Und er sprach zu ihnen: »Geht hin in die ganze Welt und

Verkündet

das Evangelium der ganzen Schöpfung!«

‹Markus 16:15›

VERKÜNDET Onlinepublikation

Versus Dispensationalismus

(von der unbiblischen Schriftzerlegung zur biblischen Auslegung)

Obligatorische Lesebedingung!

»19 Den Geist dämpfet nicht, 20 die Weissagung verachtet nicht; 21 prüfet aber alles, und das Gute behaltet.«

1. Brief a. d. Thessalonicher 5:19-21

Mit der Weiterbetrachtung dieser Abhandlung bestätigst Du, werter Leser, obigen Vers gelesen zu haben und verpflichtest Dich, denselben auch zu beachten!

Inhaltsübersicht

Einleitung

Kurzbeschreibung des Dispensationalismus
Der gefährliche Irrtum des Dispensationalismus
Was kein Dispensationalismus ist

Das Bibelbuch Joel

Zur Datierung
Kurzübersicht
Über Sinn u. Zweck der Prophetie
Prophezeit Joel über die Endzeit?

I. Die assyrische Invasion

Invasion I. Gazam
Invasion II. Arbeh
Invasion III. Jeleq
Invasion IV. Chasil

II. Der ausgesetzte Opferdienst

III. Die Erfüllung von Joel 3:1-5

Einschub zur Konkordanz
Das Ende des Mosaischen Äons
Einschub zur Ewigkeit
Der Mosaische Äon endete 70 u.ZR.
Weiteres zum Mosaischen Äon

Die letzte der 70 Jahrwochen erfüllt sich in der Endzeit

Die Reichweite der Prophezeiungen des Alten Bundes

Das Zeitenmodell der siebzig Siebener

Gegenüberstellung verschieder Ansichten
Der 69-ste Siebender endete mit der Taufe des Messias
Der 69-ste Siebener endete mit dem Einzug des Messias in Jerusalem, ca. eine Woche vor seinem Opfertod
Der 69-ste Siebener endete mit der Geburt des Messias
Der 70-ste Siebener ist ein großer Siebener

Joel 4 erfüllte sich in den Tagen Hiskias

Weiteres

Der Antichrist

!Der Antichrist bricht keinen Bund!
Daniel 9:20-27 biblisch ausgelegt
Der Antichrist beendet keinen Opferdienst
Zu den Makkabäer-Büchern

Der Tempel aus 1. Thessalonicher 2

Warum sich Prophezeiungen nicht mehrmals erfüllen

Der gefährliche Irrtum des Dispensationalismus

Die Vereinigung von Juden u. Nichtjuden in Christus Jesus!
Die Zerteilung der Einheit in Jesus Christus durch den Dsp.!
Golgotha - der Wendepunkt
!Der Dsp. schickt Israel durch die 'Trübsalshölle'!
Die Entrückung u. die erste Auferstehung

Schlußbemerkung / Fazit

Anhang: Copyright / Urheberrechtsangaben

Einleitung

Das vorliegende Stückwerk ist eine Streitschrift gegen den so genannten 'Dispensationalismus'. Der Autor vertritt den Standpunkt, daß der Dispensationalismus nichts, aber auch rein gar nichts, mit einer wahrheitsliebenden, respektvollen Betrachtung der inneren Zusammenhänge der Heiligen Schriften (Bibel, d. h. Bücher des Alten u. des Neuen Bundes) zu tun hat, sondern vielmehr das Ergebnis fehlgeleiteter Gedanken u. Schlußfolgerungen ist u. letztendlich einen Irrweg darstellt, welcher sich bislang nur deshalb behaupten kann, weil seine angeblichen Ergebnisse in der (fernen?) Zukunft zu finden sind und sich so einer Verifikation entziehen. Ein weiterer Umstand für seinen Bestand sieht der Autor darin begründet, daß sich die Anhänger des Dispensationalismus zu wenig mit der Bibel selbst und leider viel zu viel mit den Auslegungen der dispensationalistischen Lehrer beschäftigen.

Diese Arbeit wird ausgehend vom Bibelbuch Joel, den Dispensationalismus - besser seine Thesen anhand der Bibel und nicht etwa die Bibel anhand dispensationalistischer Thesen - untersuchen und ihre Irrtümer aufdecken.

Allgemeine Vorbemerkungen

Kurzbeschreibung des Dispensationalismus

Als Dispensationalismus wird das um das Jahr 1830, im Umfeld der sog. 'Brüderbewegung' entstandene Lehr- u. Auslegungssystem, zu deren führenden Vertretern John Nelson Darby, wie auch Cyrus Ingerson Scofield gehörten, verstanden. Zu den wesentlichen Merkmalen des dispensationalistischen Systems gehören folgende Thesen:

• Die Gemeinde Jesu Christi und Gottes Bundesvolk Israel beschreiten unterschiedliche Heilswege.

• Das Gemeindezeitalter sei lediglich ein Einschub im heilsgeschlichtlichen Ablauf.

• Es wird einen dritten, steinernen Tempel geben, in dem (vor dem) gültige, blutige Opfer dargebracht werden.

• Es erfolgt eine Neubewertung / Neuauslegung der prophetischen Bücher der Bücher des Alten Bundes [BAB]. In diesem Zusammenhang werden die Erfüllungen von Prophezeiungen in die künftige Zeit gelegt und zugleich auch eine Erfüllung in früherer Zeit, zurückgewiesen, bzw. in Frage gestellt. Es sei dem Autor hier eine bissige, überspitzte Veranschaulichung erlaubt: Der Versuch aus unserer heutigen Zeit, mehrere Jahrtausende zurückzublicken, soll hier mit dem Blick eines Kurzsichtigen, mit minus neun Dioptrien ohne Sehhilfe, aus dem Fenster verglichen werden. Insbesondere dann, wenn man an den überlieferten historischen Berichten zweifelt. Mit anderen Worten: Einfach zu behaupten, irgendwelche Ereignisse, die von den Propheten El Schaddajs vorhergesagt wurden, hätten sich nicht erfüllt, entbehrt jeder seriösen Bibelauslegung und dies erst recht, wenn man die Möglichkeit von Allegorien (der Bild- od. übertragenen Rede) zurückweist und zudem, wie schon erwähnt, an historischen Zeugnissen zweifelt oder sie unbeachtet läßt!

Was kein Dispensationalismus ist

Abschließend muß noch ausdrücklich betont werden, daß der bloße Versuch, die verschiedenen zeitlichen Abschnitte, wie z. B.: die Zeit vor dem Sündenfall | die Zeit vor der Sintflut | die Zeit vor dem Mosaischen Gesetz | etc., zu benennen, keinen Dispensationalismus im eigentlichen Sinne darstellt. Ebenfalls als nicht zum Dispensationalismus gehörend, werden allgemeine Fragen zum aktuellen Geschehen auf der (politischen) Weltbühne verstanden. Somit ist also auch die Frage ansich: "Wo (zeitlich betrachtet) befinden wir uns auf dem Weg in die ewige Herrlichkeit?", noch kein Indiz für Dispensationalismus!

Nomenklatur

• Der Begriff 'Dispensationalismus' wird im weiteren mit 'Dsp.' abgekürzt (um nicht beständig diesen Zungenbrecher ausschreiben zu müssen).

• Behauptungen werden derart gekennzeichnet: !Behauptung! gefolgt von einer Darlegung derselben. In aller Regel stehen sie als Überschrift hervorgehoben.

• Für dispensationalistische Behauptungen gilt das eben Gesagte, nur wird dem Titel noch ein Zusatz vorangestellt: !Dsp.: Behauptung!

Das prophetische Buch Joel

Datierung

Das Buch Joel gehört zum sog. 12-Prophetenbuch. Seine Entstehung wird hier (es gibt selbstverständlich auch andere Ansichten) für das 9. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung angenommen. Ein starkes Indiz für die hier genannte Entstehungszeit ist die Stellung des Buches innerhalb des 12-Prophetenbuches laut aramäischen Kanons. Es steht an zweiter Stelle, nach Hosea u. vor Amos. Ebenso wie dieser Kanon, führen auch die Masora [M], die Vulgata [V] u. auch die deutschsprachigen Bibeln, Joel chronologisch als zweites der zwölf Propheten. Allein die Septuaginta [LXX] weicht von dieser Reihenfolge ab u. führt Joel an vierter Stelle, nach Micha u. vor Obadja. Allgemein nimmt man für die Anordnung der Bücher im Zwölfprophetenbuch die Chronologie ihrer Abfassung an. Weiteres als Beweis für die Richtigkeit der hier vertretenen Annahme im weiteren Verlauf.

Die Prophezeiungen Joels

Es folgt eine knappe Übersicht der Prophezeiungen Joels. Die Einteilung in Sinnabschnitte folgt indes der masoretischen Gliederung. Die hebr. Buchstaben ס (Samekh) u. פ (Pe) zeigen das Ende der Sinnabschnitte an. Endet ein Sinnabschnitt mit dem Kapitel - siehe Kap. 3 - so entfällt hier eine zusätzliche Kenntlichmachung. Dies kann aber wiederum bedeuten, daß die Masoreten hier einen Sinnabschnitt nicht zwingend als beendet angesehen haben, sondern ihn auch vielmehr über die Kapitelgrenze hinaus ins nächste Kapitel hineinragen ließen. Vergleiche hierzu Kapitel 2:27 mit Kapitel 3:5.

Joel 1:1-12 ס | Die assyrische Invasion

• Mit Vers 12 endet in der Masora ein Sinnabschnitt, der mit einem Samekh ס gekennzeichnet ist. In diesen 13 Versen des Abschnittes stellt sich zunächst der Prophet denkbar knapp mit den Worten "Joel, Sohn Petuëls" vor. Weiter geht er auf seine Person od. Herkunft nicht ein.

• (V2) Es folgt ein Aufruf an die 'Zaqenim', an die Bärtigen, die älteren Männer des Volks, aber auch an alle übrigen im Lande. Damit, daß Joel zuerst die Alten anspricht, zielt er auf ihre Weisheit u. ihr langjähriges Wissen um Vergangenes. Mit der Aufforderung an die Tage der Väter zurückzudenken, ist nicht ausdrücklich eine Generation zuvor gemeint. Die 'Tage der Väter' können auch erweitert auf die Väter im Kollektiv und somit auch auf deren Tage verstanden werden.

• (V3-4) Was jetzt im Kommen begriffen ist, ist so gewaltig, daß es durch die Bewohner, allen voran die Alten, auch noch an die dritte Generation, also den Urenkeln, weitergegeben werden soll. Der Prophet gebraucht hier das Bild einer von Norden her kommenden, gewaltigen, alles verheerenden, vierfachen Heuschreckenplage. Diese beginnt zuerst mit dem Fraß des 'Gazam', einer Heuschreckenart, die von einer anderen, die des 'Arbeh' abgelöst wird. Dem Arbeh folgt dann als dritte Heuschreckenart der 'Jeleq' und diesem am Ende der 'Chasil'. Wenn schon eine der genannten Heuschrecken die Ernte eines Landstrichs ruinieren kann, so bedeutet diese vierfache Plage die vollständige Vernichtung derselben! Mit anderen Worten: das, was im Kommen begriffen ist, ist vollständig u. entsetzlich.

• (V5-7) Ein weiterer Aufruf an die Trunkenen erfolgt jetzt. Sie sollen heulen und weinen, weil sie nichts mehr zu trinken haben. Der Grund hierfür folgt in den nächsten Versen: Eine zahllose Nation, stark, wie mit Löwengebissen, zieht über das Land herauf, um es zu verwüsten. Das Volk Israel wird hier mit einem Weinstock u. Feigenbaum verglichen (V7).

• (V8-12) Es folgt eine Beschreibung über die Gründlichkeit / Vollständigkeit der Zerstörungen: Die Jungfrau trauert um ihren Bräutigam - ein tiefer Schmerz, wie der einer noch nicht Verheirateten über den Tod ihres sehnsüchtig erwarteten Bräutigams. Die Diener El Schaddajs trauern, weil die Opfer dem Tempel entzogen sind. Das urbare Land ist seiner Früchte beraubt; der Mensch ist seiner Freude beraubt.

Joel 1:13-20 פ | Trauer um die Verwüstung - Aufruf zur Umkehr

• (V13-14) Die erste Aufforderung geht an die Priester El Schaddajs. Sie sollen sich in Sacktuch kleiden u. ein Fasten einberufen, d. h. sie sollen sich zu El Schaddaj wenden!

• (V15-20) Ein Tag der Verwüstung von Gott. Alles lechzt, alles trauert.

Joel 2:1-14 פ | Der Tag El Schaddajs - ein Tag des Gerichts

• (V1-11) Es folgt die Beschreibung eines gewaltigen, verheerenden Volkes, welches über Israel hereinbricht, wie verzehrendes Feuer.

• (V12-14) Trotz dieser Gerichtsandrohung ergeht die bittende Aufforderung an das Volk, sich von seinen bösen Taten abzuwenden u. von Herzen zu El Schaddaj umzukehren.

Joel 2:15-27 ס | Sich an El Schaddaj wenden, bringt Segen

• (V15-17) Aufforderung an das Volk, El Schaddaj zu suchen

• (V18-27) El Schaddaj hilft seinem Volk u. richtet den Verwüster aus dem Norden. Er erstattet seinem Volk all das, was durch den Verwüster verloren gegangen ist.

Joel 3:1-5 | Die Ausgießung des Geistes Gottes

• Neben der Ausgießung des Geistes El Schaddajs auf alles Fleisch, wird es auch noch große Zeichen in den Himmeln und in der Erde geben. Jeder aber (V5), der in dem Namen El Schaddajs anruft, wird gerettet werden.

Joel 4:1-8 ס | El Schaddaj richtet die Völker und wendet das Geschick Israels

Joel 4:9-17 ס | Der Krieg gegen die Völker im Tal Josaphat

Joel 4:18-21 | Segen für Juda u. Jerusalem

Soweit eine knappe Skizze des Inhaltes des Prophetenbuches Joel.

Disputation mit dem Dispensationalismus

Sinn u. Zweck der Prophetie

Warum sandte El Schaddaj Propheten unter sein Volk? Sicherlich, um sie von ihrem verkehrten Weg abzubringen. Zwei Bibeltexte hierzu:

Ja, wenn der HERR gegen Israel und Juda durch alle Propheten und alle Seher Zeugnis ablegte, indem er ihnen sagen ließ: Kehrt um von euren bösen Wegen und haltet meine Gebote und meine Satzungen nach dem ganzen Gesetz, das ich euren Vätern geboten habe und das ich durch meine Knechte, die Propheten, zu euch gesandt habe!, * so gehorchten sie nicht, sondern machten ihren Nacken hart, gleich dem Nacken ihrer Väter, die nicht an den HERRN, ihren Gott, geglaubt hatten. * Dazu verachteten sie seine Satzungen und seinen Bund, den er mit ihren Vätern geschlossen hatte, und seine Zeugnisse, die er ihnen bezeugt hatte; und sie wandelten der Nichtigkeit nach und wurden nichtig; und sie folgten den Heidenvölkern nach, die um sie her wohnten, derentwegen ihnen der HERR geboten hatte, sie sollten nicht so handeln wie diese.

2. Buch der Könige 17:13-15 (Schlachter 2000)

Und weiter:

Zedekia war 21 Jahre alt, als er König wurde, und er regierte 11 Jahre lang in Jerusalem. * Und er tat, was böse war in den Augen des HERRN, seines Gottes, und er demütigte sich nicht vor dem Propheten Jeremia, [der] aus dem Mund des HERRN [zu ihm redete]. * Dazu fiel er ab von dem König Nebukadnezar, der einen Eid bei Gott von ihm genommen hatte, und wurde halsstarrig und verstockte sein Herz, so daß er nicht zu dem HERRN, dem Gott Israels, umkehren wollte. * Auch alle Obersten der Priester samt dem Volk versündigten sich schwer nach allen Greueln der Heiden und verunreinigten das Haus des HERRN, das er geheiligt hatte in Jerusalem. * Und der HERR, der Gott ihrer Väter, sandte ihnen seine Boten, indem er sich früh aufmachte und sie immer wieder sandte; denn er hatte Erbarmen mit seinem Volk und seiner Wohnung. * Aber sie verspotteten die Boten Gottes und verachteten seine Worte und verlachten seine Propheten, bis der Zorn des HERRN über sein Volk so hoch stieg, daß keine Heilung mehr möglich war. * Da ließ er den König der Chaldäer gegen sie heraufziehen, der tötete ihre Jungmannschaft mit dem Schwert im Haus ihres Heiligtums und verschonte weder junge Männer noch Jungfrauen, weder Alte noch Hochbetagte — alle gab er in seine Hand. * Und alle Geräte des Hauses Gottes, die großen und die kleinen, und die Schätze des Hauses des HERRN und die Schätze des Königs und seiner Fürsten, alles ließ er nach Babel führen. * Und sie verbrannten das Haus Gottes und rissen die Mauer von Jerusalem nieder und verbrannten alle ihre Paläste mit Feuer, so daß alle ihre kostbaren Geräte zugrundegingen.

