrieben. Die Adlerflügel (c2) stehen wohl für Schnelligkeit u. Leichtigkeit, so wie ein Adler sich mühelos in große Höhen aufschwingen kann, um dann unverhofft u. pfeilschnell herunterzustoßen. Wie schon angesprochen, so sind die Merkmale (c3 u. c4) auf die persönliche Demütigung Nebukadnezars durch El Schaddai selbst, wie auch auf seine Rolle in der Züchtigung des Bundesvolkes Gottes, zu sehen.

D2. Medo-Persien, der Bär

Den Ausführungen nach, muß das medo-persische Reich viele Menschenleben gefordert haben. Der Vergleich mit einem Bären (d1) spricht für ein starkes gefräßiges Reich (d6). Der Vollständigkeit halber sei noch zu bemerken, daß der Bär zwischen seinen Zähnen (aram. schen) drei Rippen (aram. chalach) hielt (d3-d5).

D3. Griechenland, der Leopard

Der Parder (Panther od. Leopard) (e1) ist eine leichtere u. auch schnellere Raubkatze, als der Löwe. Die Vogelflügel (e2) symbolisieren auch hier Schnelligkeit u. Leichtigkeit. Die vier Köpfe (e3) stehen wohl für den späteren Zerfall der griechischen Reiches (Diadochenreiche) nach dem Tod Alexanders, des Großen. Die Teilgebiete Mazedonien, das Reich von Pergamon, die Seleukiden und die Ptolemäer, die Ägypten beherrschten, wurden nach u. nach von dem vierten Tier gefressen.

D4. Rom, das greuliche, schreckliche u. sehr starke Tier

Dieses Weltreich hatte bislang die größte Ausdehnung und hatte auch die meisten Völker, Stämme u. Nationen unterjocht. Deshalb wird es wohl auch derart beschrieben (f1-g4). Was es mit den Hörnern (f8, g1-g2) genau auf sich hat, kann hier nicht sicher beantwortet werden, aber eine mögliche Erklärung wäre diese: Das römische Imperium brachte zehn Mächte hervor, die den imperialistischen Gedanken aufrecht erhielten. Es sei hiermit nicht gesagt, daß nur diese Staaten imperialistisch dachten od. handelten, sondern daß diese zehn aus Rom hervorgingen. In alphabethischer Reihenfolge: Belgien, Deutschland, England, Frankreich, Italien, Niederlande, Österreich, Portugal, Spanien, Ungarn. Diese zehn Staaten unterhielten Kolonien, was hier als das Indiz imperialistischen Agierens gedeutet wird. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, daß Ungarn innerhalb der K u. K-Moarchie zu sehen ist. Drei dieser Nachfolgestaaten expandierten dann in Nordamerika, nämlich England, Frankreich u. Spanien und hatten dort die Vormachtstellung inne. Diese wurden dann vor dem kleinen Horn ausgebrochen u. es entstanden die USA. – Die Rolle der USA auf der Weltbühne muß hier nicht näher betrachtet werden und es wird hier dem Leser einfach unterstellt, zu wissen, daß die USA für sich den alleinigen Weltmachtstatus in unseren Tagen beanspruchen (g3-g4) und dementsprechend auch agieren. Zudem steht die Neue Weltordnung (NWO) auf ihrer Agenda. – In dem Wikipediaartikel über die Geschichte der Vereinigten Staaten (von Amerika), werden neben den drei ebengenannten Kolonialmächten auch noch die Niederlande, Rußland u. Schweden erwähnt, die aber, so der Artikel weiter, nicht so ambitioniert, wie die anderen drei waren. Somit gibt es eine mögliche Erklärung für die Bewandnis der Hörner.

An dieser Stelle erhebt sich die Frage, wie hier die Ansicht vertreten werden kann, daß die Macht des vierten Tieren in unsere Zeit hineinreicht. Hierzu lesen wir ebenfalls im Buch Daniel:

9 Solches sah ich, bis daß Stühle gesetzt wurden; und der Alte setzte sich. Des Kleid war schneeweiß, und das Haar auf seinem Haupt wie reine Wolle; sein Stuhl war eitel Feuerflammen, und dessen Räder brannten mit Feuer. 10 Und von ihm her ging ein langer feuriger Strahl. Tausend mal tausend dienten ihm, und zehntausend mal zehntausend standen vor ihm. Das Gericht ward gehalten, und die Bücher wurden aufgetan. 11 Ich sah zu um der großen Reden willen, so das Horn redete; ich sah zu bis das Tier getötet ward und sein Leib umkam und ins Feuer geworfen ward 12 und der anderen Tiere Gewalt auch aus war; denn es war ihnen Zeit und Stunde bestimmt, wie lange ein jegliches währen sollte. 13 Ich sah in diesem Gesicht des Nachts, und siehe, es kam einer in des Himmels Wolken wie eines Menschen Sohn bis zu dem Alten und ward vor ihn gebracht. 14 Der gab ihm Gewalt, Ehre und Reich, daß ihm alle Völker, Leute und Zungen dienen sollten. Seine Gewalt ist ewig, die nicht vergeht, und sein Königreich hat kein Ende.

Dn7:9-14

Wir wissen zuverlässig, daß das römische Reich noch in voller Blüte stand, als der Apostel Johannes die Apokalypse unseres Herrn Jesus Christus erhielt – von unserem Herrn Jesus haben wir gerade in den Versen 13 u. 14 gelesen. – Somit muß das Ende des vierten Tieres (Rom), sowohl vom Standpunkt Daniels, wie auch von dem des Apostel Johannes aus, noch in der Zukunft liegen. Mit anderen Worten: Die Verse 13 u. 14 bilden nicht die chronologische Fortsetzung der vorgehenden Bibelverse. Es verhält sich vielmehr so, daß mit Vers 12 ein Gedanke endet u. mit Vers 13 ein neuer beginnt, obgleich sich diese, zeitlich betrachtet, aber auch überschneiden. Wir werden aber noch später auf Rom zurückkommen.

Ein Letztes noch zu diesen vier Tieren: sie kamen alle aus dem Meer. Was aber soll diese Formulierung bedeuten? Eine mögliche Erklärung wäre, daß sich diese Reiche wie Wasser über andere Völker ergossen und sie überfluteten. Als beispielsweise Abraham auf El Schaddais Geheiß das chaldäische Ur verließ, um ins das Land der Verheißung zu ziehen, war Babylon (Chaldäa) noch keine Weltmacht – es wohnte in seinen eigenen Grenzen, bis daß es dann über seine Ufer quoll und viele Völker unter sich begrub. Vielleicht ist dies eine hinreichende Erklärung, warum diese Reiche aus dem Meer heraufstiegen.

Ähnlichkeiten u. Verschiedenheiten

Welche Zusammenhänge lassen sich anhand der bislang gewonnenen Erkenntnisse zwischen den einzelnen Tieren erkennen? Auf den ersten Blick bestehen große Ähnlichkeiten zwischen Tier I. u. Tier III. (Apokalypse), aber auch zwischen Tier I. und den Tieren D1 bis D4. Beginnen wir mit der Gegenüberstellung von Tier I. und den Tieren D1 bis D4. Im Grunde können wir sagen, daß wir in Tier I. alle Tiere D1 bis D4 wiederfinden. Allein die Flügel (Tiere D1 u. D3) u. die eisernen Zähne (Tier D4) finden wir nicht bei Tier I. Aber auch bei der Gegenüberstellung von Tier I. mit Tier III. stellen wir auffallende Ähnlichkeiten fest. Die beiden Tiere scheinen lediglich in der Farbe zu differieren. Das einzige Tier, das hier gar nicht hineinzupassen scheint, ist das Tier II. Aufgrund der scheinbar großen Ähnlichkeiten von Tier I. u. Tier III. wirft sich die Frage auf, ob diese beiden Darstellungen nicht lediglich ein u. dasselbe Tier beschreiben. Beginnen wir die vermeintliche Auflösung bei dem Tier I.

Die Bedeutung des Tieres I.

Das Tier I. symbolisiert das Herrschaftssystem Satans. Dieses System ist gekennzeichnet von Tyrannei und Unterdrückung. Die raubtierhaften Wesenszüge der Tiere D1 bis D4, sowie die Beschreibung von Tier I., lassen unschwer das Böse erkennen, das hier am Wirken ist. Wir werden dieses Tier wohl nie zu Gesicht bekommen, sondern lediglich seine Gegenwart verspüren. Doch wann wird diese eintreten? Die Heilung der tödlichen Kopfverletzung und die Bewunderung durch die Menschen wird deutliches Zeichen seiner Gegenwart werden (Ak13:3). Wir müssen als Nächstes die Identität der Köpfe (Häupter) und auch die des tödlich verwundeten Kopfes klären.

Die sieben Weltreiche

Der Nabel oder das Zentrum der Erde ist Jerusalem! Diese Feststellung ist ein Schlüsselgedanke für die nachfolgenden Schlußfolgerungen und sollte nie außer Acht gelassen werden. Stellen wir uns nur die einfache Frage: »Welche Weltmächte beeinflußten die Geschicke des Bundesvolkes El Schaddais, des Volkes Israel?« Wir erhalten als Antwort diese Liste von sieben Weltmächten in der Reihenfolge ihrer Einflußnahme: Ägypten, Assyrien, Babylon, Medo-Persien, Griechenland, Rom u. das Osmanische Reich. Diese sieben Weltmächte beeinflußten im Laufe der Geschichte Israel. Als der Apostel Johannes die Apokalypse erhielt wurde ihm in Verbindung mit Tier III. unter anderem gesagt:

9 Hier ist der Sinn, zu dem Weisheit gehört! Die sieben Häupter sind sieben Berge, auf welchen das Weib sitzt, und sind sieben Könige. 10 Fünf sind gefallen, und einer ist, und der andere ist noch nicht gekommen; und wenn er kommt, muss er eine kleine Zeit bleiben. 11 Und das Tier, das gewesen ist und nicht ist, das ist der achte und ist von den sieben und fährt in die Verdammnis.