2. Buch der Chronik 36:11-19 (Schlachter 2000)

Diese zwei Bibelstellen sollten doch reichen um zu erkennen, daß El Schaddaj seine Propheten aus konkretem Grund und Anlaß unter sein Volk sandte. Wie stand es zur Zeit Joels um das Volk Israel? Kurz gesagt: Das Reich war geteilt u. es herrschten Könige im Nordreich und auch solche im Südreich. Nicht allein dies, sondern auch der Götzendienst grassierte unter dem Volk. Das Nordreich hielt bis zuletzt an den Sünden Jerobeams b. Nebath fest. Im Südreich gab es immer wieder gottesfürchtige Könige, durch die der Niedergang zeitweise aufgehalten worden war. In dieser Zeit, in diese Situation hinein, sandte El Schaddaj, Joel den Sohn Petuëls, um sein Volk zur Umkehr zu rufen.

!Dsp.: Joel prophezeit über die Endzeit!

Obschon eine akute Notlage im Volk vorherrscht und es seitens Gottes allen Grund gibt, sein Volk zu warnen und es zur Umkehr zu rufen, sendet El Schaddaj einen Propheten, der, ungeachtet der aktuellen Situation, über Ereignisse spricht, die sich erst in über 3.000 Jahren (rein fiktive Angabe!) erfüllen sollen? Diese Annahme des Dsp. ist nicht nur absurd, sondern wirft auch weitere Fragen auf:

• Wie sollte das Volk im Gegensatz zu den Botschaften anderer Propheten erkennen, daß Joel gar nicht für ihre Zeit spricht?

• Welchen Nutzen hatten die Zuhörer Joels von seiner Botschaft, wenn sie doch gar nicht für sie galt?

• Anders ausgedrückt: Stellen wir uns doch mal vor, Joel spricht zum Volk und sagt zu ihm: "Ich bin von El Schaddaj mit einer Botschaft zu Euch gesandt, aber diese Warnung ist ja gar nicht für Euch, sondern wird sich wohl in ferner Zukunft ereignen." Was sollte das Volk von so einer Prophetie halten?

• Wie kommt der Dsp. zu dem Schluß, daß Joel ein Endzeitprophet sein sollte?

Während die ersten der eben aufgeworfenen Fragen hier nicht beantwortet werden können, gibt es für die letzte eine mehrere Antworten.

!Dsp.: Die Prophezeiungen Joels haben sich nicht erfüllt!

A1.) Dsp. behauptet, daß die Invasion Israels durch ein derart beschriebenes Volk, noch nie stattgefunden habe.

A2. Des weiteren behauptet Dsp., daß die Aussetzung des Opfers im Tempel, bis zum babyl. Exil, nicht stattgefunden hatte.

Nebenbei bemerkt mißachtet / ignoriert Dsp. die masoretische Gliederung und führt stattdessen eine Zweiteilung des Buchinhaltes ein. So betrachtet Dsp. Joel 1:1 - 2:17 als Teil I. u. den Rest - Joel 2:18 - 4:21 - als Teil II. Daß diese Einteilung einen masoretischen Sinnabschnitt (Jl2:15-27) zerreißt, darf nicht unerwähnt bleiben.

A3.) Weil Dsp. die Ereignisse - die Prophezeiungen - des ersten Teiles als für nicht erfüllt betrachtet, kann sich ja der Inhalt des zweiten Teiles - so der Vernunftschluß - schon gar nicht erfüllt haben, weil Teil II. nach und nicht vor Teil I. steht, bzw. kommt.

Zur Unterstreichung: Aufgrund zweier Ereignisse, die sich laut Dsp. nicht erfüllt haben u. einer Zweiteilung der prophetischen Botschaft, deren Abfolge - Teil I. vor Teil II. - als chronologisch angenommen wird, können sich die Worte Joels nur auf die Endzeit beziehen u. haben sich demnach auch noch nicht erfüllt.

Die folgende Gegendarstellung wird auf die Punkte A1 bis A3 noch zurückgreifen u. sie dann genauer untersuchen.

!Die Prophezeiungen Joels haben sich bereits erfüllt!

Es bedarf mehrer Ansätze, um die einzelnen prophetischen Themen zu betrachten. Alle auf einmal auslegen zu wollen, führt nur zu Verwirrungen, denn Dsp. verquickt auch andere prophetische Aussagen mit dem Buch Joel und auch auf diese müssen wir eingehen. Doch der Reihe nach:

Die assyrische Invasion - Ansatz I.

Das invasorische Heer der Assyrer

Beginnen wir die Gegendarstellungen mit der Betrachtung des invasorischen Heeres aus Joel 2:1-14. Wie weiter oben schon gezeigt, ist dies ein masoretischer Sinnabschnitt. Er beginnt mit einer Aufforderung ins Horn (Schophar) zu stoßen. Dies ist ein Alarmsignal. Die folgende Invasion ist die Wiederaufnahme des Gedankens aus Joel 1:1-12 und Joel 1:13-20, auch diese, masoretische Sinnabschnitte. Es ist in der Bibel nicht ungewöhnlich zuerst einen Gedanken kurz zu schildern, um dann in einem weiteren Ansatz denselben präziser auszuführen. Vergleichsweise sei hier die Schöpfung - Genesis 1 - u. dann im Anschluß die detailierte Erschaffung des Menschen - Genesis 2 - genannt. Bitte beachten: Genesis 1 endet mit der Feststellung, daß nachdem El Schaddaj alles vollendet hatte - auch den Menschen - er alles betrachtet und es als sehr gut bezeichnet. So auch hier. Die Heuschreckenplage ist ein Sinnbild für die assyrische Invasion, die folgen soll:

Was der Nager übrigließ, das hat die Heuschrecke gefressen, und was die Heuschrecke Übrigließ, das hat der Fresser verzehrt, und was der Fresser verschonte, das hat der Verwüster aufgefressen.

Joel 1:4 (Schlachter 2000)

Dieser Bibelvers beschreibt in dem Sinnbild einer vierfachen Heuschreckenplage die vierfache Invasion der Assyrer, welche mit der Auslöschung des 10-Stämmereiches Israel, dem Nordreich, endete. Diese Auslöschung war so vollständig u. nachhaltig - es wurde ja nicht nur das Land od. Volk unterjocht, also unter Fremdherrschaft gestellt, sondern es wurde auch Zwangsumgesiedelt und zerstreut und somit der Volksverbund zerstört - wie man sich einen Landstrich nach einer vierfachen Heuschreckenplage nicht anders vorstellen kann. Bezeichnen wir nachfolgend die Invasionen der Reihe nach mit den Namen der in Jl1:4 genannten Heuschreckenarten.

Invasion I. 'Gazam'

Der Einmarsch des Assyrerkönigs Pul - d. i. Tiglat-Pilnä'äser (vgl. 1. Chronik 5:26) - zur Zeit des Königs Menachem b. Gadi, Königs von Israel, markiert den Beginn der vierfachen Heuschreckenplage. Wir lesen hierzu den biblischen Bericht:

Und es kam Phul, der König von Assyrien, ins Land. Und Menahem gab dem Phul tausend Zentner Silber, daß er’s mit ihm hielte und befestigte ihm das Königreich. * Und Menahem setzte ein Geld in Israel auf die Reichsten, fünfzig Silberlinge auf einen jeglichen Mann, daß er’s dem König von Assyrien gäbe. Also zog der König von Assyrien wieder heim und blieb nicht im Lande.

2. Buch der Könige 15:19-20

Dieser erste Fraß kostete das Volk 1.000 Talente Silber und das 10-Stämmereich hatte weiterhin Fortbestand und einen von Assyrien bestätigten König. Wie wir dem Bericht weiter entnehmen können, blieben auch keine assyrischen Truppen im Land und es war nicht unter Besatzung.

Invasion II. 'Arbeh'

Beginnen wir mit dem korrespondierenden, prophetischen Bericht aus Jesaja 7:1 - 8:10. Für den Augenblick interessiert uns der folgende Abschnitt:

Es begab sich zur Zeit Ahas, des Sohnes Jothams, des Sohnes Usias, des Königs in Juda, zog herauf Rezin der König von Syrien, und Pekah, der Sohn Remaljas, der König Israels, gen Jerusalem, gegen dasselbe zu streiten, konnten es aber nicht gewinnen. * Da ward dem Hause David angesagt: Die Syrer haben sich gelagert in Ephraim. Da bebte ihm das Herz und das Herz seines Volkes, wie die Bäume im Walde beben vom Winde. * Aber der HERR sprach zu Jesaja: Gehe hinaus, Ahas entgegen, du und dein Sohn Sear-Jasub, an das Ende der Wasserleitung des oberen Teiches, am Wege beim Acker des Walkmüllers, * und sprich zu ihm: Hüte dich und sei still; fürchte dich nicht, und dein Herz sei unverzagt vor diesen zwei rauchenden Löschbränden, vor dem Zorn Rezins und der Syrer und des Sohnes Remaljas, * daß die Syrer wider dich einen bösen Ratschlag gemacht haben samt Ephraim und dem Sohn Remaljas und sagen: * Wir wollen hinauf nach Juda und es erschrecken und hineinbrechen und zum König darin machen den Sohn Tabeels. * Denn also spricht der HERR HERR: Es soll nicht bestehen noch also gehen; * sondern wie Damaskus das Haupt ist in Syrien, so soll Rezin das Haupt zu Damaskus sein. Und über fünfundsechzig Jahre soll es mit Ephraim aus sein, daß sie nicht mehr ein Volk seien. * Und wie Samaria das Haupt ist in Ephraim, so soll der Sohn Remaljas das Haupt zu Samaria sein. Glaubt ihr nicht so bleibt ihr nicht.

Jesaja 7:1-9

Einschub zur Datierung Joels

In Vers 8 wird gesagt, daß Ephraim binnen 65 Jahren kein Volk mehr sein wird. Da Joel über die assyrische Invasion prophezeit, ist klar, daß die Entstehungszeit (Datierung) frühestens kurz vor der Zeit der Invasion 'Gazam', also in die Zeit des Königs von Israel, Menachem b. Gadi, besser aber kurz vor 'Arbeh', der Regierungszeit des Pekach b. Remalja, einzuordnen ist. Dieser Annahme liegt eine Besonderheit des Verses Joel 1:4 zu Grunde: Es wird zwar von vier Heuschreckenplagen gesprochen, aber das Wort 'achal' (essen, fressen, verzehren), wird nur dreimal gebraucht:

Was der Nager übrigließ, das hat die Heuschrecke gefressen, und was die Heuschrecke Übrigheß, das hat der Fresser verzehrt, und was der Fresser verschonte, das hat der Verwüster aufgefressen.

Joel 1:4 (Schlachter 2000)

Somit entsteht der Eindruck, daß die Worte Joels auf den Schaden, der durch die erste Plage entstanden ist, Bezug nehmen. Zudem kann gesagt werden, daß Joel zeitgleich mit Jesaja prophezeit haben muß und zwar bevor die assyrische Invasion ihr Ende nahm. Doch kommen wir zurück zur zweiten Invasion der Assyrer:

El Schaddaj spricht durch Jesaja zu Ahas und dies trotz des sündigen Verhaltens desselben. Der prophetische Bericht Jesajas (Js7:1-9) korreliert mit dem Bericht aus 2. Buch d. Könige 16:5-6.

Dazumal zogen Rezin, der König von Syrien und Pekah, der Sohn Remaljas, König in Israel, hinauf gen Jerusalem, zu streiten und belagerten Ahas; aber sie konnten es nicht gewinnen. * Zu derselben Zeit brachte Rezin, König von Syrien, Elath wieder an Syrien und stieß die Juden aus Elath; aber die Syrer kamen und wohnten darin bis auf diesen Tag.

2. Könige 16:5-6

Der Einfall des israelisch-aramäischen Bündnisses markiert den Beginn der zweiten assyrischen Invasion. Ahas handelt den Worten Gottes gegenüber wenig glaubensvoll, wenn überhaupt, denn er setzt auf ein Geschenk an den Assyrerkönig 'Tiglat-Pilnä'äser'.

Tiglat-Pilnä'äser zeigt sich Ahas gegenüber anfänglich geneigt - mehr hierzu später - u. zieht gegen Aram u. Israel in den Krieg (siehe 2K15:29ff., 2K16:7ff. u. 1Ch5:26ff.). Während der Regierungszeit Pekachs b. Remalja, kam es zur ersten Wegführung aus Israel. Im Anschluß machte Hosea b. Elam, eine Verschwörung gegen Pekach, tötete ihn u. wurde so an seiner statt König über Israel (2K15:30).

Invasion III. 'Jeleq'

Diese dritte invasorische Unternehmung Assyriens gegen Israel geschah unter dem Assyrerkönig Salmanassar [Schal·man·'äsär]. Sie vollzieht sich in zwei Teilen. Im ersten Teil dieser Invasion wird Hosea b. Ela tributpflichtig. Wir lesen im 1. Buch der Könige 17:1-3, wie Salmanassar gegen Hosea heraufzieht, ihn unterwirft und von ihm Tribut nimmt. Zu einer Wegführung, wie unter Tiglat-Pilnä'äser kommt es hier allerdings noch nicht. Die Tributzahlung allerdings kommt einem 'Abfressen' u. 'Vertilgen' gleich, denn: Erinnern wir uns an die 1.000 Talente, die das Volk Israel unter Menachem b. Gadi aufzubringen hatte. Jetzt, unter Hosea b. Ela, war die Situation noch schwieriger, als damals.

Der zweite Teil ist zugleich das Ende des Zehnstämmereiches Israel und zugleich der Todesstoß für dasselbe und ereignete sich innerhalb des Zeitraumes, den der Prophet Jesaja in Js7:8 dem König Ahas b. Jotam von Juda voraussagte. Doch nicht nur dieses Prophetenwort ging in Erfüllung, sondern auch dieses:

Aber der HERR wird über dich, über dein Volk und über deines Vaters Haus Tage kommen lassen, die nicht gekommen sind, seit der Zeit, da Ephraim von Juda geschieden ist, durch den König von Assyrien. * Denn zu der Zeit wird der HERR zischen der Fliege am Ende der Wasser in Ägypten und der Biene im Lande Assur, * daß sie kommen und alle sich legen an die trockenen Bäche und in die Steinklüfte und in alle Hecken und in alle Büsche. * Zu derselben Zeit wird der HERR das Haupt und die Haare an den Füßen abscheren und den Bart abnehmen durch ein gemietetes Schermesser, nämlich durch die, so jenseit des Stromes sind, durch den König von Assyrien.

Jesaja 7:17-20

Die Ägypter werden von Hosea b. Ela gerufen:

Als aber der König von Assyrien erfuhr, daß Hosea eine Verschwörung gemacht und Boten zu So gesandt hatte, dem König von Ägypten, und dem König von Assyrien nicht wie alle Jahre Tribut gezahlt hatte, da nahm er ihn fest und legte ihn gebunden ins Gefängnis. * Und der König von Assyrien durchzog das ganze Land und kam vor Samaria und belagerte es drei Jahre lang. * Im neunten Jahr Hoseas eroberte der König von Assyrien Samaria und führte Israel gefangen nach Assyrien; und er siedelte sie in Halach und am Habor, dem Fluß Gosans, und in den Städten der Meder an.

2. Buch der Könige 17:4-6 (Schlachter 2000)

Die Vorfälle ereigneten sich wohl deart: Nachdem Hosea b. Ela über ca. sechs Jahre den Assyrern jährlich Tribut entrichtet hatte, entschloß er sich zu einem Abfall von Assyrien, den er mit Hilfe der Ägypter unter Pharao So verwirklichen wollte. Hierzu rief er wohl die Ägpyter ins Land und leitete die Erfüllung der Worte aus Jesaja 7:17-20 ein. Es ist zu beachten, daß in den Worten Jesajas bezüglich der ägpytischen, wie auch der assyrischen Truppen, keine offene Gewalt, bzw. kriegerische Handlung mitklingt, sondern die Beschreibung des Einzuges zweier gewaltiger Heere, die sich im Land niederlassen.

Dem Assyrerkönig Schal·man·'äsär gelingt es, das Bündnis zwischen Hosea b. Ela u. dem Pharao So zu zerschlagen und es kommt zur Belagerung Samarias, deren Einnahme und letztendlich die Auslöschung des 10-Stämmereiches Israel, im sechsten Jahr des Hiskia b. Ahas, des Königs von Juda.

Invasion IV. 'Chasil'

!Die Erfüllung von Joel 2:15-27

Auch dieser Textabschnitt folgt der masoretischen Gliederung. Der Assyrerkönig Sanherib ist der dritte assyrische Herrscher, der die Erde Israel mit einer Invasion überzieht. Im Rahmen dieser Invasion wird nicht mehr von Deportation od. Verschleppung der Israeliten berichtet. Als Grund für diese erneute Invasion müssen wir diese Aussage betrachten:

Und der HERR war mit ihm; und wo er auszog handelte er klüglich. Dazu ward er abtrünnig vom König von Assyrien und war ihm nicht untertan.