Ak17:9-11

Wer weiß heutzutage nicht, daß das antike Rom auf sieben Hügeln gegründet wurde? Die Namen in der Reihenfolge ihrer Auflistung im Wikipediaartikel Rom: Palatin, Aventin, Kapitol, Quirinal, Viminal, Esquilin und Caelius. Diese sieben Hügel bilden lediglich eine der Bedeutungen der sieben Köpfe des Tieres III. Die andere Bedeutung ist die der sieben Könige. Hier wird präzise in die Zeit des Apostels Johannes gesprochen gesagt, daß bereits fünf dieser Könige gefallen sind (Ägypten bis Griechenland) und einer gerade an der Macht ist (Rom) und noch einer kommen wird (Osmanisches Reich). Darüber hinaus wird das Tier III. selbst noch ein achter König sein. Hierzu ausführlich später.

Wir haben also für’s erste die sieben Weltreiche identifiziert und wollen als nächstes Wissen, welcher der sieben Köpfe des Tieres I. tödlich verwundet wurde, besser: für welches Weltreich der verwundete Kopf steht. Die Antwort kann nur Rom lauten und dies aus folgenden, einleuchtenden Gründen: Mit dem Niedergang Roms erlitt das satanische System in der Tat einen harten Schlag, denn Rom war bislang das größte Imperium, das diese Erde in ihrer Geschichte gesehen hatte. Seine größte Ausdehnung hatte es um das Jahr 117 unserer Zeitrechnung unter Caesar Trajan. Keines der fünf Weltreiche zuvor, noch das Osmanische Reich danach, haben es Rom an geographischer Ausdehnung gleich getan oder es gar überboten. Seit Beendigung des ersten Weltkrieges, mit der die Aufteilung des Osmanischen Reiches einherging, formiert sich das römische Reich langsam aber stetig neu und hat in den USA einen weiteren riesigen geographischen Zuwachs erhalten. Wir können hieran die Vorzeichen für die Heilung der tödlichen Kopfverletzung des Tieres I. deutlich sehen. Allerdings ist es noch nicht soweit, denn die erwähnte Verwunderung der Erde ist noch nicht sichtbar und die Anbetung des Drachen (Satan) noch nicht obligatorisch.

Ein weiterer Aspekt: Das gesamte westliche System ist auf dem römischen gegründet. Die lateinische Sprache ist die gemeinsame Wurzel der Amerikaner, Engländer, Franzosen, Portugiesen u. Spanier. Auch das Römische Recht beeinflußt bis zum heutigen Tage Denken u. Handeln der Weltgemeinschaft. Hierzu ein Zitat aus dem Wikipediaartikel Römisches Recht:

»Als römisches Recht bezeichnet man zunächst das Recht, das in der Antike in der Stadt Rom und später im ganzen römischen Weltreich galt. Die im Corpus Iuris Civilis gesammelten Quellen des antiken römischen Rechts wurden im Mittelalter vornehmlich in Bologna wiederentdeckt und bis ins 19. Jahrhundert in den meisten Staaten Europas als maßgebliche Rechtsquellen betrachtet. Daher kann man auch die Rechtsordnung, die im Mittelalter und in der frühen Neuzeit auf dem europäischen Kontinent galt, als römisches Recht bezeichnen. Während viele andere Errungenschaften der Antike ursprünglich von den Griechen stammen und von den Römern nur übernommen wurden, ist das römische Recht eine originäre Schöpfung der Römer ohne griechische Vorbilder. …«

Während die anderen ehemaligen Weltreiche ihren Einfluß über die eigenen Staatsgrenzen hinaus fast gänzlich eingebüßt haben, weitet Rom von Tag zu Tag seinen Einfluß stetig aus. Das Tier I. ist also die Verkörperung des tyrannischen satanischen Systems, welches sich in naher Zukunft für zweiundvierzig Monate über alle Stämme, Zungen (Sprachen) u. Nationen erheben wird (Ak13:5, 7).

Die Bedeutung des Tieres II.

Ganz anders als die Tiere D1 bis D4 u. Tier I., aber auch Tier III. steigt Tier II. aus der Erde herauf. Dies sehen Ausleger der Bibel als Indiz dafür, daß dieses Tier aus Israel aufstehen wird. Ob dem so ist, werden wir sehen. Sein Aufstieg aus der Erde mag möglicherweise einfach nur anzeigen, daß dieses Tier keine Weltmacht, sondern lediglich einen Regenten, bzw. eine Regierung darstellt. Wichtig für unsere Betrachtungen hier, ist aber vielmehr die große Gefahr für uns Christen, aber auch für jeden anderen Menschen, die gerade von diesem Tier ausgeht. Dieses Tier redet wie der Drache – verlogen u. betrügerisch – und nimmt direkten Einfluß auf die Menschen unter Androhung von Tod u. existentieller Zerstörung im Falle des Nichtgehorsams (Ak13:12-17). Interessanterweise wird dieses Tier nur hier in Ak13:11-18 als Tier bezeichnet und beschrieben. Später ist dann die Rede von einem falschen Propheten und zwar in Ak16:13, Ak19:20 u. Ak20:10. Von den drei genannten Bibelstellen ist der Vers Ak19:20 der wichtigste für unsere Betrachtungen:

20 Und das Tier ward gegriffen und mit ihm der falsche Prophet, der die Zeichen tat vor ihm, durch welche er verführte, die das Malzeichen des Tiers nahmen und die das Bild des Tiers anbeteten; lebendig wurden diese beiden in den feurigen Pfuhl geworfen, der mit Schwefel brannte.

Ak19:20

Hier wird die Tätigkeit des falschen Propheten erwähnt und diese Erwähnung deckt sich mit der Beschreibung aus Ak13:12-17:

12 Und es übt alle Macht des ersten Tiers vor ihm; und es macht, dass die Erde und die darauf wohnen, anbeten das erste Tier, dessen tödliche Wunde heil geworden war; 13 und tut große Zeichen, dass es auch macht Feuer vom Himmel fallen vor den Menschen; 14 und verführt, die auf Erden wohnen, um der Zeichen willen, die ihm gegeben sind zu tun vor dem Tier; und sagt denen, die auf Erden wohnen, dass sie ein Bild machen sollen dem Tier, das die Wunde vom Schwert hatte und lebendig geworden war. 15 Und es ward ihm gegeben, dass es dem Bilde des Tiers den Geist gab, dass des Tiers Bild redete und machte, dass alle, welche nicht des Tiers Bild anbeteten, getötet würden. 16 Und es macht, dass die Kleinen und die Großen, die Reichen und die Armen, die Freien und die Knechte – allesamt sich ein Malzeichen geben an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn, 17 dass niemand kaufen oder verkaufen kann, er habe denn das Malzeichen, nämlich den Namen des Tiers oder die Zahl seines Namens.

Ak13:12-17

Somit wäre die Identität des Tieres II. zweifelsfrei geklärt. Woher, also aus welchem Stamm oder welcher Zunge oder welcher Nation es letztendlich kommen wird, bleibt abzuwarten. Die Bibel bezeichnet dieses Tier als falschen Propheten. Es wird große Macht haben und versuchen die Menschen ins Verderben zu stürzen. Dieses Tier wird für uns sichtbar agieren. Ob es eine Einzelperson sein wird, wie manche auf einen sog. Antichristen warten, kann hier nicht gesagt werden – steht so nicht geschrieben. Möglicherweise handelt es sich auch um eine Regierung, bestehend aus mehreren Personen. Dieser Ansicht könnte man aufgrund der beiden Hörner dieses Tieres sein (Ak13:11), wenn man die Zahl der Hörner mit einer Quantität von Repräsentanten in Verbindung bringt. Wie dem auch sein mag: sich auf das Tier II. einzulassen bringt den Menschen um die ewige Erlösung!

Die Bedeutung des Tieres III.

Auf den ersten Blick könnte man meinen, daß dieses dritte Tier lediglich eine andere Schau auf Tier I. darstellt. Diese Ansicht ist aber falsch. Dieses Tier weist in der Tat Gemeinsamkeiten mit Tier I., aber auch mit dem Drachen auf:

3 Und es erschien ein anderes Zeichen im Himmel, und siehe, ein großer, roter Drache, der hatte sieben Häupter und zehn Hörner und auf seinen Häuptern sieben Kronen; …

Ak12:3

Sind aber diese Gemeinsamkeiten eher als Indiz für die gemeinsame Herkunft von Tier I. u. III. oder vielmehr als deren Identitätsgleichheit zu deuten? Meines Erachtens zeigen die Gemeinsamkeiten auf den gemeinsamen Ursprung, aber nicht auf Identitätsgleichheit, denn wie groß die Unterschiede zwischen den Tieren in der Tat sind, zeigt diese Gegenüberstellung:

Merkmale d. Gestalt

Drache

Tier I.

Tier II.