2. Buch der Könige 18:7

Die Rede ist hier vom König von Juda, Hiskia b. Ahas, der nach seiner Thronbesteigung den recht- u. gesetzmäßigen Gottesdienst in seinem Königreich wieder herstellte, von welchem sein Vater Ahas b. Jotam abgewichen war. Das 'nicht dienen', ist mit der Weigerung den Assyern Tribut zu entrichten, gleichzusetzen. Wir lesen hierzu:

Im vierzehnten Jahr aber des Königs Hiskia zog herauf Sanherib, der König von Assyrien, wider alle festen Städte Juda’s und nahm sie ein. * Da sandte Hiskia, der König Juda’s, zum König von Assyrien gen Lachis und ließ ihm sagen: Ich habe mich versündigt. Kehre um von mir; was du mir auflegst, will ich tragen. Da legte der König von Assyrien Hiskia, dem König Juda’s, dreihundert Zentner Silber auf und dreißig Zentner Gold.

2. Buch der Könige 18:13–14

Angesichts dieser gewaltigen Heeresmacht war Hiskia und mit ihm das ganze Volk in Jerusalem in großer Verzweiflung. Der König Hiskia hatte zwar den geforderten Tribut entrichtet, aber damit gab sich Sanherib nicht zufrieden! Er sendet eine Heeresmacht unter dem Tartan (ein ranghoher assyr. Offizier od. Heerführer), dem Rabsaris (hochrangiger assyr. Hofbeamter) und den Rabschake (ranghoher assyr. Wortführer od. Redner) und fordert Hiskia auf, sich zu ergeben. Der Assyrerkönig verhöhnt den lebendigen Gott u. kündigt denen zu Jerusalem an, er wollte sie mit sich in seine Heimat nehmen und sie dort ansiedeln - also eine angedrohte Zwangsumsiedlung. Die korrelierenden Bibeltexte hierzu sind: 2. Könige 18:13 bis 19:37 | 2. Chronik 32:9-23 | Jesaja 36:1 bis 37:38.

Dabei finden die Worte aus Joel 2:15-17 ihre Erfüllung in der Selbstdemütigung der Obrigkeit, beschrieben in 2. Könige 19:1-4. Die Worte aus Joel 2:19-20 sind Worte an den Assyrer, der sich in seinem Hochmut dazu verstiegen hatte, El Schaddaj zu lästern.

Zwischenbilanz I.

Die Prophezeiungen Joels über eine große Heeresmacht, welche Israel regelrecht abfressen wird, beziehen sich allesamt auf die vierfache Invasion der Assyrer, welche unter ihren Königen Tiglat Pilnä'äser, Salmanassar u. Sanherib stattfand. Der nächste Ansatz konzentriet sich auf die Darlegung des ausgesetzten Opferdienstes.

Ansatz II. Der ausgesetzte Opferdienst

!Dsp.: Joel 1:13-16 bezieht sich auf den Antichristen

Lesen wir zuerst den Text aus Joel:

Begürtet euch nun und klaget, ihr Priester; heulet, ihr Diener des Altars; gehet hinein und lieget in Säcken, ihr Diener meines Gottes! denn es ist Speisopfer und Trankopfer vom Hause eures Gottes weg. * Heiliget ein Fasten, rufet die Gemeinde zusammen; versammelt die Ältesten und alle Einwohner des Landes zum Hause des HERRN, eures Gottes, und schreit zum HERRN! * O weh des Tages! denn der Tag des HERRN ist nahe und kommt wie ein Verderben vom Allmächtigen. * Ist nicht die Speise vor unsern Augen weggenommen und vom Hause unsers Gottes Freude und Wonne?

Joel 1:13-16

Die Erfüllung dieser Worte können hier nachgelesen werden:

Und der König Ahas zog entgegen Thiglath-Pileser, dem König zu Assyrien, gen Damaskus. Und da er einen Altar sah, sandte der König Ahas desselben Altars Ebenbild und Gleichnis zum Priester Uria, wie derselbe gemacht war. * Und Uria, der Priester, baute einen Altar und machte ihn, wie der König Ahas zu ihm gesandt hatte von Damaskus, bis der König Ahas von Damaskus kam. * Und da der König von Damaskus kam und den Altar sah, opferte er darauf * und zündete darauf an sein Brandopfer und Speisopfer und goß darauf sein Trankopfer und ließ das Blut der Dankopfer, die er opferte, auf den Altar sprengen. * Aber den ehernen Altar, der vor dem HERRN stand, tat er weg, daß er nicht stände zwischen dem Altar und dem Hause des HERRN, sondern setzte ihn an die Seite des Altars gegen Mitternacht. * Und der König Ahas gebot Uria, dem Priester, und sprach: Auf dem großen Altar sollst du anzünden die Brandopfer des Morgens und die Speisopfer des Abends und die Brandopfer des Königs und sein Speisopfer und die Brandopfer alles Volks im Lande samt ihrem Speisopfer und Trankopfer; und alles Blut der Brandopfer und das Blut aller andern Opfer sollst du darauf sprengen; aber mit dem ehernen Altar will ich denken, was ich mache. * Uria, der Priester, tat alles, was ihn der König Ahas hieß. * Und der König Ahas brach ab die Seiten an den Gestühlen und tat die Kessel oben davon; und das Meer tat er von den Ehernen Ochsen, die darunter waren, und setzte es auf steinernes Pflaster. * Dazu bedeckte die Sabbathalle, die sie im Hause gebaut hatten, und den äußeren Eingang des Königs wandte er zum Hause des HERRN, dem König von Assyrien zum Dienst.

2. Buch der Könige 16:10-18

Der Parallelbericht hierzu:

Denn der HERR demütigte Juda um Ahas willen, des Königs Juda’s, darum daß er die Zucht auflöste in Juda und vergriff sich am HERRN. * Und es kam wider ihn Thilgath-Pilneser, der König von Assyrien; der bedrängte ihn, und stärkte ihn nicht. * Denn Ahas plünderte das Haus des HERRN und das Haus des Königs und der Obersten und gab es dem König von Assyrien; aber es half ihm nichts. * Dazu in seiner Not machte der König Ahas das Vergreifen am HERRN noch mehr * und opferte den Göttern zu Damaskus, die ihn geschlagen hatten, und sprach: Die Götter der Könige von Assyrien helfen ihnen; darum will ich ihnen opfern, daß sie mir auch helfen, so doch dieselben ihn und dem ganzen Israel zum Fall waren. * Und Ahas brachte zuhauf die Gefäße des Hauses Gottes und zerschlug die Gefäße im Hause Gottes und schloß die Türen zu am Hause des HERRN und machte sich Altäre in allen Winkeln zu Jerusalem. * Und in den Städten Juda’s hin und her machte er Höhen, zu räuchern andern Göttern, und reizte den HERRN, seiner Väter Gott.

2. Buch der Chronik 28:19-25

Lesen wir beide Texte zusammen, so ergibt sich in etwa folgendes Bild: Wir befinden uns geschichtlich in der Zeit der Invasion 'Arbeh' u. der König des 10-Stämmereiches Israel, Pekach b. Remalja, verbündet sich mit dem Aramäerkönig Rezin, um gegen das Königreich Juda in den Krieg zu ziehen. Der König von Juda, Ahas b. Jotam, sendet daraufhin zu Tiglat Pilnä'äser und bittet ihn um Hilfe gegen die bedrohliche Allianz. Der Assyer zeigt sich geneigt und besiegt das Bündnis gegen Juda. Im Anschluß kommt es zu einem Treffen zwischen Ahas b. Jotam u. Tiglat Pilnä'äser in Damaskus. In dieser Zeit sieht der König von Juda einen Altar, der den aramäischen Göttern (d. i. die aramäischen Götzen) geweiht ist u. sendet dem Priester Urija den Auftrag nach Jerusalem, diesen Altar bis zu seiner Heimkehr nachzubauen! Wie wir in dem Bericht aus dem 2. Königsbuch gelesen haben, läßt Ahas b. Jotam künftig auf diesem Altar opfern und beendet somit die gesetzmäßigen Opferrituale, welche für die Opfer unter dem Gesetz Mose vorgeschrieben waren. Zudem läßt er auch den Tempel schließen. Diese Begebenheit wird durch die Worte Joels in Kapitel 1:13-16 vorhergesagt und nicht eine Opferaussetzung unter dem Antichristen! Es ist noch anzumerken, daß eben in dieser Zeit auch das Königreich Juda den Assyrern tributpflichtig geworden ist. Von dieser Tributpflicht wich dann der König Hiskia b. Ahas ab, woraufhin dann der Assyrerkönig Sanherib gegen ihn heraufzog. Vergleiche bitte hierzu 2. Könige 18:7.

Zwischenbilanz II.

Wie wir eben gesehen haben, gelingt es ohne größeren Aufwand - es bedarf lediglich des Lesens der korrespondierenden Bibelpassagen aus den Königs- und Chronikbüchern, sowie des Propheten Jesaja - die Erfüllung der Prophezeiungen Joels aus den Kapiteln 1 u. 2 nachzuweisen. Es sind hier die Verse Joel 2:21-27 noch nicht detailiert betrachtet worden. Dies wird weiter unten erfolgen.

Betrachten wir nun die Prophezeiungen aus dem dritten Kapitel des Propheten Joel. Die Betrachtung des Antichristen folgt weiter unten.

Ansatz III. Die Erfüllung von Joel 3:1-5

!Dsp.: Joel 3:1-5 hat sich nicht zur Apostelzeit erfüllt!

Der Dsp. behauptet also, daß sich die Worte Joels aus Kapitel 3:1-5 nicht erfüllt haben. Dabei argumentiert Dsp. in etwa so: Weil sich die Worte aus Joel 1:1 bis 2:17 noch nicht erfüllt haben - diese erfüllen sich nach Dsp. erst in der Endzeit - kann sich ja alles, was nach oder ab Joel 2:18 prophezeit wurde auch nicht erfüllt haben (chronologisches Argument). Doch lesen wir zuerst die joelschen Worte, bevor wir uns hier weiter vertiefen:

Und nach diesem wird es geschehen, daß ich meinen Geist ausgieße über alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, eure Ältesten werden Träume haben, eure jungen Männer werden Gesichte sehen; * und auch über die Knechte und über die Mägde will ich in jenen Tagen meinen Geist ausgießen; * und ich werde Zeichen geben am Himmel und auf Erden: Blut und Feuer und Rauchsäulen; * die Sonne soll verwandelt werden in Finsternis und der Mond in Blut, ehe der große und schreckliche Tag des HERRN kommt. * Und es wird geschehen: Jeder, der den Namen des HERRN anruft, wird gerettet werden; denn auf dem Berg Zion und in Jerusalem wird Errettung sein, wie der HERR verheißen hat, und bei den Übriggebliebenen, die der HERR beruft.

Joel 3:1-5 (Schlachter 2000)

Bis auf den zweiten Teil des fünften Verses zitiert der Apostel Petrus, zu Pfingsten (Pentekost od. 'die Fünfzig'), nach der Himmelfahrt unseres Herrn Jesus Christus, die Verse aus Joel 3:1-5 derart:

Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da werde ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, und eure jungen Männer werden Gesichte sehen, und eure Ältesten werden Träume haben; * ja, auch über meine Knechte und über meine Mägde werde ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie werden weissagen. * Und ich will Wunder tun oben am Himmel und Zeichen unten auf Erden, Blut und Feuer und Rauchdampf; * die Sonne wird sich in Finsternis verwandeln und der Mond in Blut, ehe der große und herrliche Tag des Herrn kommt. * Und es soll geschehen: Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird errettet werden.«

Aposteltaten 2:17-21 (Schlachter 2000)

Der Apostel Petrus leitet das Prophetenzitat mit den Worten ein:

Da trat Petrus zusammen mit den Elf auf, erhob seine Stimme und sprach zu ihnen: Ihr Männer von Judäa und ihr alle, die ihr in Jerusalem wohnt, das sollt ihr wissen, und nun hört auf meine Worte! * Denn diese sind nicht berauscht, wie ihr meint; es ist ja erst die dritte Stunde des Tages; * sondern dies ist es, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist:

Aposteltaten 2:14-16 (Schlachter 2000)

Der Hintergrund dieser einleitenden Worte - Verse 14-15 - geht aus dem vorangehenden Vers 13 unmißverständlich hervor: spottende Zuhörer. Für uns ist der Vers 16 hier von besonderem Interesse: "... sondern dies ist es, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist." Der Scrivener Textus Receptus drück dies so aus:

ἀλλὰ τοῦτό ἐστι τὸ εἰρημένον διὰ τοῦ προφήτου Ἰωήλ,

Aposteltaten 2:16 (Scrivener Textus Receptus)

Wortwörtlich übersetzt: "... sondern dieses ist das Gesagtwordende durch den Propheten Joel ..." Bitte beachten: der Apostel sagt hier nicht: "... sondern dieses ist etwas ähnliches, wie der Prophet Joel sagte, aber es ist nicht, das Gleiche, was er meinte, als er dieses prophezeite ..." So jedenfalls versteht es der Dsp., denn sonst paßt seine Schriftauslegung nicht mehr! Wollte indes der Vers At2:16 tatsächlich nur eine Ähnlichkeit zur Prophezeiung Joels feststellen, so müßte der Text in etwa so lauten: "... ἀλλὰ τοῦτό ὁμοῖος ἐστι τὸ εἰρημένον διὰ τοῦ προφήτου Ἰωήλ ..." Doch es steht so nicht geschrieben!

Es ist in diesem Zusammenhang noch weiter zu beachten, daß hier der Apostel Petrus spricht und nicht etwa der Apostel Matthäus, denn Dsp. sieht hier einen Unterschied in der Wortwahl bei der Einleitung eines Prophetenwortes. Der Apostel Matthäus verwendet gern eine Einleitung der Art: "... ἵνα πληρωθῇ τὸ ῥηθὲν ὑπὸ τοῦ Κυρίου διὰ τοῦ προφήτου ..." Wortwörtlich übersetzt in etwa: "... damit vollgemacht werden möchte das Gesagtwordende unter dem Herrn durch den Propheten ..." Wir finden in etwa diese Formulierung beim Apostel Matthäus bspw. in Mt1:22; 2:15 u. 17. Der Apostel Petrus verwendet hier aber nicht πληρόω, sondern εἶπον, die Aoristform von ἀγορεύω. Ob es aber seriöser Bibelauslegung entspricht, auf Grund einer Wortwahl hin, ein Prophetenwort bezügl. seiner Erfüllung in Frage zu stellen - und dies vor allem dann, wenn der Ausleger unter dem Einfluß des heiligen Geistes El Schaddajs spricht -, möchte jeder für sich selbst beantworten.

Einschub: konkordante Übersetzung vs. konkordante Schriftauslegung

An dieser Stelle ist ein kleiner Einschub nötig, um einen Fehler im Umgang mit der Heiligen Schrift, der Bibel, offenzulegen. Bei einer 'konkordanten Übersetzung' handelt es sich um die Übersetzungpraxis, ein Grundtextwort (hebr., griech. od. aramäsich) mit genau nur einem einzigen Wort in der Übersetzungs- od. Zielsprache wiederzugeben. Beim Lesen einer solchen Übersetzung kann dann der Leser anhand der Wortwahl gewisse Unterschiede im Grundtext erkennen. Diese Arbeitsweise ist äußerst schwierig, denn man kommt um neue Wortschöpfungen nicht umhin und der Text wird auch alles andere, als ein 'literarischer Leckerbissen'. Er ist aber genau! Der konkordaten Übersetzung steht die sog. 'dynamisch gleichwertige' Übersetzung(spraxis) gegenüber. Hier bemüht man sich um einen leicht lesbaren Text und übersetzt Worte sinngemäß. Bei diesem Sinngemäß geht es aber nicht ohne Interpretation vonstatten. Mit anderen Worten: Es fließen bei der dynamisch gleichwertigten Übersetzung auch Gedanken / Sichtweisen des Übersetzers mit ein. Nun möchte man aber sicherlich nicht die Gedanken eines Übersetzers betrachten, sondern vielmehr die Gedanken Gottes oder? Aus diesem Grund ist eine konkordante Übersetzung - am besten setzt man sich mit den Grundsprachen selbst auseinander - immer einer dynamisch gleichwertigen, vorzuziehen.

Bei der Schriftexegese oder Schriftauslegung gibt es hingegen keine konkordante Schriftauslegung! Der Versuch Schriftstellen aufgrund gleicher Wortwahl miteinander in Verbindung zu bringen oder evtl. eine Verbindung in Frage zu stellen, führt in die Irre! Als Beispiel sei hier nur der eben angeführte Text aus At2:17 zu nennen. In Joel 3:1 lesen wir: "... nach diesem wird es geschehen", aber der Apostel Petrus sagt: "... es wird geschehen in den letzten Tagen ..."

Also: konkordante Übersetzung ja. Auf jeden Fall! Konkordante Schriftexegese nein. Obligatorisch nein! Es muß immer der Zusammenhang der gesamten Schrift betrachtet u. beachtet werden.

Doch kommen wir zurück zu den Worten des Apostels Petrus. Er wendet Joel 3:1 auf die letzten Tage an! Somit befindet sich der Apostel zur Zeit seiner öffentlichen Rede in den letzten Tagen. Es wirft sich also hier die Frage auf: "Von welchen letzten Tagen spricht hier der Apostel?"