Tier III.

feurig (rot)

X

scharlachfarben

X

sieben Köpfe

X

X

X

zwei, Lamm gleiche, Hörner

X

zehn Hörner

X

X

X

sieben Diademe

X

zehn Diademe

X

Lästerungen auf den Köpfen

X

Lästerungen am ganzen Leib

X

Leopardenleib

X

Bärenfüße

X

Löwenmund

X

Todeswunde an einem Kopfe, die heilt

X

kommt aus dem Meer

X

kommt aus der Erde

X

kommt aus dem Abgrund

X

Lediglich in zwei Punkten – den sieben Köpfen u. den zehn Hörnern, herrscht zwischen Tier I. u. III. Deckungsgleichheit. In den restlichen Punkten existiert lediglich Ähnlichkeit. Auffallend ist beispielsweise, daß das Tier III. gar keinen Kopfschmuck (Diademe) trägt. Weitere, in der Tabelle nicht gezeigte Eigenschaften, über welche wir jetzt nachdenken wollen, grenzen die beiden Tiere noch deutlicher von einander ab:

Es war und ist nicht, obwohl es doch ist

8 Das Tier(b1), das du gesehen hast, ist gewesen(b2) und ist nicht(b3) und steht im Begriff aufzusteigen(b4.1) aus dem Abgrund(c1) und wird fahren in die Verdammnis(c2), und es werden sich verwundern, die auf Erden wohnen, deren Namen nicht geschrieben stehen in dem Buch des Lebens von Anfang der Welt, wenn sie sehen das Tier(b1), dass es gewesen ist(b2) und nicht ist(b3) wiewohl (es) ist(b4.2). 9 Hier ist der Sinn, zu dem Weisheit gehört! Die sieben Häupter sind sieben Berge, auf welchen das Weib sitzt, und sind sieben Könige(d3). 10 Fünf sind gefallen(d4), und einer ist(d5), und der andere ist noch nicht gekommen(d6); und wenn er kommt, muss er eine kleine Zeit bleiben. 11 Und das Tier(b1), das gewesen ist(b2) und nicht ist(b3), das ist der achte(e4) und ist von den sieben(e5) und fährt in die Verdammnis(c2).

Ak17:8-11

Bitte die fett-kursiven Stellen (b4.1 u. b4.2) im Vers 8 beachten. Diese Korrektur war vonnöten, da unsere Übersetzung hier das gr. mellō (b4.1), sowie das gr. kaiper (b4.2) nicht richtig wiedergibt. Der Gedanke, der hier geäußert wird, ist nicht der, daß dieses Tier gar nicht existiert, sondern vielmehr, daß es in den Abgrund untergetaucht ist. Dem Apostel Johannes wird das Tier III. gezeigt (Ak17) und dann wird ihm die Bedeutung (Identität) dieses Tieres erklärt. Achten wir hier bitte auf den Umstand, daß sich Johannes ca. im Jahre 96 unserer Zeitrechnung [u. ZR.] befindet, als ihm die Worte aus Ak17:8-11 gesagt werden. Er sieht also etwas zukünftiges, aber die Erklärung für das, was er sieht, wird in seine Zeit hineingesprochen. Für uns stellt sich also die Frage, wen symbolisiert dieses Tier, welches um 96 u. ZR. im Abgrund untergetaucht war? Noch einmal, um diese Aussage besser zu verstehen: Wollte der Bote (Engel) unserem Bruder, dem Apostel Johannes sagen, daß das Tier später auftauchen und dann untertauchen werde, um dann wiederum aufzutauchen, dann hätte formuliert werden müssen: »Das Tier, das du gesehen hast wird sein und dann nicht sein und wird wiederkommen aus dem Abgrund.« Merken wir den Unterschied? Es steht aber klar im GT, daß das Tier war und jetzt (zur Zeit des Johannes 96 u. ZR.) nicht ist! Wen symbolisiert also dieses Tier? Versuchen wir diese Frage, wie auch alle anderen auch, anhand der Bibel zu beantworten.

Blicken wir vom Standpunkt des Apostels Johannes in die Vergangenheit zurück, dann fallen uns zwei biblische Berichte aus den Anfängen der Menschheitsgeschichte auf: die Berichte über die Nephilim und über Nimrod. Beginnen wir mit den Nephilim:

Die Nephilim

4 Es waren auch zu den Zeiten Tyrannen(a) auf Erden; denn da die Kinder Gottes(b) zu den Töchtern der Menschen(c) eingingen und sie ihnen Kinder gebaren, wurden daraus Gewaltige(d) in der Welt und berühmte Männer.

Gn6:4

Die Kinder Gottes (b) sind genau genommen Söhne Gottes, also Geistgeschöpfe oder Engel. Diese materialisierten sich und gingen zu den Töchtern Adams (c) ein, wobei damit nicht gesagt wird, daß diese Töchter ausschließlich leibliche Töchter Adams waren. Adam steht auch für den von El Schaddai geschaffenen Menschen. Die Tyrannen (a) werden im Hebräischen als Nephilim bezeichnet. Dieses Nomen leitet sich von der Wurzel naphal ab, die mit fallen übersetzt wird. Somit handelt es sich bei den Nephilim um gefallene Geschöpfe. Diese Nephilim fanden dann in der Sintflut ihr Ende und wir können im folgenden Vers erkennen, daß die Menschen verdorben waren. In dieser Verderbtheit können wir leicht das satanische System ausmachen, representiert durch die Nephilim (Tier III.), welches dann in der Sintflut mitsamt seinen Großen in den Abgrund fuhr.