!Joel 3:1-5 bezieht sich auf das Ende des Mosaischen Äon!

Der Prophet Joel wurde also nicht zum Volk Israel gesandt, um ihnen Prophezeiungen an die Hand zu geben, die sich erst in über 3.000 Jahren erfüllen sollten, sondern, um ihnen, wie der Prophet Daniel auch, das Ende des Mosaischen Äons zu verkünden. Unter dem hier eingeführten Begriff 'Mosaischer Äon' ist das Zeitalter der Gültigkeit u. Verbindlichkeit des mosaischen Gesetzes gemeint. Auch hier ist ein Einschub unumgänglich:

Einschub: Der biblische Ewigkeitsbegriff

Die Bibel versteht unter dem Begriff 'Ewigkeit' einen 'von Gott abhängigen, nicht näher definierten Zeitenfluß'. Diese Definition ist deutlich im 1. Buch der Könige, Kapitel 9 zu erkennen. Wir lesen dort über die Einweihung des salomonischen Tempels:

Und der HERR sprach zu ihm: Ich habe dein Gebet und Flehen gehört, das du vor mir gefleht hast, und habe dies Haus geheiligt, das du gebaut hast, daß ich meinen Namen dahin setze ewiglich; und meine Augen und mein Herz sollen da sein allewege.

1. Buch der Könige 9:3

Der Text bezeugt in der Grundsprache, in der Masora: עַד־עוֹלָם (für gewöhnlich: bis in Ewigkeit od. bis auf ewig) - die Septuaginta übersetzt hier ins Griechische: εἰς τὸν αἰῶνα. Nach unserem Verständnis bedeutet diese Aussage, so wie wir üblicherweise den Begriff Ewigkeit verstehen, daß das Haus - der Tempel - in Ewigkeit bestand haben soll. Doch wenn wir nur ein paar Verse weiter lesen, finden wir diese Aussage El Schaddajs:

Werdet ihr aber euch von mir abwenden, ihr und eure Kinder, und nicht halten meine Gebote und Rechte, die ich euch vorgelegt habe, und hingehen und andern Göttern dienen und sie anbeten: * so werde ich Israel ausrotten von dem Lande, das ich ihnen gegeben habe; und das Haus, das ich geheiligt habe meinem Namen, will ich verwerfen von meinem Angesicht; und Israel wird ein Sprichwort und eine Fabel sein unter allen Völkern. * Und das Haus wird eingerissen werden, daß alle, die vorübergehen, werden sich entsetzen und zischen und sagen: Warum hat der HERR diesem Lande und diesem Hause also getan?

1. Buch Könige 9:6-8

Lediglich vier Verse später lesen wir, wie Gott über unsere Ewigkeit denkt! Nur - und nur - wenn wir El Schaddaj gegenüber gehorsam sind, erleben wir ewige Zeiten! Also nochmals: Der biblische Ewigkeitsbegriff ist immer von Gott abhängig und steht und fällt mit den daran geknüpften Bedingungen! Der ewige Bestand des salomonischen Tempels hing also von dem Gehorsam des Volkes gegenüber El Schaddaj ab und in keiner Weise irgendwie anders. Doch zurück zu unserer Betrachtung.

Betrachten wir den Aufbau des Buches Joel, so erkennen wir, daß das gesamte Kapitel 3 einen Einschub darstellt, ähnlich wie die Prophezeiung über die Jungfrauengeburt unseres Herrn der Herrlichkeit, Jesus Christus, bei Jesaja. Der Prophet Jesaja spricht in Js7:10-17 (mas. Gliederung) von einem Zeichen für Ahas b. Jotam, daß sich El Schaddajs Worte vor seinen Augen erfüllen werden. Und mitten hinein wird im Vers 14 von der Jungfrauengeburt des Messias gesprochen! In dieser Weise ragen auch die Verse Joel 3:1-5, einer Insel gleich, aus dem Gesamtkontext des Prophetenbuches heraus. Und dies deshalb, weil sich diese Worte, im Gegensatz zur restlichen Prophetie, erst später, ca. 900 Jahre später, erfüllen sollen.

!Der Mosaische Äon endete 70 u. Zeitrechnung!

Betrachten wir für's Erste die Erfüllung von Joel 3:1-5. Die Verse 3:1-2 sind, denke ich, selbsterklärend. Mit der Ausgießung des heiligen Geistes El Schaddajs auf die Apostel und weiter mit der Handauflegung derselben auf die Gläubiggewordenen, erfüllte sich dieses Zeichen immer und immerwieder zu Lebzeiten der Apostel. Es geht uns als nächstes um die Zeichen in den Versen 3 bis 5.

... und ich werde Zeichen geben am Himmel und auf Erden: Blut und Feuer und Rauchsäulen; * die Sonne soll verwandelt werden in Finsternis und der Mond in Blut, ehe der große und schreckliche Tag des HERRN kommt. * Und es wird geschehen: Jeder, der den Namen des HERRN anruft, wird gerettet werden; denn auf dem Berg Zion und in Jerusalem wird Errettung sein, wie der HERR verheißen hat, und bei den Übriggebliebenen, die der HERR beruft.

Joel 3:3-5 (Schlachter 2000)

Zunächst ist festzustellen, daß es Zeichen sowohl am Himmel, wie auch auf Erden geben wird. Die irdischen Zeichen können schlichtweg als kriegerische Gewalt betrachtet werden u. somit würden sich die Begriffe: Blut = Blutvergießen, Feuer = Brandschatzung u. Rauchsäulen = großflächige Brände (Städtebrand) unmißverständlich auf die Zerstörung Jerusalems durch die Römer beziehen. Doch was ist mit den Himmelszeichen. Hierzu gibt es zwei Deutungen. Als erstes ziehen wir die astronomischen - bitte richtig lesen: Astronomie = die Wissenschaft von den Gesetzen im Universum und der Bewegungen der Sterne! - Phänomene, wie Sonnen- u. Mondfinsternis in betracht. Es sei hier auf eine Referenz verwiesen: R. Gautschy, Sonnenfinsternisse und ihre chronologische Bedeutung: Ein neuer Sonnenfinsterniskanon für Altertumswissenschaftler, Klio 94, Heft 1, 2012, S. 7-17. Auf der Internetpräsenz Gautschy.ch findet sich ein Sonnenfinsterniskanon, welcher die Sonnenfinsternisse an verschiedenen Referenzorten auf der Erde nach ihrer prozentualen Verdeckung der Sonne durch den Mond (partielle u. vollständige Sonnenfinsternisse) in dem Zeitraum von 2.500 vor bis 2.500 unserer Zeitrechnung (Zeitspanne von 5.000 Jahren) auflistet. Da leider Jerusalem nicht als Referenzort verzeichnet ist, fiel die Wahl auf das ägypt. Alexandria. Die Gründe hierfür: Alexandria u. Jerusalem liegen lediglich rund 500 km Luftlinie von einander entfernt. Dazu liegen beide Städte nur einen halben Breitengrad auseinander. Dies ist deshalb wichtig, weil sich Himmelsereignisse auf dem gleichen Breitengrad an verschiedenen Orten betrachtet, in ihrer Erscheinung ähneln. Mit anderen Worten: eine Sonnenfinsternis in Alexandria hat wohl die gleiche Erscheinung od. Intensität, auch in Jerusalem. Für das Jahr 67 unserer Zeitrechnung ist eine 90%-ige Sonnenfinsternis für Alexandria in dem Sonnenfinsterniskanon verzeichnet und zwar für den 31. Mai 67! Eine solche Sonnenfinsternis ist deutlich wahrzunehmen. Neben dieser Finsternis ist aber auch die Finsternis während des Kreuzestodes unseres Herrn Jesus Christus, zu erwähnen.

Den Informationen einer anderen Internetpräsenz zufolge (Mondfinsternis.info) korrelieren Sonnen- und Mondfinsternisse. Dies liegt in dem Umstand begründet, daß sich der Winkel der Mondbahn, bezogen auf die Gerade Sonne / Erde, derart verschiebt - und dies zyklisch, d. h. in regelmäßigen Abständen -, daß der Mond sich am Tag zwischen Sonne u. Erde schiebt: Sonnenfinsternis - und in der Nacht, der Mond vom Kernschatten der Erde verdeckt wird: Mondfinsternis. Dieses Ereignis kann auch als Blutmond wahrgenommen werden, d. h. der Mond verändert seine Farbe von Fahlweiß in Blutrot. Somit sind die Zeichen an Sonne u. Mond astronomisch erklärbar und haben auch in der besonderen Zeit, als die Römer Jerusalem belagerten u. schließlich zerstörten, stattgefunden.

Selbstverständlich ist die astronomische Erklärung nur ein Deutungsversuch. El Schaddaj ist der große Souverän und er kann Dinge eintreten lassen, von denen wir nicht einmal etwas ahnen können. Dennoch erscheint es hier aber als rechte Haltung und Herangehensweise, Ereignisse erst einmal auf ihre möglichen natürlichen Ursachen hin zu untersuchen.

Kommen wir aber jetzt noch zu den Zeichen am Himmel: Josephus Flavius berichtet in seinem Werk: 'Der jüdische Krieg', im Sechsten Buch, im 5 Kapitel von folgenden Himmelserscheinungen:


• Ein schwertähnliches Gestirn steht über der Stadt.
• Ein Komet blieb ein ganzes Jahr lang am Himmel.
• Vor den ersten kriegerischen Auseinandersetzungen, beim Fest der ungesäuerten Brote, umstrahlte um die neunte Stunde, eine halbe Stunde lang, eine Lichterscheinung den Tempel u. den Altar.
• Zum gleichen Fest warf eine als Opfer in den Tempel geführte Kuh, ein Lamm!
• Das eherne Osttor des inneren Vorhofes, welches von 20 Männern nur schwer zu bedienen war, öffnete sich um Mitternacht von selbst.
• Am Pfingstfest vor Sonnenuntergang sah man am Himmel bewaffnete Scharen mit Wagen, Städte umkreisen. Es geschah am 21. Artemiaios.
• Die Priester hören ein Getöse u. Rauschen u. den vielstimmigen Ruf: "Laßt uns von hinnen ziehen!"
• Das Zeugnis eines gewissen Jesus b. Ananus: Er begann vier Jahre vor Ausbruch des Krieges zur Zeit des Laubhüttenfestes, über die Stadt Jerusalem zu klagen.

Angesichts dieser historischen Belege, ist die Erfüllung von Joel 3:1-5 als zuverlässig in Erfüllung gegangen anzusehen.

Abschließend sei hier noch die falsche Übersetzung von Aposteltaten 2:20 behandelt:

... die Sonne wird sich in Finsternis verwandeln und der Mond in Blut, ehe der große und herrliche Tag des Herrn kommt.

Aposteltaten 2:20 (Schlachter 2000)

Die Masora spricht in Joel 3:4 von יָרֵא d. i.: furchtbar, furchteinflößend, schrecklich, etc. LXX (Septuaginta) gibt das hebr. יָרֵא mit dem gr. ἐπιφανῆ wieder. Genau dieses Wort findet sich auch beim Apostel Petrus: ἐπιφανῆ. Gemoll führt zu ἐπιφανής aus: sichtbar, augenscheinlich, deutlich, hervorleuchtend, ausgezeichnet ..., aber keinesfalls herrlich! Somit liegt hier eine Falschübersetzung vor. Das Prophetenwort aus Joel wird vom Apostel nicht umgedeutet und wenn man einfach nur den Kontext - also die Verse 3:3-5 betrachtet, dann kann man unmöglich zum Schluß kommen, daß der Prophet Joel oder der Apostel von etwas Herrlichem für die betroffenen Menschen spricht. Es ist vielmehr eine Warnung!

Details zum Ende des Mosaischen Äons

Warum können u. dürfen wir vom Ende des Mosaischen Äons sprechen? Weil er vielfach angekündigt worden ist! Doch bevor wir die Belege für die Richtigkeit dieser Annahme betrachten, müssen wir uns erst ein wenig mit dem Mosaischen Äon als solchen befassen. Was war das Ziel des Mosaischen Äons? Einfach gesagt: Das Volk Israel auf ihren Messias vorzubereiten und für sie den verheißenen Königspriesterbund zu bestätigen.

Wenn ihr nun wirklich meiner Stimme Gehör schenken und gehorchen werdet und meinen Bund bewahrt, so sollt ihr vor allen Völkern mein besonderes Eigentum sein; denn die ganze Erde gehört mir, * ihr aber sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein! Das sind die Worte, die du den Kindern Israels sagen sollst.

Exodus 19:5-6 (Schlachter 2000)

Dem Bundesschluß am Horeb (Sinai) geht die Segensverheißung an Abraham, Isaak u. Jakob voraus:

Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf der Erde!

Genesis 12:3 (Schlachter 2000)

Und der Engel des HERRN rief Abraham zum zweitenmal vom Himmel her zu, * und er sprach: Ich habe bei mir selbst geschworen, spricht der HERR: Weil du dies getan und deinen Sohn, deinen einzigen, nicht verschont hast, * darum will ich dich reichlich segnen und deinen Samen mächtig mehren, wie die Sterne am Himmel und wie den Sand am Ufer des Meeres; und dein Same soll das Tor seiner Feinde in Besitz nehmen, * und in deinem Samen sollen alle Völker der Erde gesegnet werden, weil du meiner Stimme gehorsam warst!

Genesis 22:15-18 (Schlachter 2000)

Die Bestätigung an Isaak:

Und ich will deinen Samen mehren wie die Sterne des Himmels, und ich will deinem Samen das ganze Land geben; und in deinem Samen sollen gesegnet werden alle Völker der Erde, * weil Abraham meiner Stimme gehorsam gewesen ist und meine Rechte, meine Gebote, meine Satzungen und meine Gesetze gehalten hat!

Genesis 26:4-5 (Schlachter 2000)

Die Bestätigung an Jakob:

Und siehe, der HERR stand über ihr und sprach: Ich bin der HERR, der Gott deines Vaters Abraham und der Gott Isaaks; das Land, auf dem du liegst, will ich dir und deinem Samen geben. * Und dein Same soll werden wie der Staub der Erde, und nach Westen, Osten, Norden und Süden sollst du dich ausbreiten; und in dir und in deinem Samen sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde!

Genesis 28:13-14 (Schlachter 2000)

Unser Fokus ruht auf der Segensverheißung! Mit der Linie Abraham, Isaak, Jakob, legt El Schaddaj den 'Heilsweg' für alle Menschen (Völker, Stämme, Nationen, etc.) fest. Als dann die bestimmte Zeit erfüllt war, führte El Schaddaj die Nachkommen Abrahams unter Mose aus der ägyptischen Sklaverei heraus. Bitte versuchen wir diesen Segensweg, an dessen Ende die ewige Herrlichkeit und die Freiheit von Sünde u. Tod stehen, als einen Gang durch einen langen Korridor zu verstehen, der durch Türen unterteilt ist. Am Anfang dieses Weges befindet sich eine Tür durch die Abraham, glaubensvoll den Korridor betrat, als er El Schaddajs Ruf gehorchte und in das Land Kanaan zog. Nacheinander durchschritt er und seine Nachkommen solche Türen des Heilsweges und nun steht das Volk Israel am roten Meer. Die Taufe auf Moses ist eine weitere Tür, die durchschritten wird:

Ich will aber nicht, meine Brüder, daß ihr außer acht laßt, daß unsere Väter alle unter der Wolke gewesen und alle durch das Meer hindurchgegangen sind. * Sie wurden auch alle auf Mose getauft in der Wolke und im Meer, * und sie haben alle dieselbe geistliche Speise gegessen und alle denselben geistlichen Trank getrunken; * denn sie tranken aus einem geistlichen Felsen, der ihnen folgte. Der Fels aber war Christus.

1. Brief an die Korinther 10:1-4 (Schlachter 2000)

Mit dem Bundesschluß am Horeb wird eine weitere Tür passiert. Der Bundesschluß markiert formal den Beginn des Mosaischen Äons, obgleich wir hier zuerst auf der Taufe stehen bleiben wollen. Die Taufe auf Mose fand unter gewaltigem Verfolgungsdruck statt. Das Volk hatte die Wahl zwischen: Moses durch das geteilte Meer zu folgen oder von den Ägyptern niedergemacht zu werden. Es war eine Entscheidung zwischen Leben und Tod. Am Ende der festgesetzten Zeit, als der Messias, unser Herr der Herrlichkeit, Jesus Christus, kam, stand das Volk wiederum vor einer Tür des Heilsweges, doch diesmal ohne Furcht. Es galt die Tür in vertrauender Liebe zu passieren - aber nur wenige des Volkes waren hierzu bereit. Der Mosaische Äon bereitete das Volk auf ihren Messias vor und dies in zweifacher Hinsicht. Erstens, als Menschen, die ein Gott wohlgefälliges Leben führen und zweitens, als solche, die, mit ihrem Messias vereint, eine ewige Königspriesterwürde bekleiden. Die Wahl, vor der das Volk stand und bis heute noch steht, kommt in der Tat dem Stehen vor einer einzigen verschlossenen Türe gleich: Bleibe ich vor der Tür stehen oder öffne ich sie und gehe hindurch? Der Mosaische Äon hatte keine andere Funktion und er hatte ein Ende! Als unser Herr Jesus Christus hier auf Erden weilte, war die Zeit fast abgelaufen. Hierzu die biblischen Belege:

Jerusalem, Jerusalem, die du die Propheten tötest und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder sammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken unter die Flügel sammelt, aber ihr habt nicht gewollt! * Siehe, euer Haus wird euch verwüstet gelassen werden; * denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht mehr sehen, bis ihr sprechen werdet: »Gepriesen sei der, welcher kommt im Namen des Herrn!«

Evangelium n. Matthäus 23:37-39 (Schlachter 2000)

Und er fing an, in Gleichnissen zu ihnen zu reden: Ein Mensch pflanzte einen Weinberg und zog einen Zaun darum und grub eine Kelter und baute einen Wachtturm und verpachtete ihn an Weingärtner und reiste außer Landes.