Nimrod

Einer der Enkels Hams, des Sohnes Noahs, war Nimrod, Sohn des Chus. Von Nimrod lesen wir:

8 Chus aber zeugte den Nimrod. Der fing an ein gewaltiger Herr zu sein auf Erden, 9 und war ein gewaltiger Jäger vor dem HErrn. Daher spricht man: Das ist ein gewaltiger Jäger vor dem HErrn wie Nimrod. 10 Und der Anfang seines Reiches war Babel, Erech, Akkad und Chalne im Lande Sinear. 11 Von dem Land ist er gekommen nach Assur und baute Ninive und Rehoboth-Ir und Kalah, 12 dazu Resen zwischen Ninive und Kalah. Dies ist die große Stadt.

Gn10:8-12

Dieser Nimrod ist der erste namentlich erwähnte Gewaltherrscher nach der Sintflut. Er gründete Babel, d.i. Babylon im Land Schinar. Und in eben diesem Land, in einer Ebene wollten die Menschen einen Turm bauen, dessen Spitze bis in den Himmel ragt (Gn11). Gehen wir einfach davon aus, daß Nimrod der Initiator des Turmbaus zu Babel war – es gibt zumindest keinen Grund, der gegen diese Annahme spricht – dann wurde mit der Sprachverwirrung wiederum dem satanischen Treiben Einhalt geboten und das Tier III., daß sich damals in Nimrod zeigte, in den Abgrund geschickt.

Die Nephilim oder Nimrod. Beide Ereignisse könnten die Präsenz des Tieres III. in der Vorzeit bedeutet haben. Meines Erachtens wiegen die Argumente für die Nephilim schwerer, als die für Nimrod, aber mehr kann ich hierzu nicht sagen. Eines ist aber klar: als der Apostel Johannes das Tier III. sah, war es noch im Abgrund und sollte auch von dort, wenn die Zeit erfüllt ist, wieder auftauchen.

Es kommt aus dem Abgrund

Im Gegensatz zu Tier I. steigt das Tier III. aus dem Abgrund herauf. Auch dies ist ein großer Unterschied. Mit Abgrund übersetzt unsere Übersetzung (Luther 1912) das gr. Abüssos. Nach Gemoll wird dies u. a. übersetzt mit: Abgrund, Stätte d. Toten, Abgrund d. Unendlichkeit. Es ist also eine unergründliche Tiefe, die der himmlischen Höhe diametral entgegengesetzt ist. Wir finden das GTW Abüssos insgesamt neunmal in den den BNB, wovon sieben Stellen auf die Apokalypse entfallen. Die Stelle aus Rm10:7 bringt Abüssos direkt und unmißverständlich mit dem Tod in Verbindung. Die anderen acht Bibelstellen lassen Abüssos eher als einen Ort der Gefangenschaft erscheinen. Es ist auch interessant, daß der Aufenthaltsort der Toten i. d. R. der Hades und nicht der Ort names Abüssos ist.

Diese beiden deutlichen Unterschiede sollen als Begründung für die hier vertretene Sicht ausreichend sein, daß das Tier III. nicht lediglich eine andere Sicht auf Tier I. darstellt.

Tier III. ist nicht das Bild des Tieres I.

Nachdem wir also deutlich zwischen Tier I. u. Tier III. unterschieden haben, müssen wir noch die Frage beantworten, ob nicht vielleicht das Tier III. mit dem Bild des Tieres I. identisch ist? Auch diese Annahme wird nicht von der Bibel gestützt! Die Ähnlichkeit der beiden Tiere haben wir ja bereits zur Genüge behandelt und wollen diese nicht erneut aufführen. Klar gegen die Ansicht, daß das Tier III. mit dem Bild des Tieres I. identisch ist, sprechen folgende Gründe:

Wenn sich die Sache mit Tier III. so, wie bislang dargelegt, verhält: Wer oder was ist das Tier III. dann?

Tier III. ist die Exekutive des Tieres I.

Diese Schlußfolgerung ist die einzige, die sich mit allen Bibelstellen über die Tiere in Einklang bringen läßt. Die Ähnlichkeit der beiden Tiere I. u. III. ist ihrem gemeinsamen Ursprung und der Verkörperung des satanischen Herrschaftssystems geschuldet. Darüber hinaus handelt das Tier III wiederholt, was wir von Tier I. nicht sagen können. Tier I. als Dynastie oder Herrschaft Satans muß nicht zwingend etwas tun. Es reicht, wenn es zum Handeln veranlaßt, wie dies ja in aller Regel auch die Könige der Geschichte oft getan haben: sie sandten ihre Truppen aus und konzentrierten sich dabei selbst auf die Repräsentanz ihrer Macht, ohne direkt in die Kampfhandlungen mit einzugreifen, obgleich dies auch vorkam. Wir sehen das Tier III. insgesamt dreimal aktiv handeln:

Ja, richtig gelesen: Das Tier III. tritt mit den zehn Königen in der Schlacht von Armageddōn gegen unseren Herrn Jesus Christus in den Kampf. Wie dies sein kann? Zur Begründung: Die Schlacht von Armageddōn wird lediglich nur einmal so bezeichnet erwähnt:

12 Und der sechste Engel goss aus seine Schale auf den großen Wasserstrom Euphrat; und das Wasser vertrocknete, auf dass bereitet würde der Weg den Königen vom Aufgang der Sonne(a1). 13 Und ich sah aus dem Munde des Drachen(b1) und aus dem Munde des Tiers(b2) und aus dem Munde des falschen Propheten(b3) drei unreine Geister gehen, gleich den Fröschen; 14 denn es sind Geister der Teufel, die tun Zeichen und gehen aus zu den Königen auf dem ganzen Kreis der Welt(a2), sie zu versammeln in den Streit auf jenen Tag Gottes, des Allmächtigen. 15 Siehe, ich komme wie ein Dieb. Selig ist, der da wacht und hält seine Kleider, dass er nicht bloß wandle und man nicht seine Schande sehe. 16 Und er hat sie versammelt an einen Ort, der da heißt auf hebräisch Harmagedon.

Ak16:12-16

Hier, in Apokalypse 16, lesen wir nicht von der Schlacht selbst, sondern lediglich von der Versammlung der Kriegsscharen Satans. Diese Versammlung erfolgt aufgrund der Tätigkeit des Satans (b1) zusammen mit Tier I. (b2) u. dem falschen Propheten (b3). Bleiben wir noch kurz bei den Königen vom Aufgang der Sonne (a1) stehen. Wer diese sind wird nicht näher erklärt, aber es gibt eine mögliche Erklärung: Wie schon eben gesagt, lesen wir hier nur von den Kriegsvorbereitungen zu Armageddōn und nicht von der Schlacht selbst. Die Könige von Sonnenaufgang kommen ja aus dem Osten. Die Ebene von Meggido (Meggido in der Jesreelebene), welches allgemein als der Ort der Schlacht von Armageddōn angenommen wird, liegt im Norden Israels und war gleichzeitig ein Handelsknotenpunkt, in dem sich wichtige Straßen trafen. Von Meggido aus gesehen liegt Babylon im Osten (Sonnenaufgang). Mit Blick auf die Vernichtung der Hure Babylon durch das Tier III. und dem eben gelesenen Bibeltext läßt sich folgendes Szenario konstruieren: Das Tier III. vernichtet in Koalition mit den zehn Hörnern (Königen) auf seinen Häuptern, die Hure Babylon in der Ebene Schinar. Anschließend begeben sich die Könige vom Aufgang der Sonne d. i. Osten, Richtung Meggido, um dort mit dem Lamm d. i. unser Herr Jesus Christus, zu kämpfen. Die in Vers 14 erwähnten Könige des Erdkreises (a2) müssen demnach die restlichen irdischen Machthaber sein, die sich zum Kampf gegen unseren Herrn Jesus Christus rüsten. Die Schlacht selbst wird dann hier beschrieben:

11 Und ich sah den Himmel aufgetan; und siehe, ein weißes Pferd. Und der darauf saß, hieß Treu und Wahrhaftig, und er richtet und streitet mit Gerechtigkeit. 12 Seine Augen sind wie eine Feuerflamme, und auf seinem Haupt viele Kronen; und er hatte einen Namen geschrieben, den niemand wusste denn er selbst. 13 Und er war angetan mit einem Kleide, das mit Blut besprengt war; und sein Name heißt „das Wort Gottes”. 14 Und ihm folgte nach das Heer im Himmel auf weißen Pferden, angetan mit weißer und reiner Leinwand. 15 Und aus seinem Munde ging ein scharfes Schwert, dass er damit die Heiden schlüge; und er wird sie regieren mit eisernem Stabe; und er tritt die Kelter des Weins des grimmigen Zorns Gottes, des Allmächtigen. 16 Und er hat einen Namen geschrieben auf seinem Kleid und auf seiner Hüfte also: Ein König aller Könige und ein Herr aller Herren. 17 Und ich sah einen Engel in der Sonne stehen; und er schrie mit großer Stimme und sprach zu allen Vögeln, die unter dem Himmel fliegen: Kommt und versammelt euch zu dem Abendmahl des großen Gottes, 18 dass ihr esset das Fleisch der Könige und der Hauptleute und das Fleisch der Starken und der Pferde und derer, die daraufsitzen, und das Fleisch aller Freien und Knechte, der Kleinen und der Großen! 19 Und ich sah das Tier und die Könige auf Erden und ihre Heere versammelt, Streit zu halten mit dem, der auf dem Pferde saß, und mit seinem Heer. 20 Und das Tier ward gegriffen und mit ihm der falsche Prophet, der die Zeichen tat vor ihm, durch welche er verführte, die das Malzeichen des Tiers nahmen und die das Bild des Tiers anbeteten; lebendig wurden diese beiden in den feurigen Pfuhl geworfen, der mit Schwefel brannte. 21 Und die andern wurden erwürgt mit dem Schwert des, der auf dem Pferde saß, das aus seinem Munde ging; und alle Vögel wurden satt von ihrem Fleisch.