Evangelium n. Markus 12:1 (Schlachter 2000)

Was wird nun der Herr des Weinbergs tun? Er wird kommen und die Weingärtner umbringen und den Weinberg anderen geben! * Habt ihr nicht auch dieses Schriftwort gelesen: »Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden. * Vom Herrn ist das geschehen, und es ist wunderbar in unseren Augen«? * Da suchten sie ihn zu ergreifen, aber sie fürchteten das Volk; denn sie erkannten, daß er das Gleichnis gegen sie gesagt hatte. Und sie ließen ab von ihm und gingen davon.

Evangelum n. Markus 12:9-12 (Schlachter 2000)

Jesus spricht zu ihr: Frau, glaube mir, es kommt die Stunde, wo ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet.

Evangelum n. Johannes 4:21 (Schlachter 2000)

Aber die Stunde kommt und ist schon da, wo die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten werden; denn der Vater sucht solche Anbeter. * Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.

Evangelum n. Johannes 4:23-24 (Schlachter 2000)

Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, * damit er die, welche unter dem Gesetz waren, loskaufte, damit wir die Sohnschaft empfingen.

Brief an die Galater 4:4-5 (Schlachter 2000)

Indem er sagt: »Einen neuen«, hat er den ersten [Bund] für veraltet erklärt; was aber veraltet ist und sich überlebt hat, das wird bald verschwinden.

Brief an die Hebräer 8:13 (Schlachter 2000)

Mit der Zerstörung des Tempels zu Jerusalem, war der Mosaische Äon zu Ende gekommen. Ohne den Tempel gibt es de facto kein gültiges Opfer mehr. Wir erinnern uns kurz an die Anordnungen El Schaddajs im Gesetz Mose, bezüglich Opfer und Wallfahrten. All dies benötigt nicht irgend einen heiligen Ort, sondern den einzigen Ort, an dem der Name El Schaddajs, יהוה, ruht, auf den er aus den Himmeln herabschaut: den IHM geweihten Tempel zu Jerusalem! Somit ist mit der Zerstörung des Tempels, ohne Wenn und Aber, das Ausleben des Mosaischen Gesetzes unmöglich gemacht. Alle Bemühungen es dennoch zu tun, sind Sünde! Vergleiche bitte hierzu:

Denn wer das ganze Gesetz hält, sich aber in einem verfehlt, der ist in allem schuldig geworden. * Denn der, welcher gesagt hat: »Du sollst nicht ehebrechen!«, hat auch gesagt: »Du sollst nicht töten!« Wenn du nun zwar nicht die Ehe brichst, aber tötest, so bist du ein Übertreter des Gesetzes geworden.

Brief des Jakobus 2:10-11 (Schlachter 2000)

!Dsp.: Die letzte der 70 Jahrwochen erfüllt sich in der Endzeit!

!Die 70 Jahrwochen endeten 70 unserer Zeitrechnung!

Um das Ende des Mosaischen Äon auf 70 u.ZR. [unsere Zeitrechnung]. festzulegen, bedarf es einer Erklärung. Dsp. behauptet ja, daß die 70. Jahrwoche noch zukünftig ist und verweist auf die sog. 'Prophetische Uhr', die mit der Verwerfung des Messias durch das Volk Israel, angehalten worden sei, ähnlich, wie man eine Standuhr zum Stehen bringt, wenn man ihr Pendel blockiert. Die folgende Ausführung zeigt einen lückenlosen Ablauf der 70 Jahrwochen. Kommen wir zuerst zu dem Text aus dem Prophetenbuch Daniel.

Siebzig Wochen sind bestimmt über dein Volk und über die heilige Stadt, so wird dem Übertreten gewehrt und die Sünde abgetan und die Missetat versöhnt und die ewige Gerechtigkeit gebracht und die Gesichte und Weissagung versiegelt und ein Hochheiliges gesalbt werden.

Daniel 9:24

Die Reichweite der Prophezeiungen des Alten Bundes

Lenken wir unsere Aufmerksamkeit auf die beiden Hervorhebungen im eben gelesenen Bibelvers. Hier haben wir ein Beispiel für die irreführende 'dynamisch gleichwertige Übersetzungspraxis' (siehe weiter oben)! An beiden Stellen steht im Grundtext das hebr. חָתַם, welches korrekt konkordant mit 'zu siegeln' zu übersetzen ist, denn es handelt sich in beiden Fällen um einen Qal Infinitiv Constructus. Somit müßte der Text wie folgt gelesen werden:

Siebzig Wochen sind bestimmt über dein Volk und über die heilige Stadt, um dem Übertreten zu wehren und die Sünden zu siegeln und zu machen bedecken die Missetat und zu begeben ewige Gerechtigkeit und die Gesichte und Weissagung zu siegeln und Hochheiliges zu salben.

Daniel 9:24 (Luther 1912 vom Autor abgeändert)

Für die Hebräischkundigen hier noch der masoretische Grundtext:

שָׁבֻעִ֨ים שִׁבְעִ֜ים נֶחְתַּ֥ךְ עַֽל־עַמְּךָ֣׀ וְעַל־עִ֣יר קָדְשֶׁ֗ךָ לְכַלֵּ֨א הַפֶּ֜שַׁע וּלַחְתֹּם חַטָּאוֹת וּלְכַפֵּ֣ר עָוֹ֔ן וּלְהָבִ֖יא צֶ֣דֶק עֹֽלָמִ֑ים וְלַחְתֹּם֙ חָז֣וֹן וְנָבִ֔יא וְלִמְשֹׁ֖חַ קֹ֥דֶשׁ קָֽדָשִֽׁים׃

Daniel 9:24 (BHS)

Was besagt also der Text? Nichts anderes, als daß nach den '70 Wochen' sowohl die Sünden, als auch die Propheten, bzw. die Prophezeiungen gesiegelt werden. Was bedeutet aber der Ausdruck 'siegeln'? Ein Siegel wird am Ende eines Schriftstückes angebracht und zeigt neben der Identifikation des Absenders auch das Ende des Schreibens an. Dies bedeutet also nichts, aber auch gar nichts anderes, als daß nach den '70 Wochen' die Sünden u. die Propheten enden! Diese Interpretation deckt sich auch mit den Aussagen des Herrn Jesus Christus:

Denn alle Propheten und das Gesetz haben geweissagt bis auf Johannes.

Evangelium nach Matthäus 11:13

Das Gesetz und die Propheten weissagen bis auf Johannes; und von der Zeit wird das Reich Gottes durchs Evangelium gepredigt, und jedermann dringt mit Gewalt hinein.

Evangelium nach Lukas 16:16

- Allein diese Texte reichen aus, um den Dsp. als Irrtum deutlich zu kennzeichnen! - Aber wollen wir noch weitere Fakten folgen lassen und wenden wir uns als nächstes den '70 Wochen' zu und betrachten wir ihren zeitlichen Verlauf.

Das Zeitenmodell der siebzig Siebener

Unser Augenmerk gilt jetzt der Formulierung, die als '70 Wochen' od. '70 Jahrwochen' in unseren deutschsprachigen Bibeln wiedergegeben wird. Der Grundtext spricht hier von: שָׁבֻעִים שִׁבְעִים (schawuchim schiwchim,) d. i. 'siebzig Siebener', wortwörtlich: 'Siebener siebzig'. Die Septuaginta [LXX] spricht ebenso, wie BHS von: ἑβδομήκοντα ἑβδομάδες, also 'siebzig Siebener'. Diese Formulierung wird für gewöhnlich als 'Woche' übersetzt. In den Büchern des Neuen Bundes finden wir auch noch die Bezeichnung: σαββάτων. Bis heute zählen die Hebräer die Tage: Haupt (1. Tag) bis 6. Tag - für uns also Sonntag bis Freitag - um dann den siebenten Tag, als Schabbath (das Aufhören) zu bezeichnen. Das diese 'siebzig Siebener' keine Wochen im Sinne einer siebentägigen Periode zu verstehen waren, konnte recht schnell im Verlauf der Zeit erkannt werden. Ebenso sollten wir uns im Klaren darüber sein, daß die 'Siebener' zwar üblicherweise 'Wochen' bedeuten, doch aufgrund der eigentlichen, wörtlichen Bedeutung, diese Formulierung nicht automatisch 'Wochen', sondern auch einfach eine Periode von 'Siebenern' bedeuten kann! Doch lesen wir den Text im Zusammenhang:

Siebzig Wochen sind bestimmt über dein Volk und über die heilige Stadt, so wird dem Übertreten gewehrt und die Sünde abgetan und die Missetat versöhnt und die ewige Gerechtigkeit gebracht und die Gesichte und Weissagung versiegelt und ein Hochheiliges gesalbt werden. 25 So wisse nun und merke: von der Zeit an, da ausgeht der Befehl, daß Jerusalem soll wieder gebaut werden, bis auf den Gesalbten, den Fürsten, sind sieben Wochen; und zweiundsechzig Wochen, so werden die Gassen und Mauern wieder gebaut werden, wiewohl in kümmerlicher Zeit. 26 Und nach den zweiundsechzig Wochen wird der Gesalbte ausgerottet werden und nichts mehr sein. Und das Volk eines Fürsten wird kommen und die Stadt und das Heiligtum verstören, daß es ein Ende nehmen wird wie durch eine Flut; und bis zum Ende des Streits wird’s wüst bleiben. 27 Er wird aber vielen den Bund stärken eine Woche lang. Und mitten in der Woche wird das Opfer und Speisopfer aufhören. Und bei den Flügeln werden stehen Greuel der Verwüstung, bis das Verderben, welches beschlossen ist, sich über die Verwüstung ergießen wird.

Daniel 9:24-27

Gegenüberstellung verschieder Ansichten

Es gibt einige Interpretationen bezüglich der 70 Siebener und es ist m. E. sinnvoll, diese einmal näher zu betrachten u. auf ihre Eigentümlichkeiten u. Schwächen aufmerksam zu machen. Grundsätzlich sind alle Interpretationen in dem einen Punkt gleich, daß der 69-ste Siebener mit dem Erscheinen des Messias endete. Betrachten wir also jetzt die verschiedenen Interpretationen zum Ende des 69-sten Siebeners.

Kleiner Exkurs!

Wie eben schon erwähnt, endete der 69-ste Siebener mit dem Erscheinen des Messias. Was danach folgt ist demnach nichts anderes, als der 70-ste Siebener! Auch wenn der Text nie von 69 Siebenern spricht, so ist die anfängliche Formulierung aus Dn9:25 weiterhin gültig: "sieben Siebener und zweiundsechzig Siebener", also in Summe neunundsechzig Siebener. Die Zeit der ersten sieben Siebener ist als die Zeit der Wiederherstellung Jerusalems, des Tempels u. der Wiederaufnahme des regulären, vom Mosaischen Gesetz geforderten, Opferdienstes, zu verstehen. Die Meinungsverschiedenheiten bezüglich des 70-sten Siebeners, werden in den folgenden Darlegungen der einzelnen Sichtweisen ersichtlich.

Der 69-ste Siebender endete mit der Taufe des Messias.

Diese Interpretation ist vom Ansatz her insofern schlüssig, daß mit der Taufe des Herrn Jesus Christus, sein irdisches Wirken begann u. sich ab hier, wie üblicherweise argumentiert, dreieinhalb Jahre Wirken, bis zum Opfertod auf Golgotha anschließen. Was hier allerdings fehlt, ist eine stichhaltige, greibare Darlegung für die nächste hälfte des 70-sten Siebeners.

Es gibt die Ansicht, daß dann etwa dreieinhalb Jahre nach der Auferstehung u. Himmelfahrt des Herrn Jesus, die erste Verfolgung über die Gemeinde Jesu zu Jerusalem, ausgelöst durch die Steinigung des Stephanus, hereinbrach. Mit dieser Verfolgung, so nimmt man an, sei dann der Alte Bund abgetan, d. h.: die zweite Hälfte des 70-sten Siebeners verstrichen. So weit, so gut, doch wissen wir, daß auch gerade unser Bruder, der Apostel Paulus noch Jahre später in den Tempel zu Jerusalem hinaufging und dort auch festgenommen wurde. Zudem berichtet uns auch die Bibel über die Jünger des Herrn Jesus, unsere Brüder, die als 'Eiferer für das Gesetz' bezeichnet wurden. Die Textstellen hierzu:

Saulus aber hatte Wohlgefallen an seinem Tode. Es erhob sich aber zu der Zeit eine große Verfolgung über die Gemeinde zu Jerusalem; und sie zerstreuten sich alle in die Länder Judäa und Samarien, außer den Aposteln.

Aposteltaten 8:1

Da wir nun gen Jerusalem kamen, nahmen uns die Brüder gern auf. * Des andern Tages aber ging Paulus mit uns ein zu Jakobus, und es kamen die Ältesten alle dahin. * Und als er sie gegrüßt hatte, erzählte er eines nach dem andern, was Gott getan hatte unter den Heiden durch sein Amt. * Da sie aber das hörten, lobten sie den HERRN und sprachen zu ihm: Bruder, du siehst, wieviel tausend Juden sind, die gläubig geworden sind, und alle sind Eiferer für das Gesetz; * sie sind aber berichtet worden wider dich, daß du lehrest von Moses abfallen alle Juden, die unter den Heiden sind, und sagest, sie sollen ihre Kinder nicht beschneiden, auch nicht nach desselben Weise wandeln. * Was denn nun? Allerdinge muß die Menge zusammenkommen; denn sie werden’s hören, daß du gekommen bist. * So tue nun dies, was wir dir sagen. * Wir haben hier vier Männer, die haben ein Gelübde auf sich; die nimm zu dir und heilige dich mit ihnen und wage die Kosten an sie, daß sie ihr Haupt scheren, so werden alle vernehmen, daß es nicht so sei, wie sie wider dich berichtet sind, sondern daß du auch einhergehest und hältst das Gesetz. * Denn den Gläubigen aus den Heiden haben wir geschrieben und beschlossen, daß sie der keines halten sollen, sondern nur sich bewahren vor Götzenopfer, vor Blut, vor Ersticktem und vor Hurerei.

Wann auch immer genau sich diese Begebenheit zugetragen hatte, eines ist doch klar: Wenn die zweite Hälfte des 70-sten Siebeners mit der ersten Verfolgung der Ekkläsia endete, dann war der Rat des Jakobus u. der Älteren unnötig und zudem auch falsch! Somit ist dieser Erklärungsversuch nicht überzeugend.

!Dsp.: Der 69-ste Siebener endete mit dem Einzug des Messias in Jerusalem, ca. eine Woche vor seinem Opfertod!

und:

!Dsp.: Der 70-ste Siebener steht noch aus!

Der Dsp. sieht das Ende des 69-sten Siebeners bei diesem Ereignis als beendet:

Da sie nun nahe an Jerusalem kamen, gen Bethphage an den Ölberg, sandte Jesus seiner Jünger zwei * und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und alsbald werdet ihr eine Eselin finden angebunden und ihr Füllen bei ihr; löset sie auf und führet sie zu mir! * Und so euch jemand etwas wird sagen, so sprecht: Der HERR bedarf ihrer; sobald wird er sie euch lassen. * Das geschah aber alles, auf daß erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: * "Saget der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen der lastbaren Eselin." * Die Jünger gingen hin und taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, * und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider darauf und setzten ihn darauf. * Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg; die andern hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. * Das Volk aber, das vorging und nachfolgte, schrie und sprach: Hosianna dem Sohn Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des HERRN! Hosianna in der Höhe!

Evangelium nach Matthäus 21:1-9

Was aber ist mit dem Zeitraum zwischen dem Einzug in Jerusalem u. dem Opfertod auf Golgotha? Wenn also der 69-ste Siebener mit dem Einzug endete, dann begann der 70-ste schon unmittelbar danach oder gab es ein zeitliches Vakuum von ca. fünf Tagen? Jedenfalls vertritt Dsp. die Ansicht, daß mit der Verwerfung des Messias die prophetische Uhr angehalten worden sei und nun eine Wartezeit am Verstreichen ist, bis dann in der Zukunft, der 70-ste Siebener sich während des antichristlichen Wirkens erfüllt.

Zusammenfassend kann hier gesagt werden, das die Sicht des Dsp. lediglich nur für das Ende des 69-sten Siebeners einen verifizierbaren Zeitpunkt liefert. Alles andere wird in die Zukunft verlegt u. kann dementsprechend nicht beurteilt werden.