Ak19:11-21

Diese eben gelesene Bibelstelle beschreibt die tatsächliche Schlacht von Armageddōn. Unser Herr der Herrlichkeit, König der Könige und Herr der Herren, Jesus Christus, der Logos El Schaddais, führt sein Heer gegen die Gegner, die sich bei Armageddōn gegen ihn versammelt haben (Ak19:11-16). Indes ruft ein Bote alle Vögel des Himmels zum großen Abendessen Gottes (Ak19:17-18). In dieser Schlacht finden sowohl Tier I., als auch der falsche Prophet (Tier II.) ihr Ende im Feuersee. Die restliche Heeresmacht der Gegner – dies wäre dann Tier III. – finden ihr Ende in Armageddōn und die Vögel der Himmel beseitigen ihre sterblichen Überreste. Der Satan allerdings wird gebunden für tausend Jahre in den Abgrund geworfen (Ak20:1-3) – das Millennium beginnt. Mit diesem Bericht endet auch jegliche weitere Berichterstattung über die Tiere oder über das Bild des Tieres I. – es ist alles ausgelöscht! Die Tiere sind ein für allemal verschwunden, vernichtet. Um es nochmals deutlich zu formulieren: Mit der Vernichtung von Tier I. fällt auch Tier III, das hier in Armageddōn die Streitkräfte des Tieres I. repräsentiert.

Zusammenfassung

Die Tiere I. bis III. sind Teil des satanischen Herrschaftssystems. Während Tier I. das Gesamtsystem repräsentiert, ist das Tier II. Sprachrohr des Tieres I. Es wird

Das Tier III. ist die Exekutive des Tieres I. und entfaltet militärische Stärke u. Gewalt. Letztendlich findet das gesamte satanische System sein Ende in der Schlacht von Armageddōn und wird nie mehr gesehen werden.

Schlußwort

Lieber Leser! Sei bitte an dieser Stelle an die anfängliche »obligatorische Lesebedingung« erinnert. Prüfe alles, was Du hier gelesen hast anhand der Bibel. Betrachte dieses Werk auch nicht als der Weisheit u. der Erkenntnis letzten Schluß, sondern als daß, was es in Wahrheit ist: ein Stückwerk. Sicherlich ist hier versucht worden, die Tiere so genau und so gut, wie irgend möglich, frei von persönlicher vorgefaßter Meinung oder was sonst zur Fehlleitung verleiten kann, zu beschreiben – aber dennoch ist es nur ein Versuch. Was noch wichtig wäre hier zu erwähnen: Es ist alle Anstrengung dahingehend unternommen worden, daß alle Bibelstellen, die mit dem Thema zu tun haben, hier ihre Erwähnung finden, denn: die Bibel widerspricht sich nicht. Ist sie doch das Wort El Schaddais, des Urhebers allen Seins, unseres Himmlischen Vaters. El Schaddai widerspricht sich nicht, auch lügt er nicht! Die Apokalypse ist uns gegeben worden, damit wir ihre Botschaft erfassen und verstehen können und damit wir vor den kommenden Dingen gewarnt seien.

März 2016 / VK-Red.

Wenn nicht anders vermerkt, sind die Bibelzitate der Luther-Übersetzung von 1912 aus BibleWorks 4.0 entnommen.

Verzeichnis häufig benutzter Begriffe in alphabethischer Reihenfolge:
BAB
Die Bücher des Alten Bundes, i. d. R. als ›Altes Testament‹ bezeichnet.
BNB
Die Bücher des Neuen Bundes, i. d. R. als ›Neues Testament‹ bezeichnet.
El Schaddai
Ein hier gern verwendeter Name für unseren Himmlischen Vater. Mit diesem Namen (Hoheits- u. Ehrentitel) stellt sich der Allmächtige in Gn17:1 dem Patriarchren Abraham (Abram) vor.
Gemoll
Gemoll - Griechisch-Deutsches Schul- u. Handwörterbuch.
GT
GrundText - ist der zitierte Bibeltext in der Originalsprache (Hebräisch / Aramäisch / Griechisch). Für Verkündet ist es die Masora oder der Textus Receptus.
GTW
GrundTextWort - ein zitiertes Wort aus dem GT.
Masora
Der hebräisch / aramäische Grundtext in der Fassung der BibleWorks-Ausgabe 4.0 (WTT).
Textus Receptus
Der griechische Grundtext in der Fassung der BibleWorks-Ausgabe 4.0 (SCR).
u. ZR.
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