!Der 69-ste Siebener endete mit der Geburt des Messias!

Ausgehend von diesem Endpunkt lösen sich alle Spannungen und Fragen, fast von allein auf! Beginnen wollen wir mit einem prophetischen Wort:

Darum so wird euch der HERR selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie heißen Immanuel.

Jesaja 7:14

Wir wissen aus der Bibel, daß der Messias in diese unsere Welt derart seinen Eingang nahm, wie ihn auch jeder von uns genommen hat: Durch Zeugung u. anschl. Geburt. Diese Geburt war über siebenhundert Jahre zuvor durch den Propheten Jesaja prophezeit worden. Diese Jungfrauengeburt ist die allererste Prophezeiung, die der kommende Messias zu erfüllen hatte! Warum also sollte nicht seine Geburt das Ende des 69-sten Siebeners und auch gleichzeitig den Beginn des 70-sten Siebeners markieren? Diese Frage gewinnt durch die ausführliche biblische Berichterstattung noch mehr an Bedeutung. Es folgen die Bibelstellen:

a. Die jungfräuliche Empfängnis des Messias

Und im sechsten Monat ward der Engel Gabriel gesandt von Gott in eine Stadt in Galiläa, die heißt Nazareth, * zu einer Jungfrau, die vertraut war einem Manne mit Namen Joseph, vom Hause David: und die Jungfrau hieß Maria. * Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: Gegrüßet seist du, Holdselige ! Der HERR ist mit dir, du Gebenedeite unter den Weibern! * Da sie aber ihn sah, erschrak sie über seine Rede und gedachte: Welch ein Gruß ist das? * Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria! du hast Gnade bei Gott gefunden. * Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, des Namen sollst du Jesus heißen. * Der wird groß sein und ein Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der HERR wird ihm den Stuhl seines Vaters David geben; * und er wird ein König sein über das Haus Jakob ewiglich, und seines Königreiches wird kein Ende sein. * Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen, da ich von keinem Manne weiß? * Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das von dir geboren wird, Gottes Sohn genannt werden. * Und siehe, Elisabeth, deine Gefreunde, ist auch schwanger mit einem Sohn in ihrem Alter und geht jetzt im sechsten Monat, von der man sagt, daß sie unfruchtbar sei. * Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. * Maria aber sprach: Siehe ich bin des HERRN Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast. Und der Engel schied von ihr.

Evangelium nach Lukas 1:26-38

b. Die jungfräuliche Geburt des Messias

Die Geburt Christi war aber also getan. Als Maria, seine Mutter, dem Joseph vertraut war, fand sich’s ehe er sie heimholte, daß sie schwanger war von dem heiligen Geist. * Joseph aber, ihr Mann, war fromm und wollte sie nicht in Schande bringen, gedachte aber, sie heimlich zu verlassen. * Indem er aber also gedachte, siehe, da erschien ihm ein Engel des HERRN im Traum und sprach: Joseph, du Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, dein Gemahl, zu dir zu nehmen; denn das in ihr geboren ist, das ist von dem heiligen Geist. * Und sie wird einen Sohn gebären, des Namen sollst du Jesus heißen; denn er wird sein Volk selig machen von ihren Sünden. * Das ist aber alles geschehen, auf daß erfüllt würde, was der HERR durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: * "Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden seinen Namen Immanuel heißen", das ist verdolmetscht: Gott mit uns.

Evangelium nach Matthäus 1:18-23

c. Die Verkündigung an die Hirten durch himmlische Scharen

Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. * Und siehe, des HERRN Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des HERRN leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. * Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; * denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der HERR, in der Stadt Davids. * Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. * Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: * Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. * Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Laßt uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der HERR kundgetan hat.

Evangelium nach Lukas 2:8-15

d. Das Zeugnis des gottesfürchtigen Simon

Und siehe, ein Mensch war zu Jerusalem, mit Namen Simeon; und derselbe Mensch war fromm und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels, und der heilige Geist war in ihm. * Und ihm war eine Antwort geworden von dem heiligen Geist, er sollte den Tod nicht sehen, er hätte denn zuvor den Christus des HERRN gesehen. * Und er kam aus Anregen des Geistes in den Tempel. Und da die Eltern das Kind Jesus in den Tempel brachten, daß sie für ihn täten, wie man pflegt nach dem Gesetz, * da nahm er ihn auf seine Arme und lobte Gott und sprach: * HERR, nun läßt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast; * denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, * welchen du bereitest hast vor allen Völkern, * ein Licht, zu erleuchten die Heiden, und zum Preis deines Volkes Israel. * Und sein Vater und seine Mutter wunderten sich des, das von ihm geredet ward. * Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser wird gesetzt zu einem Fall und Auferstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird * [und es wird ein Schwert durch deine Seele dringen], auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werden.

e. Das Zeugnis der Prophetin Hanna

Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuels, vom Geschlecht Asser; die war wohl betagt und hatte gelebt sieben Jahre mit ihrem Manne nach ihrer Jungfrauschaft * und war nun eine Witwe bei vierundachtzig Jahren; die kam nimmer vom Tempel, diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. * Die trat auch hinzu zu derselben Stunde und pries den HERRN und redete von ihm zu allen, die da auf die Erlösung zu Jerusalem warteten.

Evangelium nach Lukas 2:36-38

f. Das Zeugnis der Magoi aus Chaldäa

Da Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen die Weisen vom Morgenland nach Jerusalem und sprachen: * Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten. * Da das der König Herodes hörte, erschrak er und mit ihm das ganze Jerusalem. * Und ließ versammeln alle Hohenpriester und Schriftgelehrten unter dem Volk und erforschte von ihnen, wo Christus sollte geboren werden. * Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande; denn also steht geschrieben durch den Propheten: * "Und du Bethlehem im jüdischen Lande bist mitnichten die kleinste unter den Fürsten Juda’s; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein HERR sei."

Evangelium nach Matthäus 2:1-6

Mit Verlaub: Die Berichte zur Geburt des Messias, unseres Herrn der Herrlichkeit, Jesus Christus, sind umfangreicher, als der Bericht über seinen Einzug in Jerusalem kurz vor seinem Opfertod! Beachtenswert sind überdies auch die Aussagen der betreffenden Personen: Sie sprechen nicht von einem Kind, das dann irgendwann zum Messias wird, sondern sie sprechen vom Erlöser, bwz. vom König Israels!

!Der 70-ste Siebener ist ein großer Siebener!

Betrachten wir die Ereignisse bezüglich des irdischen Lebens unseres Herrn Jesus Christus rückblickend, aus heutiger Sicht, so fällt auf, daß zwischen seiner Geburt und der Zerstörung Jerusalems samt dem Tempel, etwa siebzig Jahre liegen. Etwa zur Hälfte dieser Zeit, starb unser Herr Jesus auf Golgotha. Betrachten wir jetzt diese siebzig Jahre als den 70-sten Siebener, so können wir zum Einen sagen, er ist um das Zehnfache länger, als die anderen und andererseits: Zur Hälfte dieses Siebeners ist der Herr Jesus gestorben u. ca. eine halbe Woche später, wurde Jerusalem zerstört. Ist dies Zufall? Keineswegs! Es ist göttliches Walten. Diese letzte Woche oder Jahrwoche, hat El Schaddaj in seiner Gnade u. Erbarmen für sein Bundesvolk Israel um das zehnfache gedehnt (und wer möchte IHM hier Vorhaltungen diesbezüglich machen?) Zu Beginn sandte er seinen Messias, seinen Monogenäs, Jesus Christus, in diese Welt, geboren von der Jungfrau Maria. Zur Hälfte dieser Woche starb der Monogenäs El Schaddajs an unserer statt, um mit der Sünde und ihren Folgen abzuschließen. Zudem hielt er den Bund - und hier ist der mosaische Bund, d. i. das Mosaische Gesetz, gemeint - für den weiteren Verlauf dieser Woche aufrecht, um dann die Prophezeiungen Daniels, im Jahre 70 u.ZR. durch das römische Herr zu erfüllen.

Dieses Zeitenmodell der 'siebzig Siebener' erklärt alle Spannungen und läßt lediglich die eine Frage offen: "Warum hat El Schaddaj diese letzt Woche um das Zehnfache verlängert?"

Beenden wir nun die Abschweifungen und wenden wir uns noch den offenen Textstellen des Prophetenbuches Joel zu.

!Joel 4 erfüllte sich in den Tagen Hiskias!

Die geschilderten Ereignisse in Joel, Kapitel 4, beschreiben eine Zeit der Ruhe u. Wiederherstellung für Israel, wie sie nach dem Zerbrechen des assyrischen Joches während der Herrschaft Hiskias, einige Jahre währte. Hierzu gehört auch Joel 2:21-27. Sicherlich sind einige Aussagen sinnbildlich zu verstehen, wie z. B. diese:

Denn siehe, in den Tagen und zur selben Zeit, wann ich das Gefängnis Juda’s und Jerusalems wenden werde, * will ich alle Heiden zusammenbringen und will sie in das Tal Josaphat hinabführen und will mit ihnen daselbst rechten wegen meines Volks und meines Erbteils Israel, weil sie es unter die Heiden zerstreut und sich mein Land geteilt * und das Los um mein Volk geworfen haben; und haben die Knaben um Speise gegeben und die Mägdlein um Wein verkauft und vertrunken.

Joel 4:1-3

Welches Tal in Israel ist so groß, daß es alle Heidenheere fassen könnte? Überhaupt ist es ein Vorwurf an den Dsp. die Möglichkeit der Bildsprache hier vollkommen zu ignorieren, um dann auf die wortwörtliche Erfüllung von Prophezeiungen zu pochen.

Weiteres

Nachdem also im Vorangegangenen anhand der Prophezeiungen Joels der Dsp. nach Möglichkeit widerlegt wurde - es muß indes jeder für sich selbst die Fakten prüfen und sich dann entscheiden, wie er zu den Dingen steht - gibt es noch einige Punkte, die im Zusammenhang mit dem Dsp. stehen und der Vollständigkeit halber noch betrachtet werden sollten. Dem Autor scheint dies wichtig, um das Bild dieser verirrten Bibelauslegung - d. i. das des Dispensationalismus - abzurunden.

Antichrist

!Dsp.: Das Wirken des Antichristen!

Der Antichrist ist laut Dsp-These ein (Allein-)Herrscher, der in der Endzeit, in dem 70-sten Siebener, die Weltbühne betritt. Er wird dann einen Bund mit Israel schließen, den er dann nach dreieinhalb Jahren brechen wird. Im Zusammenhang mit diesem Bund wird er sich dann in den Tempel setzen u. er wird auch den Opferdienst im Tempel beenden u. über Israel die dreieinhalbjährige Trübsalszeit hereinbrechen lassen. Letztendlich wird er durch unseren Herrn der Herrlichkeit, Jesus Christus, beseitigt werden. Soweit - in der Hoffnung, daß der Autor keine wichtigen Details ausgelassen u. diese auch nach aktuellem Dsp-Verständnis dargelegt hat - dieser kurzer Abriß über Person u. Wirken des Antichristen.

!Das biblische Bild des Antichristen!

Biblisch betrachtet, ist das eben, über den Antichristen, Gelesene als vollkommen haltlos u. unbiblisch zurückzuweisen! Warum? Weil es den Antichristen in dieser Form in den Heiligen Büchern, der Bibel, nicht gibt! Beginnen wir deshalb erst einmal mit der Person des Antchristen, wie er in der Bibel geschildert wird:

Kinder, es ist die letzte Stunde! Und wie ihr gehört habt, daß der Widerchrist kommt, so sind nun viele Widerchristen geworden; daher erkennen wir, daß die letzte Stunde ist.

1. Brief d. Johannes 2:18

Für den Fall, daß jemand sich an der Wortwahl der Übersetzung 'Luther 1912' stört, hier noch zwei andere:

Kinder, es ist die letzte Stunde! Und wie ihr gehört habt, daß der Antichrist kommt, so sind jetzt viele Antichristen aufgetreten; daran erkennen wir, daß es die letzte Stunde ist.

1. Brief d. Johannes 2:18 (Schlachter 2000)

Kinder, es ist die letzte Stunde, und wie ihr gehört habt, dass der Antichrist kommt, so sind auch jetzt viele Antichristen aufgetreten; daher erkennen wir, dass es die letzte Stunde ist.

1. Brief d. Johannes 2:18 (Elberfelder 2006)

Der Textus Receptus (SCR) liest, wie folgt:

Παιδία, ἐσχάτη ὥρα ἐστί, καὶ καθὼς ἠκούσατε ὅτι ὁ ἀντίχριστος ἔρχεται, καὶ νῦν ἀντίχριστοι πολλοὶ γεγόνασιν· ὅθεν γινώσκομεν ὅτι ἐσχάτη ὥρα ἐστίν.

1. Brief d. Johannes 2:18 (SCR)

Diese Stelle aus 1J2:18 ist die erste, an der der Begriff od. Name 'Antichrist' vorkommt. Überhaupt muß erwähnt werden, daß dieser Begriff nur ausschließlich in den Briefen unseres Bruders, des Apostels Johannes, vorkommt. Kein anderer Bibelschreiber benutzt diesen Namen und der Apostel Johannes benutzt denselben nur in seinem ersten u. zweiten Brief. Er benutzt ihn auch nicht in dem Buch der Offenbarung! Des weiteren sollte bitte beachtet werden, daß eben gelesener Bibeltext den Begriff 'Antichrist' sowohl in der Einzahl (Singular), als auch in der Mehrzahl (Plural) verwendet. Es geht also nicht nur um einen einzigen Weltherrscher, den der Dsp. als 'Antichrist' bezeichnet, sondern es handelt sich insgesamt um eine Gruppe von Menschen, denen ein Kennzeichen gemein ist: Sie sind vom Geist des Antichristen durchdrungen. Das Kennzeichen dieser Geisteshaltung ist leicht zu erkennen: Sie leugnen, daß der unser Herr Jesus nicht der Christus sei und nicht ins Fleisch gekommen ist! Zudem Verleugnen sie auch unseren Himmlischen Vater. Diese Identifikation wird aus den folgenden Bibeltexten klar ersichtlich:

Wer ist ein Lügner, wenn nicht, der da leugnet, daß Jesus der Christus sei? Das ist der Widerchrist, der den Vater und den Sohn leugnet.

1. Brief des Johannes 2:22

Ihr Lieben, glaubet nicht einem jeglichen Geist, sondern prüfet die Geister, ob sie von Gott sind; denn es sind viel falsche Propheten ausgegangen in die Welt. * Daran sollt ihr den Geist Gottes erkennen: ein jeglicher Geist, der da bekennt, daß Jesus Christus ist in das Fleisch gekommen, der ist von Gott; * und ein jeglicher Geist, der da nicht bekennt, daß Jesus Christus ist in das Fleisch gekommen, der ist nicht von Gott. Und das ist der Geist des Widerchrists, von welchem ihr habt gehört, daß er kommen werde, und er ist jetzt schon in der Welt.

1. Brief des Johannes 4:1-3

Denn viele Verführer sind in die Welt gekommen, die nicht bekennen Jesum Christum, daß er in das Fleisch gekommen ist. Das ist der Verführer und der Widerchrist.

2. Brief des Johannes Vers 7

In der Kürze sind alle Bibelstellen, in denen der Begriff 'Antichrist' (Luther 1912: Widerchrist) vorkommt gelistet worden. Es gibt keine anderen! Der Kontext bezeugt klar und unmißverständlich, daß es bei der Warnung vor dem Antichristen, besser vor den Antichristen, primär darum geht, daß diese unseren Herrn Jesus als im Fleisch gekommen verleugnen! Beim Antichristen geht es um eine ihm innewohnende Geisteshaltung. Hier nochmals die ausdrücklichen Kennzeichen dieser Geisteshaltung im direkten Textzusammenhang:

• Leugnung von Vater und Sohn, d. i. die Gottessohnschaft unseres Herrn Jesus Christus.

• Der Herr Jesus Christus ist nicht der Christus od. Messias.

• Der Herr Jesus Christus ist nicht ins Fleisch gekommen.

Ebenfalls in seinem ersten Brief schreibt der Apostel Johannes über das Bekenntnis der Gottessohnschaft:

Welcher nun bekennt, daß Jesus Gottes Sohn ist, in dem bleibt Gott und er in Gott.

1. Brief des Johannes 4:15

Fassen wir kurz zusammen: Der Antichrist steht für eine Person mit einer antichristlichen Geisteshaltung, in der er sowohl den Herrn Jesus als Erlöser (d. i. Christus od. Messias), als auch ins Fleisch gekommen ablehnt. Zudem leugnet er auch die Gottessohnschaft des Herrn Jesus. Das Auftreten solcher Antichristen, ist als Kennzeichen der letzten Stunde zu werten. Da es gemäß dieser Definition schon zur Zeit der Abfassung der Briefe des Apostels Johannes, viele Menschen mit dieser Geisteshaltung gab und auch heute noch gibt, kann man den Begriff 'Antichrist' nicht einfach auf einen kommenden Weltherrscher ohne weiteres anwenden.

!Der 'Antichrist' schließt und bricht auch keinen Bund!

An dieser Stelle müssen wir uns erneut den Ausführungen des Boten Gabriels zuwenden, in denen er den Propheten Daniel Aufschluß über die siebzig Siebener gab:

Siebzig Wochen sind bestimmt über dein Volk und über die heilige Stadt, so wird dem Übertreten gewehrt und die Sünde abgetan und die Missetat versöhnt und die ewige Gerechtigkeit gebracht und die Gesichte und Weissagung versiegelt und ein Hochheiliges gesalbt werden. 25 So wisse nun und merke: von der Zeit an, da ausgeht der Befehl, daß Jerusalem soll wieder gebaut werden, bis auf den Gesalbten, den Fürsten, sind sieben Wochen; und zweiundsechzig Wochen, so werden die Gassen und Mauern wieder gebaut werden, wiewohl in kümmerlicher Zeit. 26 Und nach den zweiundsechzig Wochen wird der Gesalbte ausgerottet werden und nichts mehr sein. Und das Volk eines Fürsten wird kommen und die Stadt und das Heiligtum verstören, daß es ein Ende nehmen wird wie durch eine Flut; und bis zum Ende des Streits wird’s wüst bleiben. 27 Er wird aber vielen den Bund stärken eine Woche lang. Und mitten in der Woche wird das Opfer und Speisopfer aufhören. Und bei den Flügeln werden stehen Greuel der Verwüstung, bis das Verderben, welches beschlossen ist, sich über die Verwüstung ergießen wird.

Daniel 9:24-27

Wir konzentrieren uns zunächst auf die Verse Dn9:26-27. Als erstes muß angemerkt werden, daß das Hebräische a.) nur einen Artikel für alle Geschlechter kennt u. b.) das der Artikel im Gegensatz zum Deutschen, hervorhebende, betonende Funktion hat, sowie c.) das Hebräische nur zwei Genus, nämlich maskulin (männlich) u. feminin (weiblich) kennt. Somit haben wir im Deutschen für's Erste ein Problem mit der exakten Wiedergabe von 'das Volk' (hebr.: ha-cham) und dem Personalpronomen 'er', zu Beginn des Verses Dn9:27. Doch zurück zum Text:

Nach einer definierten Zeit von insgesamt sieben plus zweiundsechzig, d. h. neunundsechzig Siebenern, wird der Gesalbte abgeschnitten d. h. getötet. Anschließend kommt das Volk eines Fürsten und zerstört sowohl die Stadt, wie auch das Heiligtum. Und hier kommt es auf das richtige Lesen u. Verstehen an: Es heißt ausdrücklich: 'das Volk eines Fürsten'. Nun, im Grundtext steht hier eine Constructus-Verbindung, die richtig mit '(das) Volk (eines) Fürsten' übersetzt ist. Die Constructus-Verbindung drückt ein Besitzverhältnis aus, welches im Deutschen mit dem Genitiv ausgedrückt wird. Grammatisch betrachtet ist hier der Agens, d. i. der Handelnde, nicht der Fürst, sondern das Volk, denn der Agens einer Handlung steht nie im Genitiv! Dieser Umstand ist äußerst wichtig, denn der nächste Vers, Dn9:27, beginnt mit 'und er veranlaßt zu stärken'. Wer aber ist 'er'? Wer wird mit dem Personalpronomen 3-te Person maskulin Singular ausgedrückt? Der Autor geht davon aus, daß die Übersetzer der gängigen deutschsprachigen Übersetzungen, erwähnt seien hier Luther 1912, Schlachter 2000, Elberfelder 2006, sowie Herrmann Menge, ein besseres Verständnis des Grundtextes besitzen, als er (der Autor dieses Stückwerkes) selbst - und doch übersetzen sie alle mit 'er'. Warum dies so interessant ist? Weil sich das Personalpronomen 'er' auf das übergeordnete Subjekt bezieht. Das übergeordnete Subjekt steht aber logischerweise vor dem Personalpronomen, muß also im bereits gelesenen Text zu finden sein. Im Vers vorher kämen streng genommen zwei Möglichkeiten in Betracht: 'der Gesalbte' oder 'das Volk', aber keineswegs 'der Fürst des Volkes'! Wenn aber das Volk gemeint sein sollte - und hier sei auf die deutsche Sprache gezielt - dann muß es korrekt heißten: 'und es veranlaßt ...' Somit geben die Übersetzer Zeugnis für den Gesalbten u. nicht für das Volk! Aus diesem einfachen Grund hat ein sog. 'Antichrist' hier nichts zu suchen.

!Daniel 9:20-27 biblisch ausgelegt!

Weil wir diesen Text jetzt schon so genau betrachtet haben, soll hier der Vollständigkeit halber die gesamte Passage Daniel 9:24-27 nochmals biblsich ausgelegt u. nicht dispensationalistisch zerlegt werden. Wir ziehen des Zusammenhangs willen noch die Verse Dn9:20-23 einleitend hinzu:

Als ich noch so redete und betete und meine und meines Volks Israel Sünde bekannte und lag mit meinem Gebet vor dem HERRN, meinem Gott, um den heiligen Berg meines Gottes, * eben da ich so redete in meinem Gebet, flog daher der Mann Gabriel, den ich zuvor gesehen hatte im Gesicht, und rührte mich an um die Zeit des Abendopfers. * Und er unterrichtete mich und redete mit mir und sprach: Daniel, jetzt bin ich ausgegangen, dich zu unterrichten. * Denn da du anfingst zu beten, ging dieser Befehl aus, und ich komme darum, daß ich dir’s anzeige; denn du bist lieb und wert. So merke nun darauf, daß du das Gesicht verstehest.

Daniel 9:20-23

Der Grund für die nachfolgende Erklärung liegt in dem Flehen Daniels zu El Schaddaj. Daniel erkannte die Zahl der Jahre der Verwüstung und betete zu El Schaddaj, indem er seine u. die Sünden seines Volkes bekannte. Der Bote Gabriel kommt also zu Daniel u. gibt ihm Aufschluß über das, was noch kommen soll:

Siebzig Wochen sind bestimmt über dein Volk und über die heilige Stadt, so wird dem Übertreten gewehrt und die Sünde abgetan und die Missetat versöhnt und die ewige Gerechtigkeit gebracht und die Gesichte und Weissagung versiegelt und ein Hochheiliges gesalbt werden. 25 So wisse nun und merke: von der Zeit an, da ausgeht der Befehl, daß Jerusalem soll wieder gebaut werden, bis auf den Gesalbten, den Fürsten, sind sieben Wochen; und zweiundsechzig Wochen, so werden die Gassen und Mauern wieder gebaut werden, wiewohl in kümmerlicher Zeit. 26 Und nach den zweiundsechzig Wochen wird der Gesalbte ausgerottet werden und nichts mehr sein. Und das Volk eines Fürsten wird kommen und die Stadt und das Heiligtum verstören, daß es ein Ende nehmen wird wie durch eine Flut; und bis zum Ende des Streits wird’s wüst bleiben. 27 Er wird aber vielen den Bund stärken eine Woche lang. Und mitten in der Woche wird das Opfer und Speisopfer aufhören. Und bei den Flügeln werden stehen Greuel der Verwüstung, bis das Verderben, welches beschlossen ist, sich über die Verwüstung ergießen wird.

Daniel 9:24-27

In Vers 24 wird ein Zeitrahmen gesetzt, innerhalb dessen eine umfaßende Wiederherstellung geschehen soll:

• die Vollendung der Übertretung,

• die Siegelung der Sünde,

• die Versöhnung der Missetat.

Alles was den Menschen von Gott trennt u. dem Feind des Lebens, dem Widersacher, Anrecht am Menschen gibt, soll beendet, abgetan werden. Doch mit diesem noch nicht genug:

• Es soll zudem - dies ist das Mittel zur Beseitigung aller Trennung von El Schaddaj - eine ewige Gerechtigkeit gebracht werden.

• Die Prophezeiungen der Propheten abgeschlossen werden.

• Letztlich wird etwas Hochheiliges gesalbt.

Dies alles ist, wie es jemand so formulierte: das Evangelium! In diesem einen Vers wird nichts anderes, als der heilige Dienst des Messias, Jesus von Nazareth, des Monogenäs El Schaddajs, unseres Herrn Jesus Christus, beschrieben. Hierzu ist er in die Welt gekommen, hierfür hat er gelitten! Eine andere Bibelstelle drückt dies so aus:

Nachdem nun die Kinder Fleisch und Blut haben, ist er dessen gleichermaßen teilhaftig geworden, auf daß er durch den Tod die Macht nehme dem, der des Todes Gewalt hatte, das ist dem Teufel, * und erlöste die, so durch Furcht des Todes im ganzen Leben Knechte sein mußten.

Brief an die Hebräer 2:14-15

Der Vers 24 beschreibt das eigentliche Ziel der siebzig Siebener. Jetzt mit dem Vers 25 folgen Details des eben in Vers 24 dargelegten Vorhabens:

• die siebzig Siebener beginnen mit dem Erlaß Jerusalem wieder aufzubauen,

• die Zeitspanne bis zum gesalbten Fürsten sind sieben plus zweiundsechzig Siebener,

• Jerusalem wird wieder aufgebaut werden, jedoch in kümmerlicher Zeit.

Der gesalbte Fürst ist ohne Wenn u. Aber der Herr der Herrlichkeit, Jesus Christus.

In Vers 26 werden die Ereignisse des siebzigsten Siebeners beschrieben:

• nach den neunundsechzig Siebenern ( 7 + 62 = 69 ) wird der gesalbte Fürst getötet - dies geschah auf Golgotha!

• schließlich wird die Stadt samt dem Heiligtum zerstört werden,

• bis zu einem nicht näher bestimmten Ende wird es Kampf geben.

Der 27. Vers greift nochmals den Dienst des Messias auf und zeigt auch auf ein untrügliches Zeichen für die einherflutende Verwüstung.

Abgeschlossen werden soll dieser Unterpunkt mit der Betrachtung des Zeichens, welches mit den Worten 'bei den Flügeln stehen Greuel der Verwüstung' beschrieben wird. Der jüdische Historiker Josephus Flavius schreibt in seinem Werk "Der Jüdische Krieg" im 5. Buch, Kapitel 1, Absatz 2, folgendes:

"Sie besetzten nun den inneren Tempelraum und pflanzten über den geweihten Toren im Angesicht des Allerheiligsten ihre Waffen auf."

Mit Flügeln in Dn9:27 sind die hohen u. prächtigen Torflügel des Tempels gemeint. Die Zeloten unter Eleasar b. Simon, so schreibt Josephus, besetzten den inneren Tempelraum und präsentierten über den heiligen Toren ihre Waffen. Diese Prophezeiung erwähnte auch unser Herr Jesus Christus, als er von seinen Jüngern nach dem Ausgang der Ereignisse der Zeit gefragt wurde:

Wenn ihr nun sehen werdet den Greuel der Verwüstung (davon gesagt ist durch den Propheten Daniel), daß er steht an der heiligen Stätte (wer das liest, der merke darauf !), * alsdann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist; * und wer auf dem Dach ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen; * und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um, seine Kleider zu holen. * Weh aber den Schwangeren und Säugerinnen zu der Zeit! * Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter oder am Sabbat. * Denn es wird alsbald eine große Trübsal sein, wie nicht gewesen ist von Anfang der Welt bisher und wie auch nicht werden wird. * Und wo diese Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Mensch selig; aber um der Auserwählten willen werden die Tage verkürzt.

Evangelium n. Matthäus 24:15-22

Beenden wir nun diesen Unterpunkt und kommen zum nächsten:

!Dsp.: Der Antichrist läßt den Opferdienst aufhören!

!Der Antichrist beendet keinen Opferdienst!

Hier geht es nicht nochmals um Daniel, Kapitel 9, sondern um Daniel Kapitel 11, genauer, um diese Passage aus dem Prophetenbuch:

Und es werden seine Heere daselbst stehen; die werden das Heiligtum in der Feste entweihen und das tägliche Opfer abtun und einen Greuel der Verwüstung aufrichten.

Der Prophet Daniel 11:31

Das Kapitel 11 des Prophetenbuches Daniel beschreibt, anfangend mit dem Machtübergang vom medopersischen zum griechischen Weltreich, die kümmerliche Zeit Israels während der seleukidischen Ära ab 312 v.u.ZR (vor unserer Zeitrechnung). Um die Vorgänge in dieser Zeit bis zur Zerstörung Jerusalems u. des Heiligtums 70 u.ZR durch die Römer besser zu verstehen - und dies bedeutet auch, die Prophezeiungen Daniels besser zu verstehen - muß hier zur Lektüre der Makkabäer-Bücher u. der Werke des Historikers Josephus Flavius: "Der Jüdische Krieg" u. "Jüdische Altertümer" ermuntert werden.

Kleiner Einschub zu den Makkabäer-Büchern

Man findet die Makkabäer-Bücher I. u. II. für gewöhnlich in katholischen Bibelausgaben. Dort werden sie als 'Spätschriften des Alten Testaments' oder als Teil der 'deuterokanonischen Werke' gelistet. Warum Schriften, die weder das Judentum zum Tanach zählt, noch die Christen selbst als eigentlichen Teil der Bibel betrachten, dennoch in Bibelausgaben erscheinen, kann hier nicht beantwortet werden. Es ist jedoch als bedauerlich zu erwähnen, daß aufgrund einer anderen Bezeichnung der eben genannten Spätschriften, nämlich als 'Apokryphen', eine Stigmatisierung u. Ächtung den Makkabäer-Büchern anhaftet, die sie aus historischer Sicht schlichtweg nicht verdienen. Der Autor möchte hier allen Ernstes behaupten, daß wenn jeder Christ wenigstens die Makkabäer-Bücher gelesen hätte, der Dsp. schwerlich einen solchen Einzug in die Christengemeinden hätte halten können! Die Makkabäer-Bücher I. u. II. sind keine inspirierten Schriften u. gehören deshalb auch nicht in eine Bibel, aber sie sind Geschichtsberichte u. schildern historische Tatsachen aus genau der Zeit, über die auch der Prophet Daniel in den Kapiteln 9 bis 12 prophezeit. Wer zudem noch die eben erwähnten Schriften von Josephus Flavius liest, der ist sicherlich vom Dsp. geheilt.

Doch zurück zum Eigentlichen: Mit Dn11:4-5 beginnt die bereits erwähnte 'seleukidische Ära'. Ein besonders grausamer Vertreter der Seleukiden war 'Anitochus Epiphanes' über diesen schreibt der Historiker Josephus Flavius in seinem Werk "Der Jüdische Krieg", 5. Buch, 9. Kapitel, Absatz 4, wie folgt:

"Als Antiochus Epiphanes, der Frevel über Frevel gegen die Gottheit begangen, die Stadt bedrängte, machten unsere Vorfahren in Wehr und Waffen einen Ausfall, und was geschah? Sie selbst wurden in der Schlacht niedergemetzelt, Jerusalem von den Feinden geplündert, und das Heiligtum für die Dauer von drei Jahren und sechs Monaten der Verödung preisgegeben"

Der Historiker greift in seinem Werk "Jüdische Altertümer", 10. Buch, 11. Kapitel, Absatz 7, das eben gelesene Ereignis nochmals auf und schreibt hierzu:

„Aus ihrer Mitte werde sich endlich ein König erheben, der das Volk der Juden und ihre Gesetze vernichten, die Staatsverfassung aufheben, den Tempel plündern und drei Jahre lang die Darbringung der Opfer verhindern werde. Und wirklich ist das alles unter Antiochus Epiphanes über unser Volk hereingebrochen, wie Daniel es vorausgesehen und viele Jahre vorher schon aufgezeichnet hatte. Ebenso schrieb Daniel auch über die Herrschaft der Römer, die unser Volk gewaltig bedrücken würden“

Somit ist das Thema 'Antichrist' und sein Wesen hoffentlich endgültig ad acta gelegt, es sei denn, man glaubt an eine weitere, nicht beweisbare Dsp-These: 'Prophezeiungen erfüllen sich mehrmals' (siehe weiter unten).

Der Tempel aus 1. Thessalonicher 2

Ursprünglich sollte hier eine Gegendarstellung zur Dsp-These über einen steinernen Tempel folgen, in dem sich dann der Antichrist als Gott od. Erlöser verehren läßt. Die Behandlung dieses Punktes wird, so Gott Gelingen schenkt, später erfolgen.

!Warum sich Prophezeiungen nicht mehrmals erfüllen!

Die gegensätzliche Ansicht ist heute sehr populär: Prophezeiungen können sich mehrfach oder in verschiedenen Erfüllungsstufen erfüllen. Sicherlich ist es in diesem Zusammenhang interessant, sich einmal die Frage zu stellen, warum sich augenscheinlich gewisse Prophezeiungen nicht erfüllt haben. Als Antwort soll hier gelten: Wegen des Ungehorsams! Ein Beispiel soll hier genügen, um den Gedanken, welcher der eben gegebenen Antwort zu Grunde liegt, zu präzisieren:

Nachdem Mose das Volk aus der ägyptischen Sklaverei geführt u. es auf El Schaddajs Geheiß in den Bund am Horeb eintreten ließ: Wieviele von den Männern über zwanzig Lebensjahren, haben das Land Kanaan in Besitz nehmen dürfen? Ganze zwei! Josua b. Nun u. Kaleb b. Jephunne. Der Rest - abgesehen von den zehn anderen Kundschaftern - haben das Land nicht betreten dürfen. Warum? Weil sie nicht geglaubt hatten!

Sollten sich in der Tat Prophezeiungen mehrfach erfüllen, so fehlt für diese Annahme schlicht und einfach der Beweis, d. h.: irgend ein belastbares Indiz aus der Bibel, das diesen Schluß zweifelsfrei belegt - aber genau diesen Beweis gibt es nicht! Des weiteren müßte man sich wohl oder übel auch Gedanken darüber machen, ob nicht vielleicht der Herr Jesus mehrfach geboren oder wiederkommen werde, weil ja sein erster Aufenthalt in unserer Welt aus Sicht gewisser Menschen, nicht den Erwartungen entsprach ... Diese Frage ergibt sich eigentlich von allein, wenn man nur den Gedanken der Mehrfacherfüllung von Prophezeiungen konsequent weiterführt! In der Hoffnung das der werte Leser genauso, wie der Autor dieses Stückwerkes selbst, solch einen Gedanken, als absurd und unsinnig beiseite wischt, soll hierzu auch nichts mehr weiter gesagt, bzw. geschrieben werden.

Der gefährliche Irrtum des Dispensationalismus

Nachdem im Vorangegangenen nach Möglichkeit Dsp-Auslegungen widerlegt worden sind, soll jetzt, als Schlußpunkt für diesen ersten Teil der Widerlegungen des Dispensationalismus, der großen Gefahr, die durch denselbigen ausgeht, entgegengetreten werden. Dem Dsp. geht es ja nicht lediglich darum, die biblischen Zusammenhänge durch die Einführung von 'Dispensationen' oder 'Heilszeiten' zu ordnen, um diese besser zu verstehen. Wenn dem nämlich so wäre, hätte sich der Autor dieses Stückwerkes die Mühe nicht gemacht, seine Stimme gegen den Dsp. zu erheben. Der Dsp. tritt einem mit seiner strukturierten Einteilung der Zeiten für's Erste hilfreich entgegen, schiebt aber dann einen tückischen, gefährlichen Irrtum nebenbei mit ein: die Aufspaltung des Heilsweges!

Die Vereinigung von Juden u. Nichtjuden in Christus Jesus!

Lesen wir als erstes zwei Bibeltexte:

11 Darum gedenkt daran, daß ihr, die ihr einst Heiden im Fleisch wart und Unbeschnittene genannt wurdet von der sogenannten Beschneidung, die am Fleisch mit der Hand geschieht 12 — daß ihr in jener Zeit ohne Christus wart, ausgeschlossen von der Bürgerschaft Israels und fremd den Bündnissen der Verheißung; ihr hattet keine Hoffnung und wart ohne Gott in der Welt. 13 Jetzt aber, in Christus Jesus seid ihr, die ihr einst fern wart, nahe gebracht worden durch das Blut des Christus. 14 Denn Er ist unser Friede, der aus beiden eins gemacht und die Scheidewand des Zaunes abgebrochen hat, 15 indem er in seinem Fleisch die Feindschaft, das Gesetz der Gebote in Satzungen, hinwegtat, um die zwei in sich selbst zu einem neuen Menschen zu schaffen und Frieden zu stiften, 16 und um die beiden in einem Leib mit Gott zu versöhnen durch das Kreuz, nachdem er durch dasselbe die Feindschaft getötet hatte. 17 Und er kam und verkündigte Frieden euch, den Fernen, und den Nahen; 18 denn durch ihn haben wir beide den Zutritt zu dem Vater in einem Geist. 19 So seid ihr nun nicht mehr Fremdlinge und Gäste ohne Bürgerrecht, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, 20 auferbaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, während Jesus Christus selbst der Eckstein ist, 21 in dem der ganze Bau, zusammengefügt, wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn, 22 in dem auch ihr miterbaut werdet zu einer Wohnung Gottes im Geist.

Brief an die zu Ephesus 2:11-22 (Schlachter 2000)

Und weiter:

1 Deshalb [bin] ich, Paulus, der Gebundene Christi Jesu für euch, die Heiden. 2 Ihr habt ja gewiß von der Haushalterschaft der Gnade Gottes gehört, die mir für euch gegeben worden ist, 3 daß er mich das Geheimnis durch Offenbarung wissen lassen hat, wie ich zuvor kurz geschrieben habe. 4 Daran könnt ihr, wenn ihr es lest, meine Einsicht in das Geheimnis des Christus erkennen, 5 das in früheren Generationen den Menschenkindern nicht bekanntgemacht wurde, wie es jetzt seinen heiligen Aposteln und Propheten durch den Geist geoffenbart worden ist, 6 daß nämlich die Heiden Miterben und mit zum Leib Gehörige und Mitteilhaber seiner Verheißung sind in Christus durch das Evangelium, 7 dessen Diener ich geworden bin gemäß der Gabe der Gnade Gottes, die mir gegeben ist nach der Wirkung seiner Kraft.

Brief an die zu Ephesus 3:1-7 (Schlachter 2000)

Wovon schreibt der Apostel Paulus hier eigentlich? Die Verse Eph2:11-12 beschreiben unmißverständlich den Zustand der Heiden (d. h.: Nichtjuden) vor dem Erlösungswerk, gewirkt in unserem Herrn der Herrlichkeit, Jesus Christus: Von der Beschneidung (Judentum) als Unbeschnitte genannt, ohne Bürgerschaft Israels, Fremde bezüglich den Bündnisse der Verheißung, ohne Hoffnung u. ohne Gott. Doch was geschah danach? In Christus Jesus, unserem Herrn, sind die Heiden mit den Juden zusammengebracht worden! Die Verse 18 u. 19 sprechen unmißverständlich von einem gemeinsamen Zutritt zu unserem Himmlischen Vater in unserem Herrn Jesus Christus! Somit ist also die Trennung, die einst durch das Mosaische Gesetz Bestand hatte, aufgehoben. El Schaddaj hat in seinem Monogenäs Jesus Christus, all diejenigen, die an ihn und an seinen einziggezeugten Sohn glauben, zu einer Einheit zusammengefügt - erkauft eben durch das Blut seinen Sohnes Jesus Christus! Wie der Apostel unter Inspiration weiter ausführt, sind die Heiden Miterben, zum Geistesleib Jesu Christi gehörend, der Verheißung Mitteilhaber geworden. Nochmals: In unserem Herrn Jesus Christus sind Juden und Nichtjuden (d. h.: die Heiden) zu einem Geistesleib, dem Geistesleib Jesu Christi zusammengefügt worden. Dies zum Zwecke der gemeinsamen heiligen Bürgerschaft, zusammengefügt zu einem geistigen Tempel, unserem Himmlischen Vater in Christus Jesus allezeit nahend!

Die Zerteilung der Einheit in Jesus Christus durch den Dsp.!

Nicht alle aus dem Volk Israel haben diese Botschaft angenommen. Hiervon zeugt die Bibel an vielen Stellen, wie z. B. in den Aposteltaten. Die es aber geglaubt und angenommen haben, sind zu Nachfolgern unseres Herrn Jesus Christus geworden. Der Terminus technicus für diese Menschen lautet: 'Christ'. Der Dsp. behauptet nun, daß es für die Gemeinde, wie auch für Israel zwei verschiedene Heilswege gebe. Mit dieser Behauptung leugnet er aber genau das, was wir eben gelesen haben! Und diese Lüge birgt ein zweifaches Gift:

Erstens wird mit der Behauptung, daß El Schaddaj mit Israel einen eigenen, von der Ekkläsia unabhängigen Weg zur Erlösung Israels beschreitet, der Ekkläsia suggeriert, sie bräuchten nicht unter den jüdischen Mitmenschen zu missionieren. Entschuldigung: Wen haben denn die Urchristen in aller erster Linie missioniert? Nicht etwa die Juden?

Zweitens erweist der Dispensationalismus Israel selbst einen Bärendienst, indem er Israel auf den anderen, den israelischen, Heilsweg verweist und ihnen so den eigentlichen und einzig wahrhaftigen, verstellt. Doch wenn wir den Text Eph2:11 bis 3:7 aufmerksam gelesen haben, so steht dort deutlich von dem jüdischen Heilsweg geschrieben, zu welchem auch die Heiden Zugang erhalten haben! Bitte einfach nochmals den Text lesen: die Heiden waren fern und sind jetzt nahe geworden. Beide Juden und Heiden sind zu einer Einheit verschmolzen worden im Herrn Jesus Christus! Wo ist denn oder für wen sollte da noch ein anderer Heilsweg existieren?

Golgotha - der Wendepunkt

Golgotha ist der Wendepunkt der gesamten Menschheitsgeschichte schlechthin! Bis zum Opfertod unseres Herrn Jesus Christus, der für die Sünden der gesamten Menschheit starb, gab es irdische Verheißungen, doch seit dem Wort unseres sterbenden Herrn Jesus Christus: "Es ist vollbracht worden!" hat sich die Ausrichtung des Heilsweges grundsätzlich geändert. Die ewige Gemeinschaft in Herrlichkeit mit unserem Himmlischen Vater, mit und in unserem Herrn Jesus Christus im heiligen Geist, ist das Ziel, dem der Gläubige entgegenstrebt. Wir haben ein himmlisches Bürgerrecht, dessen Unterpfand durch den heiligen Geist Gottes in unseren Herzen ruht. Es gibt keine irdischen Ziele mehr, außer dem einen, daß wir hier unseren Lauf, so unbeschadet wie irgend möglich, zur Ehre unseres Gottes und Vaters und zur Ehre unseres Herrn Jesus Christus, führen und beenden!

!Der Dsp. schickt Israel durch die 'Trübsalshölle'!

Aus Dsp.-Kreisen kann man auch Antisemitismusvorwürfe gegen diejenigen hören, die die Dsp.-Verdrehungen ablehnen. Doch sei hier allen Ernstes die Frage gestellt: Wer handelt denn in Wahrheit gegen jüdische Interessen? Der, der den Juden den wahren Heilsweg in dem Herrn Jesus Christus frei und offen darlegt oder der, der diesen einzigen Weg zu El Schaddaj verstellt? Darüber hinaus postuliert der Dsp. die Vorentrückung und läßt damit Israel in der Trübsalszeit allein. Erinnert irgendwie an die Geistlichkeit der biblischen Zeit: diese haben für die anderen schwere Lasten gebunden, diese aber nicht selber auch nur mit dem Finger bewegen wollen.

Die Entrückung u. die erste Auferstehung

Als letzten Unterpunkt wollen wir noch auf die Entrückrückung u. die erste Auferstehung schauen. Gerade im Zusammenhang mit Israel und ihrem angeblichen eigenen Heilsweg ist dies wichtig.

Das sage ich aber, liebe Brüder, daß Fleisch und Blut nicht können das Reich Gottes ererben; auch wird das Verwesliche nicht erben das Unverwesliche. * Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden; * und dasselbe plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune. Denn es wird die Posaune schallen, und die Toten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden. * Denn dies Verwesliche muß anziehen die Unverweslichkeit, und dies Sterbliche muß anziehen die Unsterblichkeit. * Wenn aber das Verwesliche wird anziehen die Unverweslichkeit, und dies Sterbliche wird anziehen die Unsterblichkeit, dann wird erfüllt werden das Wort, das geschrieben steht: * "Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?"

1. Brief an die zu Korinth 15:50-55

Wir wollen euch aber, liebe Brüder, nicht verhalten von denen, die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig seid wie die andern, die keine Hoffnung haben. * Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, also wird Gott auch, die da entschlafen sind, durch Jesum mit ihm führen. * Denn das sagen wir euch als ein Wort des HERRN, daß wir, die wir leben und übrig bleiben auf die Zukunft des HERRN, werden denen nicht zuvorkommen, die da schlafen. * denn er selbst, der HERR, wird mit einem Feldgeschrei und der Stimme des Erzengels und mit der Posaune Gottes herniederkommen vom Himmel, und die Toten in Christo werden auferstehen zuerst. * Darnach wir, die wir leben und übrig bleiben, werden zugleich mit ihnen hingerückt werden in den Wolken, dem HERRN entgegen in der Luft, und werden also bei dem HERRN sein allezeit. * So tröstet euch nun mit diesen Worten untereinander.

1. Brief an die zu Thessalonich 4:13-18

Und ich sah einen Engel vom Himmel fahren, der hatte den Schlüssel zum Abgrund und eine große Kette in seiner Hand. * Und er griff den Drachen, die alte Schlange, welche ist der Teufel und Satan, und band ihn tausend Jahre * und warf ihn in den Abgrund und verschloß ihn und versiegelte obendarauf, daß er nicht mehr verführen sollte die Heiden, bis daß vollendet würden tausend Jahre; und darnach muß er los werden eine kleine Zeit. * Und ich sah Stühle, und sie setzten sich darauf, und ihnen ward gegeben das Gericht; und die Seelen derer, die enthauptet sind um des Zeugnisses Jesu und um des Wortes Gottes willen, und die nicht angebetet hatten das Tier noch sein Bild und nicht genommen hatten sein Malzeichen an ihre Stirn und auf ihre Hand, diese lebten und regierten mit Christo tausend Jahre. * Die andern Toten aber wurden nicht wieder lebendig, bis daß tausend Jahre vollendet wurden. Dies ist die erste Auferstehung. * Selig ist der und heilig, der teilhat an der ersten Auferstehung. Über solche hat der andere Tod keine Macht; sondern sie werden Priester Gottes und Christi sein und mit ihm regieren tausend Jahre.

Apokalypse Jesu Christi an Johannes 20:1-6

Diese drei eben gelesenen Textpassagen berichten über ein einziges Ereignis! Es geht um die erste Auferstehung, es geht um Unsterblichkeit und es geht um das Bürgerrecht im neuen, im himmlischen Jerusalem! Nochmals: Wer an der ersten Auferstehung Teil hat, der erbt von unserem Himmlischen Vater Unsterblichkeit. Der zweite Tod hat über ihn keine Gewalt! Die erste Auferstehung und die Entrückung sind zeitgleiche Ereignisse. Bezogen auf unser Thema: Wer nicht an der ersten Auferstehung, bzw. an der Entrückung Teil hat, der wird auch nicht Bürger des neuen Jerusalem sein und wird auch nicht mit dem Herrn Jesus eintausend Jahre regieren. Wenn also der Dsp. behauptet, die Gemeinde des Herrn Jesus Christus werde vor der Trübsalszeit entrückt und Israel wird durch die Trübsalszeit hindurch müssen, dann überläßt der Dsp. Israel dem Leiden und schließt sie letztendlich von dem Bürgerrecht des neuen Jerusalem aus, während er (der Dsp.) vom Himmel her zuschaut. Ach wie gut ist es zu wissen, daß El Schaddaj auch in dieser Sache das letzte Wort hat!

Schlußbemerkung / Fazit

Es ist bislang viel gesagt (geschrieben) worden und man könnte hier noch mehr anführen. Der Autor ist aber der Meinung, daß das Wesentliche wenigstens angeschnitten worden ist: Der Dispensationalismus ist, auch wenn er noch so populär und spektakulär daherkommt, ein gefährlicher Irrtum und hält einer biblischen Überprüfung nicht stand! Darüber hinaus spaltet er, was zusammengehört und trägt auch sonst nichts zur Einheit im Glauben bei, sondern stiftet nur Verwirrung! Der geschätzte Leser möchte sich von dem Dargelegten nicht einfach berieseln lassen, sondern sich selbst, aktiv, mit den Ausführungen auseinandersetzen, ganz nach dem Motto: "Nur selber essen macht satt!" Der Autor freut sich über jede ernsthafte Kritik u. Richtigstellung.

Lieber Leser! Sei bitte an dieser Stelle an die anfängliche »obligatorische Lesebedingung« erinnert. Prüfe alles, was Du hier gelesen hast, anhand der Bibel. Betrachte dieses Werk auch nicht als der Weisheit u. der Erkenntnis letzten Schluß, sondern als daß, was es in Wahrheit ist: ein Stückwerk.

Oktober 2019 / VK-Red.

Quellenangaben / Copyright

In diesem Stückwerk werden verschiedene Bibelübersetzungen zitiert. Nachfolgend sind die Urheberrechtsinhaber zu den entsprechenden Abkürzungen [Quellenkennung] im Werk aufgeführt.

Elberfelder 2006

Elberfelder Bibel (2016). © R. Brockhaus.

Schlachter 2000

Version Schlachter 2000, © Genfer Bibelgesellschaft.

BHS

Biblia Hebraica Stuttgartensia, der masoretische Text der Bücher des Alten Bundes (AT). © Werkgroep Informatica, Vrije Universiteit (2006).

LXX

Septuaginta m. Morphologie (1979), Stuttgart, © Deutsche Bibelgesellschaft.

SCR

Scrivener, F. H. A. (1881). The New Testament in Greek. Cambridge: Cambridge University Press.

ohne Kennung

Findet sich unter einem Bibelzitat keine Quellenkennung, so handelt es sich um ein Zitat aus der Luther-Übersetzung von 1912.

Die Texte sind dem Logos Bibelprogramm entnommen.

VERKÜNDET Copyright©